U20 Weltmeisterschaft 2010, Gruppe BSchweden mit starken StürmerinnenSchweden - Neuseeland 2:1 (0:1) | ||
Text und Bilder von Tom Schlimme 14.07.2010 Das zweite Gruppenspiel der Gruppe B am ersten Spieltag der U20 WM in Bielefeld zwischen Schweden und Neuseeland bot wesentlich interessanteren Fußball als die Begegnung zuvor zwischen Brasilien und Norkorea. Es gab zahlreiche Torszenen und am Ende mit Schweden einen verdienten Sieger. Neuseeland gilt nicht gerade als Größe im Frauenfußball, doch man muss sagen, dieses U20 Team von "Down Under" hat Potential und ist für niemanden einfach zu bezwingen. Das mussten auch die favorisierten Schwedinnen merken, die erst einmal in Rückstand gerieten. Doch der Reihe nach: Schon in der zweiten Minute setzte sich Hannah Wilkonson rechts gegen die schwedische Abwehr durch, ihre Flanke wurde zu kurz abgewehrt, Nachschuss, knapp vorbei. Eine Duftmarke, die zeigen sollte, dass Neuseeland seine Stärken in der Offensive suchen würde. Durch diese klasse Einzelleistung von Hannah Wilkinson (Nr.7 weiß) ging Neuseeland in Führung: Wilkinson holt sich einen hohen Ball im Strafraum trotz Bedrängnis herunter, setzt sich gegen die in dieser Szene nicht gut aussehende Catrine Johansson (Nr.2 gelb) durch, verwandelt, jubelt und lässt sich feiern Doch auch Schweden versteckte sich nicht und kam in der achten Minute zu einer Chance, als sich Tilda Heimersson in den Strafraum Neuseelands kämpfte und schoss, doch Keeperin Erin Nayler fischte den Ball noch aus dem unteren kurzen Eck. Nach einem Eckstoß kam dann erneut Heimersson zu einem Schuss aus spitzem Winkel, der gerade noch von einer Abwehrspielerin ins Aus befördert werden konnte. Der folgende Eckstoß wurde abgewehrt, und im Gegenzug kam Neuseelands Renee Leota zu einem Schuss, der nur haarscharf vorbei ging. Wieder gleich beim nächsten Angriff kam dann Schwedens Sofia Jakobsson zu einer Torchance, die aber noch ungenutzt blieb. So ging es in der ersten Halbzeit hin und her, beide Teams hielten sich nicht lange im Mittelfeld auf, brachten den Ball schnell nach vorne, und beide Sturmreihen machten ihren abwehrenden Gegenspielerinnen das Leben schwer, so dass sich abwechselnde Torgelegenheiten auf beiden Seiten in hoher Zahl folgten. |
Die Schwedin Sofia Jakobsson, die sich hier gegen Hannah Wall durchgesetzt hat und zum Flanken kommt, war zusammen mit Doppeltorschützin Antonia Göransson die Spielerin des Spiels. Wer diese starken schwedischen Stürmerinnen nicht stoppen kann, hat gegen Schweden keine Chance! | |
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Bei Schweden besonders zu nennen ist Stürmerstar Sofia Jakobsson, die kaum zu halten war. In der 26. Minute spielte Jakobsson ihre Gegnerin Bridgette Armstrong aus, zielte dann genau aufs Eck, die Keeperin hätte nicht den Hauch einer Chance gehabt, doch der Ball ging nur an den Pfosten. Auch Antonia Göransson stellte ihre Gegnerinnen vor kaum lösbare Probleme. Doch in der ersten Halbzeit standen dem Rosie White und Hannah Wilkinson aus Neuseeland kaum nach. Wilkinson war es dann auch, die einen steil gespielten hohen Ball im Strafraum erreichte, sich gegen zwei Schwedinnen durchsetzte und dann noch das Glück hatte, dass Keeperin Hilde Carlen zwar herauskam, den Ball aber nicht erwischte, so dass Wilkinson freie Bahn zum 0:1 für Neuseeland hatte. Die Schwedinnen machten zwar Druck und hatten weiter gute Chancen, doch auch Neuseeland blieb gefährlich, und einer guten Chance Schwedens folgte gleich darauf eine gute Gelegenheit für Neuseeland. So ging es nach einer spannenden und interessanten ersten Halbzeit mit einer Führung für Neuseeland in die Kabinen. Die zweite Häfte brachte dann gleich einen satten Schuss von Rosie White aufs schwedische Gehäuse, doch Hilda Carlen hatte mit dem genau auf sie zu kommenden Ball kein Problem. Insgesamt machte Schweden jetzt aber mehr Druck und erkämpfte sich eine immer stärker werdende Überlegenheit. Jakobsson wurde in höchster Not im neuseeländischen Strafraum von Armstrong noch abgeblockt. Noch setzte Neuseeland gefährliche Konter zwischen die schwedischen Angriffe, in der 59. Minute kam Wilkinson noch einmal gefährlich zum Schuss, doch Carlen war rechtzeitig unten. Fast im direkten Gegenzug dann wieder Jakobsson mit einem Klasselauf, ließ zwei Gegenspielerinnen stehen, sah Göransson, und die verwandelte zum 1:1-Ausgleich. Neuseeland wehrte sich aber weiter, Renee Leota knallte einen Ball erst mit voller Wucht an den Kopf von Elin Borg, holte sich dann den Abpraller zurück, während die Schwedin zu Boden ging, und donnerte diesen mit Karacho an die Latte - Pech für Neuseeland in dieser Phase und Ausgleich nun auch nach Pfostenschüssen. Doch insgesamt wurde das Spiel einseitiger, Schweden stärker. Neuseelands Keeperin Erin Nayler holte eine Flanke gerade noch vom Kopf der einköpfbereiten Göransson, doch wenig später missriet ihr ein Abschlag, der Ball wurde abgefangen, Göransson lief mit Ball in den Strafraum, wurde von hinten noch gestoßen, fiel aber nicht, sondern setzte sich durch und brachte den Ball im neuseeländischen Tor unter. Wenig später wurde die nicht nur in dieser Szene bärenstarke zweifache Torschützin Antonia Göransson dann unter lautem Beifall ausgewechselt. Das Siegtor für Schweden: Antonia Göransson (15) lässt sich von Neuseelands Nummer fünf, Briony Fisher, nicht stören, bleibt im Strafraum auf den Beinen und verwandelt Das Spiel war nun entschieden, Schweden dominierte klar, hatte weitere Torgelegenheiten, während von Neuseeland nicht mehr viel kam. Im |
Zweikampf zeigten sich gerade die schwedischen Stürmerinnen gegenüber den neuseeländischen Abwehrspielerinnen robuster und zweikampfstärker. In der Nachspielzeit aber kam Neuseeland dann doch noch zu zwei guten Gelegenheiten und hätte in den Schlusssekunden noch den Ausgleich erzielen könnte, der dann zwar nicht dem Spielverlauf entsprochen hätte, aber gezeigt hätte, dass die schwedische Abwehr auf jeden Fall verwundbar ist - und Neuseeland über beachtliche Offensivqualitäten verfügt. So zeigte sich auch Neuseelands Trainer Tony Readings in der Pressekonferenz nach dem Spiel sehr enttäuscht. „Wir können besser spielen, wir haben heute nicht das gezeigt, was wir in den Vorbereitungsspielen geboten haben, ich bin sehr enttäuscht, wie dieses Spiel gelaufen ist!” „Wir sind glücklich, dass wir gewonnen haben,” erklärte Schwedens Trainer Calle Barrling. „Wir waren darauf vorbereitet, dass es ein schweres Spiel gegen den körperlich wohl stärksten Gegner der Gruppe wird. Unser Team hat Charakter gezeigt, nach dem Rückstand zurück zu kommen. Aber in den letzten Sekunden der Nachspielzeit wurde es noch einmal sehr eng. Für viele unserer Spielerinnen war es das erste Endrundenspiel in einem solchen Turnier, und auch wir können noch besser spielen, als wir heute gezeigt haben” schloss Barrling mit dem berechtigten Hinweis darauf, dass es die erste U20-WM-Teilnahme überhaupt ist, die Schweden erreicht hat. Die Startformation von Schweden. Oben v.l.n.r.: Emilia Appelvist, Mia Karlsson, Jennifer Egelryd, Antonia Göransson, Olivia Schough. Die Startformation von Neuseeland. Oben v.l.n.r.: Chelsey Wood, Hannah Wilkinson, Biony Fisher, Bridgette Armstron, Erin Nayler, Anna Green.
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