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Nordic Cup 2008, 3. Spieltag, Gruppe A:

Tolle Moral = Finale

Schweden - Deutschland 2:2 (1:0)

Text und Fotos von Martin Kochem

20.07.2008   Mit einer tollen Energieleistung und einem verdienten 2:2 - Remis gegen die Gastgeberinnen des diesjährigen Open Nordic Cup Tournaments erkämpften sich die Schützlinge von Bettina Wiegmann die dritte Finalteilnahme in Folge und erhalten nunmehr die Chance, sich in einer Neuauflage des Finales von 2007 gegen die USA für die letztjährige 0:4-Klatsche zu revanchieren.

Aufgrund eines heftigen Gewitters gut eine Stunde vor Spielbeginn hatten sich leider nur gut 500 Zuschauer im Faluner Stadion „Kopparvallen” eingefunden, welche jedoch ihr Kommen sicherlich nicht bereut haben dürften. Auf Seiten der deutschen Elf hatte sich Trainerin Bettina Wiegmann anstelle von Meike Weber für die kopfballstarke Juliane Höfler auf der so wichtigen „Sechserposition” entschieden und im Angriff bekam Sylvie Banecki anstelle von Stephanie Goddard ihre Chance in der Startelf.

Silvie Banecki

Silvie Banecki beeindruckte vor allem durch brillante Technik und starke Dribblings

Von Anfang an entwickelte sich bei dem durch Dauerregen aufgeweichten Naturrasen eine kampfbetonte Partie mit optischem Übergewicht der Skandinavierinnen, welche aufgrund der Tabellenkonstellation ja zum Siegen verdammt waren, während die deutsche Elf auf Konter lauern konnte. Dabei versuchten die Schwedinnen erwartungsgemäss immer wieder mit langen Bällen über die Flügel zu kommen, doch stand die deutsche Viererkette inklusive der wiederum fehlerfreien Lisa Weiß im Tor ausgezeichnet und ließ kaum etwas Nennenswertes zu.

Susi Hartel und Karin Lissel

Susi Hartel (rechts) im Zweikampf mit Karin Lissel

Nach etwa 20 Minuten bekam die deutsche Elf das Spiel zunehmend in den Griff und kam selbst zu ersten Angriffsversuchen, doch scheiterte Nicole Banecki gleich zwei Mal mit Distanzschüssen (21./41.) an der aufmerksamen schwedischen Torfrau Stephanie Öhrnström. Etwas überraschend fiel dann kurz vor der Pause doch der schwedische Führungstreffer, als ein Flatterball-Fernschuss von Linnea Liljegärd aus gut 25 Metern unter der Latte einschlug (42.).

Dieser Treffer wurde zum Weckruf für die deutsche Elf, die mit Wut im Bauch sowie Daniela Löwenberg


Faustabwehr Stephanie Öhrnström

Schwedens Torfrau Stephanie Öhrnström klärt hier per Faustabwehr vor der brandgefährlichen Silvie Banecki

für Josephine Schlanke aus den Kabinen kam. Insbesondere Sylvie Banecki brannte in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit ein wahres Feuerwerk ab und hatte zunächst noch Pech, als ihre Direktabnahme knapp am langen Pfosten vorbei strich (47.).

Nur zwei Minuten später war es dann aber soweit, als Torfrau Öhrnström Baneckis Knaller aus halbrechter Position nur abklatschen konnte und die mitgelaufene Bianca Schmidt aus kurzer Distanz nur noch abstauben musste – 1:1 (49.).

Nun waren die Gastgeberinnen wieder gefordert und kamen durch Umeås Mittelstürmerin Madelaine Edlund zur nächsten Chance, doch deren abgefälschten Schuss konnte Lisa Weiß mit den Fingerspitzen gerade noch so um den Pfosten lenken (57.). Drei Minuten später war Weiß allerdings machtlos, als wiederum Edlund nach einem Stellungsfehler in der deutschen Hintermannschaft über die linke Seite alleine aufs deutsche Tor zulief und die Kugel gekonnt zum erneuten Führungstreffer ins rechte obere Toreck schlenzte.

Madelaine Edlund und Katharina Baunach

Madelaine Edlund (rechts) war stetiger Unruheherd im schwedischen Angriff - hier kann Katharina Baunach dazwischengrätschen und klären

Dieser erneute Rückstand rief nun wieder das deutsche Team auf den Plan und die DFB-Elf hätte postwendend durch Bianca Schmidt beinahe gleich zurückgeschlagen, doch Schmidt rutschte an der Hereingabe von Isabel Kerschowski denkbar knapp vorbei (64.). Nachdem die Potsdamerin nur drei Minuten später mit einem Rechtsschuss auf die Oberkante der Latte Pech hatte, wurde ihr auch noch von Schiedsrichterin Långbacka nach einem elfmeterreifen Tackling von Sofie Persson der ersehnte Elfmeterpfiff verwehrt (75.).

Doch das Happy End ließ für das nimmer müde werdende deutsche Team trotz alledem nicht lange auf sich warten, als Isi Kerschowski eine lang auf den zweiten Pfosten getimte Hereingabe von Nicole Banecki zum vielumjubelten Ausgleichstreffer einköpfte (80.). In den letzten zehn Minuten (inklusive 4-minütiger Nachspielzeit) versuchten die Schwedinnen nochmal alles,


vergaben jedoch durch Edlund ihre letzte Chance kläglich (85.) und mussten am Ende den deutschen Mädels artig zum Finaleinzug gratulieren.

DFB-Trainerin Bettina Wiegmann zeigte sich nach Abpfiff vor allem von der tollen Moral ihrer Mannschaft sichtlich beeindruckt und hofft nunmehr im Finale gegen die USA, den Nordic Cup nach 2006 zum zweiten Male nach Deutschland holen zu können.

Bettina Wiegmann

DFB-Trainerin Bettina Wiegmann hat gut Lachen - am Ende stand ihr Team aufgrund der besseren Tordifferenz auf Platz eins der Tabelle und damit im Finale

Schweden:
Öhrnström – Wilhelmsson, Sembrandt, A. Nilsson, Jönsson (81. Lissel) – Liljegärd, Johansson, Karlsson (54. Persson) – Vaseghphanah (63. Moberg), Edlund, Stålhammar (68. Folkesson)

Trainerin: Malin Andersson

Deutschland:
Weiß – Marxkord, Schlanke (46. Löwenberg), Schiewe, Baunach - Thomas, Höfler, Schmidt, N. Banecki – I. Kerschowski, S. Banecki (75. Hartel)

Trainerin: Bettina Wiegmann

Tore:
1:0 Liljegärd (42.)
1:1 Schmidt (49.)
2:1 Edlund (60.)
2:2 I. Kerschowski (80.)

Gelbe Karte: Johansson

Schiedsrichterin: Lina Låangbacka (FIN)
Assistentinnen: Sarah Garatt (ENG), Catherine Eide (NOR)

Zuschauer: 501


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