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U20 Weltmeisterschaft 2010, Viertelfinale

Kolumbien schafft die Sensation

Schweden – Kolumbien 0:2 ( 0:2)

Text von Karin Reuter

27.07.2010   Im Kampf der Debütanten um den Einzug ins Halbfinale hat überraschenderweise Kolumbien die Oberhand behalten und zieht nach einem 0:2 Sieg über Schweden, noch nicht einmal unverdient, in die nächste Runde ein.

Nach dem schwedischen Erfolg in den Gruppenspielen waren die Erwartungen vor dem Spiel gegen die Südamerikanerinnen hoch. Während Trainer Calle Barrling auf seine Startelf des vergangenen Spieles vertraute, nahm sein Kollege aus Kolumbien Ricardo Rozo gleich vier Veränderungen vor.

Startaufstellungen

Die Startaufstellungen von Schweden (oben) und Kolumbiem

Bild: Frank Scheuring

Mit Anpfiff des Spiels begannen die Kolumbianerinnen mit guten Kombinationen und druckvollem Angriffsspiel. Schweden fand nicht das richtige Rezept, um Kolumbien Paroli bieten zu können. Innerhalb von fünf Minuten wurden gleich mehrere gute Chancen für Kolumbien herausgespielt. Doch die Schüsse wurden entweder von der schwedischen Torfrau Hilda Carlen pariert oder verfehlten knapp das Tor.

In der zehnten Minute wurde es wieder einmal brenzlig für die Skandinavierinnen, als diese den Ball nicht unter Kontrolle bekamen. Yorely Rincon schaltete am schnellsten und schoss das Leder von der Strafraumlinie aufs Tor, aber ihr Abschluss war ohne Präzision und zu harmlos. Eine Minute später machte Rincon es dann aber besser und servierte einen Hammerschuss unhaltbar zum 0:1 ins linke obere Eck.

Fans Kolumbien

Die kolumbianischen Fans konnten stolz auf ihre Mannschaft sein!

Bild: Frank Scheuring

Mit der Führung im Rücken wurden die Südamerikanerinnen immer selbstbewusster und erarbeiteten sich Chance um Chance. Erst stürmte Lady Andrade in den schwedischen Strafraum und konnte nur mit Ach und Krach am Torerfolg gehindert werden, kurze Zeit später war es Kapitänin Natalia Gaitan, die mit einem brandgefährlichen Distanzschuss knapp verfehlte.

Tilda Heimersson

Kolumbien immer mit Doppelbewachung, hier ist Tilda Heimersson ohne Chance

Bild: Frank Scheuring


Strafraumszene

Einer der wenigen schwedischen Angriffe. Doch die in den vorherigen Spielen so starke Sofia Jakobsson (Nr. 9) blieb in dieser Szene wie auch sonst im Spiel erfolglos

Bild: Frank Scheuring

Kurze Zeit später durften die kolumbianischen Fans wieder jubeln! Durch einen kapitalen Abwehrfehler von Elin Borg kam Kolumbiens Stürmerin Tatiana Ariza zu einer Chance, die sie sich auch nicht mehr nehmen ließ und verdoppelte die Führung. Coach Calle Barrling reagierte sofort und nahm Defensivspielerin Borg aus dem Spiel und brachte dafür Catrine Johansson.

Calle Barrling und Emilia Appelqvist

Schwedens Coach Calle Barrling versuchte das Spiel von der Bank aus zu drehen. Hier gibt er letzte Anweisungen an Emilia Appelqvist

Bild: Karin Reuter

Erst nach 31 Minuten die erste Chance für Schweden! Sofia Jakobsson setzte sich gegen die kolumbianische Defensive gut durch, leitete den Ball weiter auf Mia Karlsson. Diese zog direkt ab, doch ihr Drehschuss landete in den Armen von Torhüterin Paula Forero. Die Skandinavierinnen leisteten sich aufgrund der mangelnden Konzentration viele Fehlpässe und Ballverluste. Im Angriff überboten sie sich an Harmlosigkeit, während die Kolumbianerinnen, mit der Führung im Rücken, beruhigt aufspielen konnten.

Natalia Ariza gegen Amanda Ilestedt

Die Kolumbianerinnen brachten eine gute Abwehrleistung, hier sichert Natalia Ariza gegen Amanda Ilestedt

Bild: Frank Scheuring

Die technisch starken Südamerikanerinnen blieben bis zur Pause weiterhin spielbestimmend und gestatteten den Schwedinnen keine nennenswerte Chance mehr.

Nach Wiederbeginn kam das „Drei-Kronen-Team” etwas besser ins Spiel und versuchten mit mehr Pressing den Spielaufbau der Südamerikanerinnen zu stören. Aber nach wie vor fehlte es im Mittelfeld an Kreativität und die Zeit lief ihnen davon. Ab der 50. Minute flachte das Spiel extrem ab; denn die Südamerikanerinnen mussten lediglich das Resultat über die Zeit bringen. Schweden mühte sich redlich, war aber im Endeffekt zu ideenlos. So wurde z.B. jeder Angriff über Stürmerin Jakobsson aufgezogen, doch diese wurde von ihren Gegnerinnen gut bewacht.

In der 72. Minute hätte Carolina Arias sogar noch auf 0:3 erhöhen können, scheiterte aber an Carlen. Aber auch die Schwedinnen hatten in den


Schlussminuten noch mal eine Riesenchance zum Anschlusstreffer durch Jakobsson, doch Arias konnte den Ball noch soeben mit dem Fuß von der Linie kratzen.

Paula Foren

Jubelpose von Kolumbiens Keeperin Paula Foreno nach dem Schlusspfiff...

Bild: Frank Scheuring

Frustriert vom Spielverlauf warfen die Schwedinnen nun alles nach vorne, konnten sich aber nicht entscheidend durchsetzen, so dass sie sich mit der 0:2 Niederlage abfinden mussten. Trainer Ricardo Rozo war überglücklich und gratulierte seiner Mannschaft zu dem historischen Sieg und dem doch etwas überraschenden Einzug ins Halbfinale. Schwedens Coach Calle Barrling zeigte sich frustriert, da sei nicht die schwedische Mannschaft auf dem Platz gewesen, die er kenne.

Ingrid Vidal

... und auch Ingrid Vidal freute sich tierisch über den Einzug ins Halbfinale!

Bild: Karin Reuter

Schweden:
Carlen - Kullberg, Borg (26. Johansson), M. Karlsson, Appelqvist, Alfsson (78. Stork), Jakobsson, Heimersson, Ilestedt, Goransson, K. Karlsson (55. Schough)

Kolumbien:
Forero - Gaitan, N. Ariza, Montoya (83. Ortiz), Sanchez (88. Montoya), Rincon, Salazar, Dominguez, T. Ariza, Andrade (90+3 Vidal), Arias

Tore:
0:1 Rincon (11.)
0:2 T. Ariza (22.)

Gelbe Karten: Stork / Andrade

Schiedsrichterin:Hong Eun Ah (KOR)
mit Allyson Flynn (AUS) und Sarah Ho (AUS)

Zuschauer: 4.735


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