U20 Weltmeisterschaft 2010, Gruppe D, 3. SpieltagSchon wieder Sydney LerouxSüdkorea - USA 0:1 (0:1) | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme 23.07.2010 Durch einen Sieg gegen Südkorea schaffte das Team aus den USA nach mäßigem Turnierbeginn nun doch noch den Gruppensieg. Begeisternd war es aber nicht, was die US-Girls an diesem dritten Gruppenspieltag in Bielefeld boten, und der Gegner agierte auch nicht auf allerhöchstem Niveau. Südkorea war nach zwei Siegen in den ersten beiden Spielen bereits für das Viertelfinale qualifiziert und Trainer In Cheul Choi hatte einigen seiner jüngeren Spielerinnen Einsatzzeiten gegeben und dafür etabliertere Kräfte seines Teams geschont. Von Beginn an hielten die Südkoreanerinnen das Spiel offen, am Ende wies die Statistik der Fifa sogar 57% zu 43% Ballbesitz für Südkorea aus. Dies ist allerdings auch ein Ergebnis der Taktik der amerikanischen Trainerin Jill Ellis, die ihr Team meist recht tief stehen ließ, um so Raum zu schaffen für die Konter, die regelmäßig auf Sydney Leroux ausgerichtet waren, die vier der bis dahin sechs amerikanischen Tore in diesem Turnier erzielt hatte. Hin und wieder begannen die Amerikanerinnen dann plötzlich fast überfallartig, offensiv zu spielen und Südkorea schon in der Abwehr zu attackieren. Das Spiel wurde vom deutschen Schiedsrichterinnengespann geleitet. Ganz links Assistentin Marina Wozniak, dann Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, ganz rechts Assistentin Inka Müller. Zweite von rechts die vierte Offizielle, Karolina Radzik-Johan aus Polen Diese für ein amerikanisches Team eher ungewohnt vorsichtige Taktik ging dann auch voll auf. In der 21. Minute führte Kapitänin Amber Brooks den Ball am Fuß durchs Mittelfeld, spielte die startende Leroux steil an, und schon war nur noch die Keeperin zwischen Leroux und dem südkoreanischen Tor. Das sind die Situationen, in denen Leroux ihre ganze Stärke ausspielen kann, und das zeigte sie erneut, die herauseilende So Ri Moon hatte nicht den Hauch einer Chance, Leroux verwandelte souverän. Nun konnten sich die Amerikanerinnen beruhigt wieder zurück fallen lassen, der Ball blieb fast nur in ihrer Hälfte - bei wenigen eigenen Kontern. Doch weiter als bis zum Strafraum kam Südkorea dabei nicht. Fast wie beim Handball zogen die Spielerinnen aus Korea das Spiel von einem Flügel zum anderen in die Breite - doch anders als beim Handball fehlte dann der Abschluss zum Tor. Doch defensiv standen die Südkoreanerinnen gut, ließen wenig zu, präsentierten sich insgesamt viel stärker als beim Testspiel gegen die deutsche Mannschaft in Gießen vor der WM. Die Startformation von Südkorea. Oben v.l.n.r.: Hyun Young Lee, Yeonga Jeong, Seon Joo Lim, Hye Ri Kim, Hae In Jung, So Ri Moon. Die Startformation der USA. Oben v.l.n.r.: Bianca Henninger, Christine Nairn, Kristie Mewis, Toni Pressley, Kendall Johnson, Maya Hayes. In der 37. Minute jedoch zeigte sich auch die US-Abwehr verwundbar: Südkorea führte einen schnellen Angriff über Hyon Young Lee, die gab weiter auf Yumi Kang, und es war nur der guten Reaktion der US-Keeperin Bianca Henninger zu verdanken, dass deren Schuss nicht den |
Das Tor des Tages: Sydney Leroux lockt Südkoreas Keeperin So Ri Moon in die eine Ecke und schießt im Fallen in die andere. Es war das fünfte Tor von Leroux im dritten Spiel, fünf der sieben Tore der Amerikanerinnen hat Leroux erzielt | |
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Ausgleich bedeutete. Bei diesem schnellen Angriff wären die US-Girls fast mit ihren eigenen Waffen geschlagen worden! Insgesamt fehlten den südkoreanischen Angriffen aber jede Effizienz, und als fünf Minuten vor dem Pausenpfiff die Amerikanerinnen endlich einmal richtig Druck machten, wurde schon deutlich, dass dieses US-Team stärker ist, als der Ballbesitz alleine vermuten lässt. Es blieb dann jedoch beim 0:1 Pausenstand. In der zweiten Halbzeit änderte sich nicht viel. Ballbesitz weiter vorwiegend bei Südkorea, doch der gefährlichste Angriff wurde von den USA vorgetragen. Doch diesmal scheiterte Leroux an Keeperin Moon. Aber dann, in der 57. Minute, kam auch Südkorea mal richtig durch, die eingewechselte So Yum Ji kam jedoch nicht an Keeperin Henninger vorbei. Bei einem kurz darauf folgenden Freistoß schwamm dann die US-Abwehr, doch Ji sprang knapp an einem gefährlichen Querpass vorbei. Zakiya Bywaters (rechts) war meist mit Abwehrarbeit beschäftigt und selten so offensiv wie in dieser Szene gegen Seon Joo Lim Als es den Amerikanerinnen endlich mal gelang, den Ball auch am südkoreanischen Strafraum mal eine Weile zu behaupten, kam prompt auch mal eine andere Amerikanerin statt immer nur Leroux zum Schuss, doch Moon parierte den Ball der eingewechselten Teresa Noyola. Dann war es aber gleich wieder Leroux, die die nächste Chance für die USA hatte, Moon, hielt, und als wenig später Moon dann auch einen Schuss von Zakiya Bywaters parierte, wurde deutlich, die USA können schon angreifen - wenn sie wollen. Das Spiel der USA ist ganz auf Sydney Leroux ausgerichtet In der 83. Minute klärte dann eine Südkoreanierin auf der Linie, nachdem Leroux bereits die Keeperin ausgespielt hatte. In den letzten 20 Minuten dominierten die US-Girls das Spiel klar, Südkorea kam kaum noch nach vorne. Doch in der Nachspielzeit produzierte eine US-Abwehrspielerin doch noch mal eine Kerze im eigenen Strafraum, die Amerikanerinnen bekamen den Ball |
nicht weg, der über mehrere Stationen unkontrolliert im Strafraum umher flipperte, doch es kam auch keine Südkoreanerin entscheidend an das Leder. Doch diese Szene zeigte, dass der Versuch, ein Spiel mit knappem Vorsprung locker über die Zeit zu bringen, ohne sich selbst noch groß um weitere Tore zu bemühen, leicht ins Auge gehen kann. Südkoreas Keeperin So Ri Moon blieb fehlerlos. Hier holt sie einen Ball schön aus dem Winkel Südkoreas Trainer In Cheul Choi zeigte sich nach dem Spiel trotz der Niederlage stolz auf seine Spielerinnen. In den letzten 20 Minuten mussten diese zu zehnt weiterspielen, weil sich eine Verteidigerin verletzt hatte, sie wurde mit der Trage aus dem Stadion gebracht und Südkorea hatte bereits drei mal gewechselt. US-Trainerin Jill Ellis bekannte, gar nicht gemerkt zu haben, dass Südkorea nicht mit der besten Mannschaft angetreten war. Sie hätten aber so oder so gewinnen müssen, so dass dies keinen Einfluss auf die Taktik gehabt habe. Karla Kick, das Maskottchen für die WM 2011, sorgte für Unterhaltung im Publikum und Freude bei den Kindern
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