U20 Weltmeisterschaft 2010, Gruppe C & D„Afrikanisches Feeling” im Bochumer WM-StadionNigeria – Mexiko 1:1 ( 1:0), Ghana – Schweiz 2:0 (2:0) | ||
Text und Bilder von Karin Reuter 24.07.2010 Gleich zwei afrikanische Mannschaften und deren Fans sorgten für eine ausgelassene Stimmung auf den Rängen. Dabei sah es zu Anfang noch ganz anders aus, hatten doch die nigerianischen Fans extreme Probleme, ihre Trommeln ins Stadion zu bekommen; denn völlig unverständlicherweise wollte die Security diese nicht erlauben. Aber nach vielem hin und her klappte es dennoch und eine tolle Atmosphäre durch Rasseln, Ratschen, Trompeten und Trommeln begeisterte die anwesenden Fans. Selbst unsere U20 Mädels waren davon fasziniert und schauten sich das Ganze einige Minuten an. Der dritte und letzte Spieltag der Gruppenphase für Bochum brachte gleich vier neue Mannschaften in die Ruhrmetropole. So bestritten in der Gruppe C die beiden ungeschlagenen Teams Mexiko und Nigeria ihr Spiel. Zwecks Einzug ins Viertelfinale reichte beiden ein Unentschieden vollkommen aus. Aus der Gruppe D zog es Ghana und die Schweiz nach Bochum, wobei die Ghanaer noch einen kleinen Funken Hoffnung auf den Einzug in die nächste Runde haben durften. Die Schweiz hingegen hatte mit zwei Niederlagen keine Möglichkeit mehr. ![]() Nigerianische Fans verstehen die Welt nicht mehr: Es gab eine Riesendiskussion mit der Security, ob das Mitbringen von Trommeln ins Stadion erlaubt ist. Zum Glück zeigte sich die Security dann einsichtig und ließ Trommler und Trommeln ein, die Stimmung war gerettet
Nigeria – Mexiko 1:1 ( 1:0) ![]() Mexikos Stephany Mayor kämpft hier am Boden noch gegen Ebere Orji Das Spiel beider Teams begann vorsichtig, keiner der beiden wollte im letzten Spiel der Gruppenphase den möglichen Einzug ins Viertelfinale verpassen. Mexiko war in der Anfangsphase die treibende Mannschaft und hatte bereits in den ersten Minuten durch Angelica Figueroa (6.) und Kenti Robles (11.) die große Möglichkeit in Führung zu gehen. Nigerias Schlussfrau Alaba Jonathan zeigte in beiden Situationen leichte Unsicherheiten. ![]() Kenti Robles hat hier Joy Jegede ausgespielt Nigeria, wesentlich verhaltener als in den vergangenen Partien, nutzte gleich die erste große Möglichkeit zur Führung. Einen Distanzschuss von Amarachi Okoronkwos konnte Mexikos Torfrau Santiago gerade noch mit Mühe zur Ecke klären. Den Eckstoss zirkelte Helen Ukaonu punktgenau auf die am langen Pfosten stehende Esther Sunday. Diese köpfte auf Ebere Orji, die aus kurzer Entfernung zum 1:0 einschieben konnte. Nigeria nun mit Aufwind, zeigte nun einige technische und akrobatische Einlagen, die aber allesamt nichts einbrachten. Mexiko, wenig geschockt, versuchte nun seinerseits den Ausgleich zu erzielen und hatte durch Stephany Mayor noch die größte Chance in der ersten Halbzeit. Diese aber rutschte, frei vor dem Tor stehend, aus. ![]() Zwei Mexikanerinnen sind hier von vier nigerianischen Abwehrspielerinnen umgeben. Auf beiden Seiten war die Abwehr meist in der Überzahl Nach der Pause wechselten gleich beide Mannschaften ihre Starstürmerinnen aus, das Spiel wurde recht schleppend |
Afrikanische Fans sorgten für Stimmung im Bochumer Stadion | |
bis langweilig. Die Mexikanerinnen versuchten zwar früher zu stören, um den Spielaufbau der Nigerianerinnen zu unterbinden, aber es dauerte bis zur 63. Minute, bis überhaupt einmal ein Hauch einer Torchance gegeben war. Natalia Gomez Junico verfehlte per Kopf das gegnerische Tor. In der 77. Minute konnte Mexiko dann doch noch jubeln. Nach drei Ecken in Folge konnte Alina Garciamendez, nach Zuspiel von Natalie Garcia, den Anschlusstreffer erzielen. Anscheinend gaben sich beide Teams mit dem Remis zufrieden; denn in der Schlussphase passierte nicht mehr viel. Durch dieses Remis haben sich beide für die K.o.-Phase qualifiziert. ![]() 13 Minuten vor Spielende hat Alina Garciamendez den Ausgleich erzielt und ihr Team damit ins Viertelfinale geschossen. Entsprechend groß war der Jubel bei Mexiko
Nigeria: ![]() Die deutschen U20-Spielerinnen schauten als Zaungäste zu
![]() Chaos im Schweizer Strafraum: Keeperin Kueffer ist schon geschlagen, Vanessa Pittet stellt sich im Stile einer Torhüterin auf die Linie Ghana legte los wie die Feuerwehr und hatte bereits nach wenigen Sekunden die erste große Chance. Die Schweizerin Samira Susuri verlor den Ball im Mittelfeld. Ghanas Dadson schaltet am schnellsten und registrierte, dass die Schweizer Torfrau Kueffer zu weit vor dem Tor stand. Doch ihr Heber aus ca. 30 Metern verfehlte knapp das Tor. Aber die Schweiz konterte sofort. Schönes Zuspiel auf die beim Hamburger SV spielende Ana Maria Crnogorcevic, die einfach vom 16ner abzog. Ghanas Torfrau Patricia Mantey konnte nur abklatschen. Immer wieder versuchte die Schweiz durch lange Bälle |
Crnogorcevic anzuspielen, die es als einzige Sturmspitze sehr schwer hatte. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. ![]() Ghanas Torfrau Patricia Mantey Nach 19 Minuten musste das Spiel für ein paar Minuten unterbrochen werden. Ghanas Janet Egyir wurde behandelt und konnte nicht mehr weiterspielen. Dafür brachte Coach James Dadzie dann in der 25. Minute Cynthia Adobia. Nach einem Foulspiel von Bouakaz in Höhe des Strafraums führte Elizabeth Cudjoe den fälligen Freistoß aus und bediente schulbuchmäßig Kapitänin Elizabeth Addo, die keine Mühe hatte zum 1:0 einzunetzen. Wenige Minuten später durfte Ghana erneut jubeln. Nach einem wahnsinnigen Pass von Edem Atoyor über 30 Meter tauchte Cudjoe vor dem Tor der Schweizer Keeperin auf und schob ohne Probleme zum 2:0 ein. ![]() Unzufriedenheit bei der Schweiz: Ana Maria Crnogorcevic (rechts) diskutiert mit Lara Keller. Die Schweiz blieb als einziges Team dieser WM-Endrunde ohne Torerfolg, kassierte aber 11 Gegentreffer In der zweiten Halbzeit versuchten die Eidgenossinnen mehr Druck zu machen, fanden aber keinen Weg durch die kompakte Abwehr der Ghanaerinnen. Gleich zwei Mal scheiterte Crnogorcevic an Ghanas Torfrau Mantey. Nach einem schweren Foul an Chantal Fimian, die anschließend verletzt vom Feld getragen werden musste, machte man sich große Sorgen über deren Gesundheitszustand. In der Nachspielzeit wurde, nach einem heftigen Disput, der Schweizer Coach von der Unparteiischen auf die Tribüne geschickt. Trotz des Erfolges über die Schweiz konnte sich Ghana letztendlich nicht für die nächste Runde qualifizieren, weil die USA gegen Südkorea gewannen, und muss nun ebenfalls die Heimreise antreten. ![]() Enttäuschung bei Ghana: Gewonnen und doch verloren...
Ghana:
| |