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U-20 Weltmeisterschaft 2010, Viertelfinale

Deutschland souverän ins Halbfinale

Deutschland – Nordkorea 2:0 (1:0)

Text von Sandra Kunschke

25. Juli 2010   Bochum scheint das Team von Maren Meinert zu beflügeln! Die Deutsche U20 Nationalmannschaft hat sich im Viertelfinale erfolgreich gegen Titelaspirant Nordkorea mit 2:0 durchgesetzt. So trifft die Mannschaft von Maren Meinert nun im Halbfinale auf Südkorea.

Von Beginn an legte die deutsche Mannschaft den Gang nach vorne ein. In der ersten Halbzeit konnten die quirligen Koreanerinnen ab und an noch mithalten, fielen aber mehr durch ihre harte und teils unfaire Gangart auf. Das DFB-Team agierte konzentriert und hätte bereits nach knapp fünf Minuten in Führung gehen können. Ein präziser Pass von Dzsenifer Marozsan in die Spitze auf Alexandra Popp, aber deren Schuss ging knapp am Tor vorbei. Gut 15 Minuten gespielt, versuchte Kim Kulig es aus der Distanz.

Es wurde um jeden Ball geschubst und gedrängelt, wie hier am Beispiel Choe Mi Gyong gegen Marina Hegering.

Bild: Volker Nagraszus

In der Folge probierten die Nordkoreanerinnen ebenfalls ihr Glück aus der Distanz. Den Schuss von Choe Mi Gyong konnte die gut agierende Kristina Gessat noch vor Torhüterin Almuth Schult klären. Auch die Versuche von Hyon Un Hui und Jon Myong Hwa gingen jeweils über die Latte. In der 18. Minute große Aufregung im koreanischen Strafraum, als nach einer Flanke von Huth Alexandra Popp zu Fall gebracht wurde. Aber der erhoffte Pfiff von Schiedsrichterin Silvia Reyes blieb in dieser Situation ebenso aus wie knapp 15 Minuten später, als Kulig im Strafraum von Yun Song Mi gefoult wurde.

Brenzlige Situation im Strafraum als Jon Myong Hwa Kim Kulig von den Beinen holte und mehr als 16.000 Zuschauer einen Strafstoß gesehen haben wollten.

Bild: Thomas Thienel

Nach 34. Minuten hatte Marozsan die bis dato beste Möglichkeit zum Führungstreffer. Aus spitzem Winkel und kurzer Distanz scheiterte sie aber an der nordkoreanischen Torhüterin Myong Hui Hong. Unmittelbar vor der Pause der lang ersehnte Treffer für das deutsche Team. Nach einem Freistoß von Dzsenifer Marozsan ist wieder einmal Alex Popp zur Stelle und versenkte das Leder mit einem fulminanten Distanzschuss. Dies war bereits ihr siebter Treffer bei diesem Turnier.



Auch Dzsenifer Maroszan war eines der Opfer der rüden Spielweise der Nordkoreanerinnen.

Bild: Thomas Thienel

Nach der Halbzeit machte die DFB-Elf da weiter wo sie aufgehört hatte und spielte druckvoll weiter. So hatte Marozsan bereits kurz nach Wiederanpfiff die Chance zu erhöhen, als sie allein vor dem gegnerischen Tor stand. Doch die herauseilende Keeperin Myong Hui Hong konnte Schlimmeres für ihr Team verhindern.


Tore verleihen Flügel! Anscheinend besonders bei Alexandra Popp, die in dieser Partie ihren siebten Treffer erzielte. Mit ihr freuten sich besonders Sylvia Arnold und Kapitänin Marina Hegering.

Bild: Volker Nagraszus

Nach wiederholtem Foulsspiel von Stürmerin Choe Mi-Gyong sah diese die gelb-rote Karte und musste den Platz verlassen – nun waren die Weichen für die deutsche Mannschaft vollends auf Richtung Halbfinale gestellt. Das spürten auch die über 16.000 Zuschauer und unterstützenden ihr Team mit Schlachtgesängen und der immer wieder gern gesehenen Laola-Welle.

Choe Mi-Gyong ist nach ihrer gelbroten Karte auf dem Weg in die Kabine, während ihr Trainer Choe Kwang-Sok die vierte Unparteiische gerne fressen möchte :-)

Bild: Thomas Thienel

Beflügelt von der grandiosen Stimmung legte das deutsche Team in der Folgezeit noch einen Zahn zu. Erst traf Marina Hegering mit ihrem Schuss aus gut 20 Metern nur das Aluminium, kurz danach war es Popp, die nach Zuspiel von Tabea Kemme knapp über das Tor schoss. In der 69. Minute dann die Entscheidung durch Sylvia Arnold. Den Pass von Kim Kulig leitete Popp mit einem Rückzieher auf Sylvia Arnold weiter, die aus vollem Lauf ins Schwarze traf. Nun kannte der Jubel in Bochum keine Grenzen mehr.

Tabea Kemme, die heute mit einer super Abwehrleistung glänzte, luchst hier Kim Chung Sim den Ball ab.

Bild: Thomas Thienel

Von den Nordkoreanerinnen war nur noch wenig zu sehen, sie mussten dem schnellen Spiel in Unterzahl Tribut zollen. Das Team von Trainerin Maren Meinert drückte weiter nach vorne und war nun die spielbestimmende Mannschaft. In der 74. Minute traf Svenja Huth per Kopf nur die Latte. Kapitänin Marina Hegering versuchte es weiter aus der Distanz, doch ihren Schuss konnte Myong Hui Hong noch am Pfosten vorbei lenken. Die deutsche Keeperin Almuth Schult verbrachte in der zweiten Halbzeit einen relativ ruhigen Nachmittag, zu dominant waren ihre Teamkolleginnen.

Almuth Schult feuert ihre Mannschaft an.

Bild: Volker Nagraszus


Nach dem Schlusspfiff war der Jubel groß und die DFB-Elf ist ihrer „Mission Gold“ wieder ein Stück näher gekommen.



Im Stadion herrschte ausgelassene Feierstimmung, die Laola ging gleich mehrfach durch die Reihen.

Bild: Marion Kehren

Unterm Strich steht eine Super Leistung der Deutschen Mannschaft. Auch Maren Meinert zeigte sich erleichtert und zufrieden. „Es war ein schweres und teilweise intensives Spiel. Ich denke wir haben völlig verdient gewonnen. Wir haben sehr diszipliniert nach gespielt und in der Abwehr nichts zugelassen. Der Gegner war mit Sicherheit der schwerste aller Viertelfinalisten.“ Ihr Trainerkollege Choe Kwang-Sok musste ebenfalls neidlos anerkennen, dass sein Team dem kraftvollen Spiel der Deutschen nichts entgegenzusetzen hatte.

Ausgelassen wie nie feierte die DFB -Elf mit ihren Fans.

Bild: Marion Kehren









Deutschland:
Schult - Kemme, Prießen, Gessat, Hegering, Huth (86. Wagner), Marozsan, Popp, Arnold, Kulig (80. Knaak), Schmidt

Nordkorea:
H. Myong Hui - Un Hui, J. Myong Hui, Song Mi, Un Ju, Mi Gyong, Myong Gum (72.Un Byol), Chung Sim, Hyon Hi, Myong Hwa (80. Un Hyang), Sol Ryon

Tore:
1:0 Popp (43.)
2:0 Arnold (69.)

Gelbe Karten: Marozsan / Un Hui, Song Mi, Un Byol

Gelbrote Karten:
Mi Gyong (wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter:
Silvia Reyes (PER)
mit Rit Munoz (MEX) und Mayte Chavez (MEX)

Zuschauer: 16.946




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