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U 23-VIERNATIONENTURNIER 2009 - 3.Spieltag

Turniersieg verpasst

Norwegen - Deutschland 1:0 (0:0)

Text und Bilder von Martin Kochem

18.07.2009   Durch eine verdiente 0:1-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Gastgeber Norwegen verpasste die deutsche U 23-Auswahl aufgrund des schlechteren Torverhältnisses den nach zwei vorangegeangenen Siegen durchaus greifbaren Turniersieg, den sich stattdessen Schweden aufgrund eines deutlichen 5:0 (1:0)-Abschlusserfolges über Finnland sicherte.

Gut 100 Zuschauer hatten sich zu ungewohnter Anstosszeit (11:00 Uhr) im Stadion von Lisleby eingefunden und sollten ihr Kommen nicht bereuen. Von Beginn an entwickelte sich eine flotte, ansehnliche Partie mit guten Offensivaktionen auf beiden Seiten.

Julia Simic

Julia Simic hatte Pech im Abschluss und traf gleich zwei Mal nur die Latte

So setzte Nora Holstad Berge nach 4 Minuten einen Kopfball nach Rechtsflanke von Kine Kvalsvik knapp über den Winkel, während im Gegenzug Julia Simic mit einem Schuss aus |4 Metern an der gut reagierenden Torfrau Lil Yvonne Karlsrud scheiterte, welche den Ball gerade noch an die Latte lenken konnte. Die Skandinavierinnen waren gegenüber ihren beiden vorangegangenen Auftrittten nicht wieder zu erkennen und machten dem deutschen Team mit Pressing und aggressivem Zweikampfverhalten arg zu schaffen.

Auch nach vorne lief es diesmal für das Team von Coach Roger Finjord entscheidend besser. So wurde ein Kvalsvik-Schuss im letzten Moment abgeblockt (17.) und der anschliessende Nachschuss von Ingrid Schjelderup von der ins Tor zurückgekehrten Jana Burmeister sicher pariert.

Marie Pollmann vs. Ingrid Schjelderup

Marie Pollmann (hier verfogt von Ingrid Schjelderup) blieb diesmal ohne Torerfolg und besass waehrend des gesamten Spiels nur eine einzige gute Torchance

Auf der anderen Seite vergab Marie Pollmann aus aussichtsreicher Mittelstürmerpostion nur knapp (19.) und Carolin Schiewe hämmerte einen 20m-Freistoss gut einen Meter über den Kasten (25.). Die Gastgeberinnen blieben jedoch stets gefährlich.

So setzte die agile Ida Elise Enget eine Direktabnahme nach Rechtsflanke von Inger Ane Hole nur knapp neben den Pfosten (23.) und acht Minuten später rutschte der gleichen Spielerin eine Linksflanke derart ab, dass sich diese auf die Latte des deutschen Tores senkte. Die deutsche Viererkette geriet mit zunehmender Spieldauer immer mehr unter Druck und hatte Glück, eine an diesem Tage hervorragend aufgelegte Jana Burmeister hinter sich zu haben. Diese musste beispielsweise nach einem Alleingang von Schjelderup schon Kopf und Kragen riskieren, um den sicheren Rückstand zu verhindern (35.).

Jana Burmeister

Jana Burmeister zeigte erneut eine sehr gute Leistung und verhinderte mit mehreren Glanzparaden eine deutlichere Niederlage


U23 Norwegen

Die U23 von Norwegen beendete das Vier-Nationen-Turnier im eigenen Land mit einer Glanzleistung. Zurecht ließen sich die Gastgeberinnen von ihren Fans nach dem Schlusspfiff feiern

Kurz vor dem Halbzeitpfiff der gut leitenden Schiedsrichterin Johannesson lief die an diesem Tage in der Offensive eingesetzte Ingrid Ryland alleine auf das deutsche Tor zu, doch Burmeister konnte das Leder mit einem Superreflex an den Pfosten lenken und Sekunden später auch den Nachschuss von Enget entschärfen. Auf der Gegenseite reklamierte die deutsche Kapitänin Nadine Kessler nach einem harten Zweikampf mit Schjelderup im Strafraum einen Elfmeter, doch die Unparteiische liess weiterspielen (43.).

Nadine Keßler gegen Ingrid Schjelderup

Elfmeter oder Schwalbe ? Die Pfeife von Schiedsrichterin Linda Johannesson blieb in diesem Zweikampf zwischen Nadine Keßler und Ingrid Schjelderup stumm

So ging es mit einem torlosen, aber munteren o:o in die Pause, aus welcher die Norwegerinnen nun noch druckvoller zurückkehrten. Die erneut überragende Ryland scheiterte zunächst an Burmeister (52.), ehe die deutsche Abwehr einen 20m-Knaller von Enget zur Ecke abfälschen konnte (62.). Dann war wieder Ryland an der Reihe, deren Schlenzer von der linken Strafraumecke nur hauchhdünn am langen Pfosten vorbbeisegelte (64.). Doch kurze Zeit später war es dann soweit: Die eingewechselte Cathrine Dyngvold wurde mit einem langen Ball von Eline Johansen auf die Reise geschickt, nahm diesen geschickt mit, spielte Burmeister aus und schob aus spitzem Winkel ein - 1:0 in der 67. Minute. (Es war tatsächlich Dyngvold, die den Treffer erzielte, nicht die vom DFB in seiner News genannte Spielerin).

Cathrine Dyngvold

Cathrine Dyngvold erzielte das einzige Tor der Partie und vermasselte den Deutschen damit den Turniersieg

Die deutsche Elf, welche zuvor lediglich mit einer scharfen Rechtsflanke der zuvor eingewechselten Anna Blässe so etwas wie Torgefahr versprüht hatte, wachte nun auf und hätte durch einen 22m-Knaller von Simic beinahe die passende Antwort gegeben, doch landete das noch leicht abgefälschte Leder abermals am Quergebälk des norwegischen Gehäuses (71.). Nach Ecke von Monique Kerschowski vergab Schiewe zunächst per Kopf (74.), ehe ein aus der Drehung abgefeuerter Kessler-Schuss aus 15 Metern zur Ecke abgefälscht werden konnte (77.). Nachdem auch Blässes schöner Flankenlauf von Torfrau Karlsrud abgefangen werden konnte, schwommen der deutschen Elf endgültig die Felle davon und man hatte sogar noch Glück, dass Line Smørsgard in der Schlussminute aus 12 Metern nur das Lattenkreuz traf. So blieb es auch nach 5 Minuten Nachspielzeit beim knappen, wenngleich wahrlich nicht unverdienten norwegischen Erfolg, welchen die Spielerinnen nach dem Abpfiff auch gebührend feierten.

Aushilfs-Bundestrainerin Bettina Wiegmann gewann der Niederlage trotz des damit verpassten Turniersieges doch etwas Positives ab:


"Das hatte heute schon wieder mehr mit Fussball zu tun. Nach ausgeglichener erster Halbzeit hat der Gegner nach der Pause den Druck verstärkt und uns immer mehr unter Druck gesetzt. Um das Gegentor haben wir dann förmlich gebettelt, jedoch nach dem Rückstand Moral bewiesen und was versucht. Leider kam der letzte Pass in die Spitze heute nicht an und bei einigen Spielerinnen merkt man halt schon, dass die körperliche Verfassung für ein solches Turnier mit 3 Spielen in 5 Tagen nicht da ist. Am Willen hat es jedenfalls nicht gefehlt. Die Norwegerinnen hatte ich durchaus so stark erwartet. Wichtig war es für die Spielerinnen vor allem, weiter internationale Erfahrung zu sammeln - da sind die Resultate dann auch eher nebensächlich..."

Susi Hartel

Susi Hartel (hier im Zweikampf mit Trude Johannessen) hatte wie alle deutschen Stuermerinnen einen schweren Stand und konnte sich leider nur selten gut in Szene setzen




Norwegen:
Karlsrud - Aseng, Johansen, Berge, Johannessen - Hole (58. Smorsgard),Ims, Sschjelderup, Ryland (82. Sannæss) - Enget (88. Eikeland), Kvalsvik (46. Dyngvold)

Trainer: Roger Finjord

Deutschland:
Burmeister - Faisst, Draws, Schiewe, Bunte (46. M. Kerschowski) - Bock (68. Ewers), Kessler (86. Hamann), Maier (55. Blässe)- Hartel, Simic, Pollmann

Trainerin: Bettina Wiegmann

Tor:
1:0 Dyngvold (67.)

Gelbe Karten:keine

Schiedsrichterin: Linda Johannesson (SWE)

Zuschaür: 100 (in Lisleby)




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