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U23 Vier-Nationen-Turnier 2009 in Norwegen - 1. Spieltag

Auftakt nach Maß

Deutschland – Schweden 2:1 (2:1)

Text und Fotos: Martin Kochem

14.07.2009   Gelungener Auftakt für die neu formierte U 23-Auswahl des DFB: im Eröffnungsspiel des in diesem Jahr sozusagen als Ableger des traditionellen „Nordic-Cups” ausgetragenen „4-Nations Tournament” behielt das Team von Bundestrainerin Ulrike Ballweg mit einem knappen, letztendlich vielleicht etwas schmeichelhaften, aber keineswegs unverdienten 2:1-Erfolg über die hoch eingeschätzten Schwedinnen die Oberhand und untermauerten damit ihre Ambitionen auf den angestrebten Turniersieg.

Die leider nur etwa 50 Zuschauer hatten ihre Plätze auf der schmucken Tribüne des Sarpsborg Stadium noch nicht richtig eingenommen, da stand es bereits 1:0 für die aufgrund der kurzfristigen Verhinderung von Uli Ballweg durch Weltmeisterin Bettina Wiegmann gecoachte deutsche Elf. Nach einem herrlichen Spielzug sowie öffnenden Pass von Julia Simic auf Anna Blässe unterstrich Marie Pollmann einmal mehr ihren Tor(jäger)instinkt und vollstreckte deren direktes Zuspiel eiskalt und unhaltbar zur frühen deutschen Führung. Nur kurze Zeit später bediente die auf der rechten Außenbahn stark aufspielende Blässe die ebenfalls auffällige Simic, welche jedoch aus 14 Metern freistehend vergab (3.).

Julia Simic gegen Karin Lissel

Julia Simic (rechts) erzielte das deutsche Siegtor und bestach einmal mehr durch ihre überragende Technik - hier läßt sie Karin Lissel aussteigen

Die von Malin Andersson betreuten Schwedinnen zeigten sich von der druckvollen deutschen Anfangsphase jedoch keineswegs geschockt und nutzten ihre erste Gelegenheit gleich gnadenlos aus. Nach herrlichem Steilpass von Sofie Persson hob Linnea Liljegård die Kugel aus 22 Metern über die etwas zu weit vor dem Tor stehende Jana Burmeister zum 1:1-Ausgleich ins Netz (7.) – ebenfalls ein herrlicher Treffer !

Überhaupt entwickelte sich auf dem nagelneuen Kunstrasenfeld neuester Generation ein flottes, abwechslungsreiches Duell mit optischen Vorteilen für die deutschen Mädels, die durch einen im letzten Moment zur Ecke abgefälschten Schuss von Kapitänin Nadine Kessler (14.) sowie Juliane Maier (24. / scheiterte mit Abpraller nach einem Simic-Kopfball an Torfrau Oehrstrøm) zu weiteren Torgelegenheiten kamen. Nachdem Oehrstrøm einen Fernschuss von Marisa Ewers gerade noch so zur Ecke lenken konnte (25.) hatte das Wiegmann-Team allerdings kurz darauf enormes Glück, nicht in Rückstand zu geraten.

Stephanie Oehrstrøm klärt vor Marie Pollmann

Alarmstufe rot im schwedischen Strafraum - Torfrau Stephanie Oehrstrøm klärt hier vor Marie Pollmann

So scheiterte Torschützin Liljegård abermals nach feinem Persson-Zuspiel frei auf das deutsche Gehäuse zulaufend zunächst an der glänzend reagierenden Burmeister und setzte den ihr nochmals vor die Füsse prallenden Nachschuss knapp neben die Maschen (29.). Auf der Gegenseite machte es Simic kurz danach besser und staubte einen ihr nach einem Freistoß von Nathalie Bock etwas glücklich vor die Füße fallenden Ball im zweiten Versuch zur erneuten deutschen Führung ab (31.).


Frauenfußball U23 Deutschland

Die deutsche Anfangsformation gegen Schweden:
Oben vlnr: Julia Simic, Stefanie Draws, Marie Pollmann, Carolin Schiewe, Anna Blässe, Nadine Kessler
unten: Nathalie Bock, Juliane Maier, Jana Burmeister, Marisa Ewers, Verena Faißt

Nun war die deutsche U 23 am Drücker und drängte noch vor der Halbzeitpause mit Macht auf das vorentscheidende 3:1, welches jedoch zum einen die mit nach vorne geschlichene Abwehrorganisatorin Carolin Schiewe nach schöner Ablage von Pollmann (37.) als auch Simic vergaben, die nach Meier-Steilpass bereits Oehrstrøm umspielt hatte, jedoch die Kugel aus spitzem Winkel nur ans Aussennetz setzen konnte (42.). Das letzte Ausrufezeichen einer imponierend gutklassigen ersten Spielhälfte setzten dann noch die Tre Kroners in Form von Nazanin Vaseghpanah, welche nach Zuspiel von Petra Larsson mit einem 18m-Kracher an der aufmerksamen Burmeister scheiterte (44.).

Nadine Kessler

Nadine Kessler zog wie gewohnt die Fäden im Mittelfeld und kommt ihrer alten Form immer näher

Auch in der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit dominierte zunächst die Wegmann-Elf das Spielgeschehen und kam durch Nathalie Bock (verzog in Rücklage freistehend aus 19 Metern über das Tor) sowie die zur Pause eingewechselten Lisa Schwab (49.) zu weiteren guten Gelegenheiten. Nachdem auch Pollmann nach herrlichem Anspiel der immer mehr zu alter Form zurückfindenden Mittelfeldregisseurin Nadine Kesslerin in einer 1:1-Situation an der gut reagierenden schwedischen Schlussfrau gescheitert war und ein Schiewe-Kopfball nach Kessler-Ecke auf der Linie geklärt werden konnte (57.) verlor das neu formierte DFB-Team mit dem nun stärker einsetzenden Regen unverständlicherweise ihre Linie und mussten mitansehen, wie die Skandinavierinnen von Minute zu Minute stärker wurden und mit Macht auf den Ausgleich drängten.

Doch hatten ihre beiden auffälligsten Akteurinnen Persson (62.) als auch Larsson (85.) mit ihren Distanzschüssen Pech im Torabschluss und dann gab es auch noch eine glänzend aufgelegte Jana Burmeister im deutschen Tor, die gegen die völlig frei vor ihr auftauchende Louise Fors (63.) klärte. Die letzte, wenngleich hundertprozentige Ausgleichschance vergab dann die kurz zuvor eingewechselte Susanne Moberg, welche nach grobem Schnitzer der ebenfalls in die Partie gekommenen Monique Kerschowski völlig freistehend im Strafraum an den Ball kam und die Kugel jedoch aus 12 Metern knapp über die Latte setzte (89.).


So blieb es beim am Ende beim knappen 2:1, mit welchem sich auch Bundestrainerin Bettina Wiegmann nach dem Schlusspfiff schnell anfreunden konnte:

„Wir haben speziell in der ersten Hälfte ein gutes Spiel gemacht und gute Kombinationen nach vorne gezeigt. Nach der Halbzeit haben wir dann unverständlicherweise den Faden verloren, hatten keine Ordnung mehr in unseren Aktionen und besaßen am Ende gewiss ein Quäntchen Glück. Für uns hat dieses Turnier hier einen sehr hohen Stellenwert, beginnt für uns doch bereits jetzt die Vorbereitung auf die im nächstem Jahr im eigenen Land stattfindende U 20-WM.”

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Anna Blaesse(7) und Julia Simic (15) beglückwünschen Marie Pollmann (18) zu deren Blitztor - Kapitänin Nadine Kessler (10) kommt ebenfalls zum Gratulieren...




Deutschland:
Burmeister - Draws, Faißt, Schiewe, Ewers - Blässe (64. Hartel), Bock (74. M. Kerschowski), Keßler (67. Hamann), Maier (46. Schwab) - Simic, Pollmann (78. Bunte)

Trainerin: Bettina Wiegmann

Schweden:
Öhrström - Krantz, Wilhelmsson, Levenstad, Berglund (57. Nilsson) - Persson, Lissel, Fors (77. Moberg), Larsson - Liljegärd, Vaseghpanah (46. Folkesson)

Trainerin: Malin Andersson

Tore:
1:0Pollmann (1.)
1:1 Liljegärd (7.)
2:1 Simic (32.)

Gelbe Karten: Faißt, Schiewe

Schiedsrichterin: Jenny Kaarnasaari (FIN)

Zuschauer: 50




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