U20 Weltmeisterschaft 2010, Gruppe CSpannung in der Gruppe CNigeria – Japan 2:1 (2:0) England – Mexiko 0:1 (0:0) | ||
Text : Roland Baumann Bilder: Sascha Pfeiler 19.07.2010 Der zweite Spieltag brachte in der Gruppe C überraschende Ergebnisse. Die 0:1 Niederlage gegen Mexiko bedeutet für das Team aus England aktuell Platz vier in der Gruppe. Da aber die siegreichen Teams aus Nigeria und Mexiko im letzten Gruppenspiel gegeneinander antreten, ist noch keine Entscheidung gefallen. Sollten am kommenden Mittwoch keine Remis erzielt werden, werden die Rechenkünstler gefragt sein. In Gegensatz zum ersten Spieltag am Mittwoch waren heute – am Samstag – doch deutlich mehr Zuschauer in der Augsburger WM Arena. Dabei hatte es anfangs moderate 25 Grad, die gegen Ende des zweiten Spiels gar auf 16 Grad bei teils heftigem Regen sanken. Am Tag zuvor herrschten hier noch Temperaturen von weit über 30 Grad. Wohl dem, der für entsprechende Bekleidung gesorgt hatte. Offiziell wurden 3100 Zuschauer gezählt, von denen der aktivste Teil aus Nigeria stammte. Unermüdlich unterstützten sie in ihrer unnachahmlichen Art mit Pauken und Trompeten, sowie den fröhlichen Gesängen ihre Mannschaft. Vermutlich ein Alptraum für jeden Betreiber eines deutschen Frauenfußballplatzes, der sogleich Anzeigen lärmgestörter Anwohner befürchten muss. ![]() Die Fans aus Nigeria sorgten für fröhliche Stimmung, wie sie bei keinem Spiel fehlen sollte.
Nigeria – Japan 2:1 (2:0): ![]() Japans Verteidigerinnen taten sich schwer gegen Nigerias Nummer 8, Ebere Orji. Hier versucht Shoko Yamada den Ball zu behaupten. Die zweite Spielhälfte brachte zunächst wieder Vorteile für Nigeria. Ein schnell vorgetragener Angriff über drei Stationen wurde aber von Ebere Orji zu überhastet abgeschlossen. Dann aber kamen die Asiatinnen zum Zuge. In der 60. Minute sollte ein schöner Pass von halblinker Position auf Yuika Sugasawa kommen, aber Keeperin Jonathan war schneller. Weniger Glück hatte die Torhüterin beim nächsten Angriff, als sie einen scharf getretenen Schuss nur abprallen lassen konnte. Iwabuchi war zur Stelle und erzielte den Anschlusstreffer. In der Folgezeit wogte die Partie hin und her. Ein Angriff über die linke nigerianische Seite brachte erneut Orji aus spitzem Winkel in Schussposition, doch hatte Japans Keeperin Yamane längst ihre Anfangsnervosität überwunden und klärte mit gutem Reflex zur Ecke. Wenig später musste Martina Ohadugha in höchster Not gegen Sugasawa klären und im Gegenzug tauchte Orji alleine vor Yamane auf, die aber mit der Fußspitze das Leder aus der Gefahrenzone bringen konnte. Nachdem eine Eckenserie für Japan um die 80. Minute nicht einbrachte, kamen die Afrikanerinnen nochmals zu guten Möglichkeiten. Ein erster Angriffsversuch wurde von der japanischen Abwehr nicht unter Kontrolle gebracht. Der Ball kam zu Desire Oparanozie, die aus etwa 20 Metern nur den Pfosten traf. Und gleich drauf konnte sich Nippons Keeperin Yamane mit einer weiteren Glanzparade auszeichnen. |
Im zweiten Spiel des Tages überraschte Mexiko mit dem Sieg gegen die als Favorit gehandelten Engländerinnen. Hier ein Kopfballduell zwischen Toni Duggan (9) und Alina Garciamendez | |
Bereits nach 17 Minuten konnte Desire Oparanozie (9), zusammen mit Ebere Orji und Esther Sunday (7), ihren Treffer zum 2:0 feiern Das Spiel endete dann ziemlich tumultartig. Ein letzter Angriff der Afrikanerinnen wurde abgefangen, wobei sich eine Nigerianerin verletzte und im japanischen Strafraum liegen blieb. Der Gegenzug der Japanerinnen brachte einen Eckball ein. Obwohl Referee Cristina Dorcioman sowohl von den nigerianischen Spielerinnen, als auch von Keeperin Yamane auf die Verletzte aufmerksam gemacht wurde, ließ Dorcioman keine Betreuer auf den Platz, sondern erst den Gegenangriff zu Ende spielen und dann den Eckstoß für Japan ausführen, um anschließend das Spiel abzupfeifen. Weder die Spielerinnen, noch die Zuschauer konnten sich mit dieser Entscheidung anfreunden. Unter dem Strich blieb ein knapper Sieg für Nigeria, der ein Schritt in Richtung Viertelfinale bedeutet. ![]() Jubel nach dem Schlußpfiff bei Nigeria, hier mit Cecilia Nku, während Mana Iwabuchi mit ihrem Anschlusstreffer nicht zufrieden war und sich am Liebsten verkriechen mochte
Nigeria:
England - Mexiko 0:1 (0:0): |
Während die Britinnen mit ihrer robusten, aber fairen Spielweise, klar zweikampfstärker waren, konnten die Mittelamerikanerinnen mit Balltechnik und mannschaftlicher Geschlossenheit gefallen. Die zweite Halbzeit begann mit vielen leichten Fehlern mit der Folge, dass nur wenig Spielfluss zustande kam. Nach etwa 10 Minuten übernahmen die Europäerinnen wieder die Initiative. Erst versuchte es die sehr einsatzfreudige Jordan Nobbs nach guter Vorarbeit mit einem Distanzschuss. Aber auch bei einen Angriff über die linke Seite von Demi Stokes und einem weiterem strammen Schussversuch von Nobbs gab es nur einen Sieger, Mexikos Keeperin Cecilia Santiago, die nicht zu überwinden war. ![]() Zunächst war das Team aus Old England im Vorteil - hier überläuft Toni Duggan ihre Gegenspielerin Bianca Sierra ... Mitten in die englischen Angriffsbemühungen gelang Charlyn Corral mit einem Befreiungsschlag der geniale Steilpass genau in die Schnittstelle der englischen Abwehr. Renea Cuellar war nicht mehr aufzuhalten und versetzte auch Rebecca Spencer. Mexiko führte 1:0. Der Treffer zeigte Wirkung. Urplötzlich lief nichts mehr bei den Engländerinnen, während Mexiko wieder zu mehr Teamgeist fand und damit auch mehr Ballkontrolle erringen konnte. Wieder neutralisierten sich über längere Zeit beide Teams. 20 Minuten nach dem Führungstreffer gab es fast die gleiche Situation. Wieder ein super Steilpass für Cuellar, dazu noch eine Unsicherheit bei Spencer im Tor, die den Zeitpunkt zum Rauslaufen verpasste, doch verstolperte Cuellar im letzten Moment den Ball. Die Chance, vorzeitig alles klar zu machen, war vorbei. Statt dessen kamen die 'Three Lions' wieder. In der 84. Minute brachte Mexiko den Ball nicht aus dem Strafraum, Jade Moore kam aus acht Metern zu einem Drehschuss, aber Santiago im mexikanischen Gehäuse lenkte mit einem klasse Reflex das Leder über die Latte. In den Schlussminuten hatte England nochmals zweimal die Chance zum Ausgleich. Doch den weiten Schlag von Chelsea Weston vors mexikanische Tor verpasste Nobbs, nicht aber Santiago. Die letzte Chance hatte Kerys Harrop, als sie nach einem Eckstoß den Ball per Kopf knapp über die Latte lenkte. So blieb es bei dem für Mexiko etwas glücklichen 1:0. Den größten Anteil daran hatte sicherlich Cecilia Santiago, die mit ihren tollen Paraden den Sieg festhalten konnte. ![]() ... doch am Ende war Mexiko obenauf. Hier kommt Isobel Christiansen gegen Alina Garciamendez zu spät.
England:
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