U-20 Weltmeisterschaft 2010, FinaleDer Sommer hat sein Märchen gefunden!Deutschland Nigeria 2:0 (1:0) | ||
Text von Marion Kehren 2. August 2010 Die Krönung ihrer Turnierleistung fand im Finale der U-20 Weltmeisterschaft nun ihr positives Ende: DEUTSCHLAND IST WELTMEISTER!!! Doch so klar, wie wohl alle die Partie vor dem Spiel einschätzten, wurde es wahrlich nicht. Die Falconets aus Nigeria verlangten dem Team von Maren Meinert einiges ab und waren lange Zeit auf Augenhöhe. Vor dem Finale fand zuerst noch die offizielle Abschlussfeier statt. Es wurde eine kurze, aber spektakuläre Show geboten. Bezogen auf die 16 teilnehmenden Nationen präsentierte die Fachhochschule Bielefeld eine Modenschau mit insgesamt 32 Haute-Couture-Kreationen. Dabei stellten sich einige U-23 Nationalspielerinnen als Models zur Verfügung. Abgerundet wurde das ganze Spektakel mit Fahnenschwenkern, Maskottchen Karla Kick und 100 Kids.
Welche Nationalspielerin steckt in welchem Haute- Couture- Kleid? Bereits vor dem finalen Spiel war die Stimmung auf den Rängen riesengroß, was musste das für ein Gefühl für die Akteurinnen sein? Gänsehautfeeling beim Einmarsch der Gladiatorinnen! Die DFB-Elf begann unverändert zur Halbfinalpartie, während die Ausstellung der Falconets eine Änderung aufwies. So feierte die 18-jährige Gloria Ofoegbu ausgerechnet im Finale ihr Debüt, während Amarachi Okoronkwo erst einmal auf der Bank Platz nahm.
Im letzten Moment kann Osinachi Ohale Sylvia Arnold noch stoppen. Kaum war die Partie angepfiffen, nahmen die Deutschen sich der Favoritenrolle an und versuchten dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Bereits nach drei Minuten prüfte Svenja Huth die nigerianische Keeperin mit einem Drehschuss. Zwei weitere Versuche durch Arnold folgten sogleich. Nigeria unterdes kam nicht dazu richtig Fuß zu fassen, zu stark war die DFB-Elf in den Zweikämpfen. Lediglich Cecilia Nku und Esther Sunday brachten etwas Unruhe über die Flügel. Nach einem tollen Zuspiel von Dzsenifer Marozsan auf Alexandra Popp ließ diese Alba Jonathan keine Chance und schoss aus knapp 13 Metern zum Führungstreffer ein der „Skorpion“ hatte wieder zugestochen! Der anschließende Tanz vom Wii-Spiel „Just Dance“ abgeleitet - ein netter Nebeneffekt für die Fans und die Ersatzbank.
Wer auf ein Torfestival wie im Halbfinale gehofft hatte, wurde relativ schnell eines Besseren belehrt. Nigeria zeigte sich wenig geschockt und versuchte nun seinerseits besser ins Spiel zu kommen. In der 17. Minute der bis dahin beste Angriff der Afrikanerinnen. Mit einem schönen Doppelpass zwischen Sunday und Oparanozie tauchten beide plötzlich im Strafraum der Deutschen auf, Marith Prießen konnte den Ball so gerade noch aus der Gefahrenzone befördern. Zwei Minuten später war es wiederum Kulig die einen Freistoß aus knapp 30 Metern nur knapp über die Querlatte beförderte. Das Spiel war nun extrem schnell und ausgeglichen. Nigeria bewies, dass sie zu Recht im Endspiel dieser WM standen. Weltmeisterlich sicher auch die afrikanischen Gesänge der mitgereisten Fans, die wieder für sehr viel Freude sorgten.
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We are the champions!!! Nach 2004 sichert sich die deutsche Mannschaft zum zweiten Mal den Titel. | |
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In der 27. Minute stockte den deutschen Fans kurzweilig der Atem, als Almuth Schulth eine scharfe Hereingabe von Stürmerin Ebere Orji gerade noch zur Ecke entschärfen konnte. Nigeria weiter mit dem Zug nach vorne war dem Ausgleich zwischenzeitlich näher als Deutschland dem 2:0. Besonders Osinachi Ohale glänzte durch ihr flexibles Stellungsspiel. Kurze Zeit später war es Oparanozie mit der Möglichkeit schlechthin, aber ihr Schuss verfehlte knapp das lange Eck. Die Deutschen schienen zu ideenlos und verkrampft, schafften bis zur Halbzeit nur einige kleine Entlastungsangriffe durch Schmidt und Arnold. Man hatte fast das Gefühl, als wäre diese Partie eine Kopie der Viertelfinalpaarung USA gegen Nigeria.
Marina Hegerings Fernschuß war in der zweiten Halbzeit wie ein Weckruf für ihre Mannschaft. Die 20-jährige führte das DFB- Team als Kapitänin konstant durch das gesamte Turnier. In der zweiten Halbzeit versuchte das Team von Maren Meinert wieder die gefährlichen und unberechenbaren Falconets relativ früh zu stören. Die Deutschen selber hatten so ihre liebe Mühe mit dem Gegner und kamen eher selten zu wirklich guten Schussmöglichkeiten, so wie z.B. in der 50. Minute, als Maroszan einen Freistoß knapp am Tor vorbei schoss. Oder in der 60. Minute, als Arnold brillant die gut platzierte Popp bedient und diese aber zu ungenau köpft. Die Partie verlagerte sich im Laufe der Zeit immer mehr ins Mittelfeld. Die DFB-Elf behielt die Oberhand, auch wenn es ihnen sichtlich schwer viel das hohe Tempo aufrecht zu erhalten. In der letzten viertel Stunde zogen die Gastgeberinnen noch einmal die Zügel an, man wollte tunlichst nichts anbrennen lassen. Eingeläutet durch einen 18-Meterschuss von Hegering häuften sich jetzt wieder die deutschen Chancen, während der Gegner am Ende seiner Kraft schien. Die größte Chance auf 2:0 zu erhöhen, hatte in der 81. Minute Steffi Mirlach, als sie einen Hammerschuss gen Tor beförderte. Nigerias Keeperin musste schon ihr ganzes Können aufweisen, um den gefährlichen Ball unschädlich zu machen und meckerte danach wie ein Rohrspatz mit ihrer Hintermannschaft.
Starstürmerin Ebere Orji hatte am heutigen Tag kein Glück, während ihre Kontrahentin Kim Kulig mit dem 2:0 den WM- Titel besiegelte. Den Schlusspunkt setzte allerdings Kim Kulig, als sie in der Nachspielzeit einen Eckball gegen den Pfosten köpfte. Der Ball sprang jedoch zurück und erwischte die unglücklich stehende Osinachi Ohale, von deren Schulter aus das Leder ins eigene Tor gelenkt wurde. Was dann passierte brauche ich euch wohl nicht mehr zu erzählen, der Jubel dürfte in ganz Deutschland zu hören gewesen sein. Als um 17:12 Uhr Kapitänin Marina Hegering den Pokal gen Himmel streckte, machten Konfettiregen, die üblichen Winnersongs und ein riesiges Feuerwerk aus dem geplanten ein perfektes Sommermärchen. In der Pressekonferenz war Nigerias Trainer Ndem Egan sehr gefasst und akzeptierte den Sieger Deutschland: “Wenn man in einen Krieg zieht gibt es immer einen Gewinner und einen Verlierer. Wir sind zufrieden mit dem was wir erreicht haben und wir haben gezeigt, dass sich der nigerianische Frauenfußball weiter entwickelt hat und es auch noch weiter tun wird. |
Leider haben wir unsere Chancen zu wenig genutzt und das frühe Tor war auch nicht einfach zu verdauen.“
Maren Meinert grinste natürlich über das ganze Gesicht und freute sich mächtig über den Sieg: “Natürlich hatten wir unseren Traum, aber nach den Ergebnissen im letzten Jahr standen unsere Sterne nicht wirklich gut. Aber wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und unsere Klasse entwickelt. Nach der Vorrunde war ich mir ziemlich sicher, dass wir es packen könnten. Nigeria ist nicht zu Unrecht ins Finale eingezogen, sie haben uns das Leben heute ziemlich schwer gemacht.
Großer Jubel nach dem Schlusspfiff- WIR SIND WELTMEISTERIN!
An diesem Finaltag gab es im Übrigen auch noch einige offizielle Auszeichnungen zu vergeben: Fairplay-Preis der FIFA:
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