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Nordic Cup 2008, 1. Spieltag, Gruppe A:

Holpriger Auftaktsieg

Deutschland – Finnland 2:0 (1:0)

Text und Fotos von Martin Kochem

16.07.2008   „Hauptsache gewonnen…” lautete der allgemeine Tenor nach dem doch mehr oder weniger holprigen 2:0 (1:0)-Auftaktsieg der deutschen Mannschaft beim diesjährigen „Open Nordic Tournament” über Finnland.

Vor exakt 284 (in diesem Jahr zahlenden!) Zuschauern im „Hillängen Idrottsplats” zu Ludvika gaben dabei zunächst die von Michael Käld gecoachten Skandinavierinnen den Ton an, ohne sich dabei jedoch zwingende Torchancen herauszuspielen. Insbesondere die Potsdamerin Essi Sainio sowie Linda Sällström von Djurgårdens IF sorgten auf finnischer Seite mit schnellen Vorstössen über die rechte Seite immer wieder für Gefahr und ließen insbesondere Linksverteidigerin Juliane Höfler einige Male schlecht aussehen.

Lisa Weiß

Torfrau Lisa Weiß (SG Essen-Schönebeck) war sicherer Rückhalt des deutschen Teams

Klare Einschussmöglichkeiten blieben jedoch Mangelware, so dass lediglich ein Volleyschuss von Linda Sällström (13.) sowie ein Schussversuch von Leena Puranen (23.) aus halblinker Position als nennenswerte Aktionen zu verbuchen waren, welche jeweils eine sichere Beute der äusserst souverän wirkenden deutschen Schlussfrau Lisa Weiß wurden. Ansonsten hätte man die erste Halbzeit getrost als Schlafmittel verkaufen können, denn sowohl auf deutscher als auch auf finnischer Seite wechselten sich Fehlpässe und Missverständnisse in schöner Regelmässigkeit ab. Von einem kontrollierten deutschen Angriffspiel war hingegen nichts zu sehen und ein Spiel ohne Ball fand kaum statt.

Isabel Kerschowski und Tuija Hyyrynen

Isabel Kerschowski holte den Elfmeter zum 1:0 heraus und erzielte das 2:0 mit einem herrlichen Solo selbst - hier lässt sie Tuija Hyyrynen im Laufduell geradezu stehen

Als sich beide Seiten schon mit einer dürftigen Nullnummer zur Halbzeit abgefunden hatten, durchbrach sodann ein – allerdings durchaus berechtigter - Elfmeterpfiff der schottischen Schiedsrichterin Morag Pirie die abendliche Idylle, welche das Tackling von Maija Saari in deren Laufduell mit Isabel Kerschowski als strafstoßwürdig einstufte und die finnische Kapitänin für deren Schlag in den Nacken der


U23 Deutschland

Die deutsche Startaufstellung beim ersten Gruppenspiel gegen Finnland:

Oben v.l.n.r.: Nicole Banecki, Bianca Schmidt, Carolin Schiewe, Stephanie Goddard, Juliane Höfler,
unten v.l.n.r.: Isabel Kerschowski, Daniela Löwenberg, Lisa Weiß, Karolin Thomas, Meike Weber, Katharina Baunach

Potsdamerin zudem mit der einzigen gelben Karte der äusserst fairen Partie bedachte. Katharina Baunach liess sich die Chance nicht entgehen und drosch das Leder zur zu diesem Zeitpunkt überraschenden deutschen Führung ins Netz (44.).

Katharina Baunach

Katharina Baunach verwandelte den Elfmeter ganz sicher zum 1:0

Dieser Treffer zum psychologisch günstigsten Zeitpunkt gab der deutschen Mannschaft sichtbar Auftrieb und das dadurch gewachsene Selbstbewusstsein spiegelte sich nach 52 Minuten insbesondere bei Isabel Kerschowski wieder, welche sich den Ball im Mittelfeld angelte, sage und schreibe fünf (!) finnische Gegenspielerinnen wie Slalomstangen stehen ließ und das Leder letztendlich eiskalt an der machtlosen Torfrau Tinja-Riika Korpela vorbei zum 2:0 einschob (52.) – ein Klassetor !

In der Folgezeit bekam die nur durch wenige „ältere” Spielerinnen ergänzte U20-Auswahl Deutschlands die Partie immer besser in den Griff, ohne allerdings so richtig in Spielfluss zu kommen, was allerdings sicherlich auch an den vielen Ein- und Auswechslungen gelegen haben dürfte. So vergab „Isi” nach Ablage der eingewechselten Susanne Hartel ihren zweiten Treffer nur knapp (63.) und letztgenannte scheiterte nach 85 Minuten im Nachschuss an der glänzend reagierenden finnischen Torfrau. Die Skandinavierinnen hingegen kreuzten lediglich noch einmal gefährlich vor dem deutschen Tor auf, als Linda Sällström auf der linken Seite durchgebrochen war, die Kugel allerdings am langen rechten Pfosten vorbeisetzte (88.).

So konnte sich die für Ulrike Ballweg bei diesem Turnier als Cheftrainerin eingesprungene


Bettina Wiegmann nach Abpfiff lediglich über das Ergebnis, nicht aber über die Gesamtleistung ihres Teams freuen:

„Mit der 1. Halbzeit bin ich ganz und gar nicht zufrieden, da war überhaupt keine Bewegung vor dem Ball. In der 2. Halbzeit haben wir uns dann – nicht zuletzt durch die gefallenen Tore - gesteigert und das Spiel danach einigermassen gut im Griff gehabt. Insgesamt ist das ganze aber noch sehr ausbaufähig… Unser Ziel ist und bleibt ja, das U20-Team bis zur WM in Chile einzuspielen und da kommt uns so ein Turnier wie der Nordic Cup gerade recht…”

Daniela Löwenberg und Leena Puranen

Daniela Löwenberg (links) im Laufduell mit Leena Puranen (rechts)



Deutschland:
Weiß - Löwenberg (62. Schlanke), Schiewe, Höfler, Baunach (69. Schröder) - Weber (79. Schellenberg), Thomas - Schmidt, Kerschowski, N. Banecki (59. Hartel) - Goddard (55. S. Banecki)

Trainerin: Bettina Wiegmann

Finnland:
Korpela – Hyyrynen (62. Nissinen), Saari, Tiilikainen (84. Porkka) – Hoffren (84. Sjöholm), Westerlund, Tjeder (62. Hartikainen), Sjölund (73. Laine), Puranen, Sällström - Sainio

Trainer: Michael Käld

Tore:
1:0 Baunach (44. Foulelfmeter)
2:0 I. Kerschowski (52.)

Gelbe Karte: Saari

Schiedsrichterin: Morag Pirie (SCO)
Assistentinnen: Lorraine Clark (SCO), Sarah Garatt (ENG)

Zuschauer: 284


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