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U23 Vier-Nationen-Turnier 2009 in Norwegen - 2. Spieltag

Glanzloser Arbeitssieg

Finnland – Deutschland 0:2 (0:1)

Text und Fotos: Martin Kochem

16.07.2009   Den zweiten Sieg im zweiten Spiel des diesjährigen Viernationenturniers in der Region Sarpsborg / Fredrikstad fuhr die deutsche U 23-Auswahl gegen Finnland ein und benötigt damit im abschließenden Gruppenspiel gegen Gastgeber Norwegen lediglich ein Remis, um den in diesem Jahr erstmals in abgespeckter Form durchgeführten „Nordic Cup” für sich zu entscheiden.

Doch so rechte Freude wollte bei Interimscoach Bettina Wegmann nach dem glanzlosen 2:0 (1:0)-Arbeitserfolg über die während des gesamten Spielverlaufs gut mithaltenden Finninnen nicht so recht aufkommen: „Hinten haben wir solide gestanden doch spielerisch ist heute rein gar nichts gelaufen” analysierte die für die etatmäßige U 23-Bundestrainerin Ulrike Ballweg kurzfristig eingesprungene gebürtige Euskirchenerin nach dem Abpfiff selbstkritisch. Zudem habe sich die gesamte Mannschaft „zu wenig am bzw. zum Ball hin bewegt” sowie trotz guter Platzverhältnisse eine „mangelhafte Ballkontrolle” an den Tag gelegt...

Bettina Wiegmann

Der Gesichtsausdruck von Aushilfscoach Bettina Wiegmann sagt über die spielerische Leistung ihres Teams einiges aus

In der Tat war vor allem in der ersten Halbzeit herzlich wenig von dem noch gegen die Schwedinnen angebotenen offensiven Kombinationsspiel zu sehen. Eine Ausnahme bildete die zweite Spielminute, als die diesmal von Beginn an aufgebotene Susanne Hartel mit einem langen Ball aus dem Mittelfeld auf die Reise geschickt wurde, sich im Laufduell gegen ihre Gegenspielerin Heini Tiilikainen durchsetzen konnte, jedoch mit ihrem Rechtsschuss aus 11 Metern knapp am langen Pfosten vorbei zielte.

Zuschauer

Das Spielgeschehen verleitete so manchen Zuschauer zu einem sommerabendlichen Nickerchen

Ansonsten herrschte bei den knapp 100 Augenzeugen im Lisleby Stadion gähnende Langeweile über das von beiden Mannschaften auf dem Spielfeld dargebotene vor, flotte Angriffe oder gar Torchancen waren absolute Mangelware. Gefährlich wurde es eigentlich nur bei einem Freistoß-Aufsetzer, den Annika Kukkonen aus knapp 25 Metern Torentfernung nur knapp am von ihr aus gesehen rechten Pfosten vorbei drehte (21.) - die anstelle von Jana Burmeister absprach gemäß ins Team gekommene Klara Muhle wäre aber wohl zur Stelle gewesen.


Lisa Schwab

Lisa Schwab (Nr. 13) wird hier von Heini Tiilikainen (Nr. 4) sowie Maju Hirvonen in die Zange genommen

Als sich alle schon mit einem torlosen Magerkostremis abgefunden hatten, prallte der Ball an der Strafraumgrenze irgendwie der sich mit nach vorne geschlichenen Marisa Ewers vor die Füße, die das Leder aus 20 Metern halbrechter Position nach kurzer Drehung mit links in den linken oberen Winkel schlenzte (44.) – sozusagen ein „Tor des Monats aus dem Nichts”.

Marisa Ewers

arisa Ewers erzielte in ihrem dritten U 23-Einsatzihr erstes Tor - ein wunderschönes noch dazu

Doch wer gedacht hatte, dieses zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt gefallene Führungstor hätte die spielerische Blockade der deutschen Mannschaft nach dem Seitenwechsel endlich gelöst, sah sich zunächst eines Besseren belehrt. Denn es waren die vor allem im Mittelfeld äußerst kompakt stehenden Finninnen, welche unmittelbar nach Wiederbeginn ihre bis dato doch sehr bescheidenen Offensivbemühungen verstärkten und durch Taru Laihanen (49.) sowie Annika Kukkonen (50.) gleich zu einer Doppelchance kamen.

 Kati Nyman

Kati Nyman (Nr. 13) treibt hier das Spiel ihrer Mannschaft nach vorne, am Ende behielten die cleveren Deutschen jedoch die Oberhand - im Hintergrund Monique Kerschowski (Nr. 14)

Doch landete das Leder nach einem Schuss aus spitzem Winkel in den Armen von Muhle bzw. nach einer gefährlich herein geschlagenen Linksflanke auf dem Tornetz des deutschen Gehäuses.


Und die Deutschen? Bis auf einen gefährlichen Rechtsschuss von Julia Simic, welcher knapp am langen rechten Pfosten vorbei strich (60.), war vom Turnierfavoriten absolut nichts zu sehen...

Es musste sogar noch gezittert werden, als Muhle einen Flatterball von Taina Hartikainen aus 25 Metern Torentfernung fast ins eigene Tor fallen gelassen hätte (88.). Als die Frauen von Coach Michael Kaeld in der vierminütigen Nachspielzeit dann alles nach vorne warfen, machte die eingewechselte Marie Pollmann nach einem Konter bzw. einem schönen Flankenlauf von Juliane Maier über links alles klar und schob die Kugel aus 6 Metern locker zur endgültigen Entscheidung ein.

Juliane Maier

Juliane Maier bereitet hier die endgültige Entscheidung zum 2:0 durch Marie Pollmann vor und gehört sicherlich zu den positiven Erscheinungen dieses Turniers




Finnland:
Korpela - Hyyrynen, Tiilikainen (90. Björn), Hirvonen, Hoffén (76.Hietanen) - Westerlund, Hokkanen, Ruutu (71.Turtiainen), Kukkonen (71. Engblom), Nyman (46. Hartikainen) - Laihanen (55. Auvinen)

Trainer: Michael Kaeld

Deutschland:
Muhle - Faißt, Draws, Schiewe, Ewers - Blässe (58. Maier), Bock (69. Schwab), Keßler (77. Hamann), M. Kerschowski (77. Bunte) - Simic, Hartel (52. Pollmann)

Trainerin: Bettina Wiegmann

Tore:
0:1 Ewers (44.)
0:2 Pollmann (90.+2)

Gelbe Karten:Hirvonen,Turtiainen, Hyyrynen

Schiedsrichterin: Marte Sørø (NOR)

Zuschauer: ca. 80 (in Lisleby)



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