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Das Frauenfußball-Magazin



U20-Weltmeisterschaft 2010

Kurzvorstellung der teilnehmenden Mannschaften

Gruppe C

Text von Sascha Pfeiler


27. Juni 2010. Heute stellen wir euch die Gruppe C vor. Mit England, Nigeria, Mexiko und Japan treffen vier komplett unterschiedliche Spielkulturen aufeinander. Sowohl England, Nigeria und auch Japan haben bei U20-Weltmeisterschaften jeweils schon das Viertelfinale erreicht und Mexiko darf sich nach seiner beeindruckenden Qualifikation ebenfalls berechtigte Hoffnungen auf die K.o.-Runde machen. Diese Tatsache allein lässt im Vorfeld des Turniers auf höchst interessante Spiele hoffen. Die ersten 4 Spiele der Gruppe werden am 14. und 17. Juli in Augsburg ausgetragen, am 21. Juli folgen dann die beiden letzten Spiele der Gruppe in Bochum und Bielefeld. Die Fans, die sich schon Karten für die Spiele der Gruppe C gesichert haben, dürfen sich auf Fußball auf höchstem Niveau freuen. Sollte die deutsche Mannschaft ins Halbfinale einziehen, könnte sie in Bochum oder Bielefeld auf eine der 4 Mannschaften der Gruppe C treffen.

England: Der amtierende Europameister bildet den Kopf der Gruppe C. Der als "Goldene Generation" bezeichnete Jahrgang konnte sich bei der U19 Weltmeisterschaft 2009 in Weißrussland eindrucksvoll den Titel sichern. Mit England ist also bei der U20 WM durchaus zu rechnen, beflügelt durch den ersten Titelgewinn einer englischen Frauennationalmannschaft möchte man nun endlich auch bei einer Weltmeisterschaft zeigen, dass im Mutterland des Fussballs hervorragende Jugendarbeit geleistet wird. Der bisherigen Statistik der Engländerinnen bei U20 Weltmeisterschaften würde ein Erfolg ganz gut stehen; bei den zwei Teilnahmen an der U20 Endrunde (2002 + 2008) schieden sie jeweils mit hohen Niederlagen im Viertelfinale aus. Trainerin Mo Marley kommt mit einer eingespielten Mannschaft nach Deutschland, erst im Mai spielten sie in Mazedonien die U19 EM und sorgten dort erneut für Furore. Denn erst im Finale mussten sich die "Three Lions" gegen die Französinnen knapp mit 2:1 geschlagen geben. Eine Titelverteidigung stand kurz bevor. Torhüterin Rebecca Spencer unterstrich jüngst die Ambitionen ihres Teams mit einem Rückblick auf die beiden EM Turniere und einem Augenzwinkern: "We're no one hit wonder!" (auf dem Bild v.l.: Toni Duggon, Jordan Nobbs, Jess Holbrook / Fotografen: Shaun Botterill, Laurence Griffiths)


Nigeria: Neben Ghana in Gruppe D sind die "Falconets" aus Nigeria das zweite afrikanische Team bei der WM Endrunde. Sie gehören schon fast zum Inventar der FIFA U20 Weltmeisterschaft, denn sie haben an allen bisher gespielten Weltmeisterschaften teilgenommen. In der fünften Auflage wollen die West-Afrikanerinnen erneut ihr Minimalziel erreichen, also wie bereits 2004, 2006 und 2008 die Gruppenphase überstehen, träumen tut das Team aber von einer Finalteilnahme. Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr, die Qualifikation spielte Nigeria locker ohne Niederlage mit einem Torverhältnis von 22:4 (in 4 Spielen gegen Simbabwe und Südafrika). Der "Falconets"-Trainer Adat Egan (ehemaliger nigerianischer Nationalspieler) kann auf ein sehr erfahrenes Team setzen. 10 Spielerinnen aus der aktuellen Mannschaft haben bereits bei der WM 2008 in Chile auf dem Platz gestanden, als im Viertelfinale denkbar knapp in letzter Minute mit 3:2 gegen Frankreich verloren wurde. Die Mannschaft ist in den letzten beiden Jahren gereift und kontinuierlich stärker geworden, nun warten bei der WM in Deutschland die besten Teams der Welt auf die "Falconets". Den ersten Auftritt bei der diesjährigen WM hat Nigeria beim Gruppenspiel gegen England. Auch 2008 bei der WM-Endrunde in Chile traf man aufeinander. Endstand 1:1. (Bild: Nigeria Football Federation)


Mexico: In den Statistiken ist die mexikanische U20 Nationalmannschaft ein Underdog. Bei den bisherigen drei Teilnahmen an Weltmeisterschaftsendrunden konnten die "Tricolores" erst einen einzigen Sieg erringen, 2006 gegen die Eidgenossen aus der Schweiz. Doch das Papier trügt ein wenig, die jüngste Entwicklung der Mexikanerinnen ist beachtlich, so konnten sie sich in der WM-Qualifikation eindrucksvoll bis ins Finale kämpfen, wo sie sich dann mit 0:1 gegen die USA geschlagen geben mussten. Die Auslosung hat Mexiko eine scheinbar ausgeglichene Gruppe beschert und lässt berechtigte Hoffnungen zu, dass man sich zum ersten mal über die Gruppenphase hinaus in die K.o.-Runde spielen kann. Leonardo Ceúllar (Trainer der mexikanischen Frauen) bemerkt immer wieder gerne, dass sich das Team nicht verstecken braucht, er will sogar die Gruppengegner dazu gezwungen sehen, sich ernsthafte Gedanken machen müssen, um gegen Mexiko bestehen zu können. Stürmerin Charlyn Corral, die schon 2008 in Chile dabei war, ist sich ebenfalls sicher, dass das mexikanische U20-Team eine starke Entwicklung genommen hat und bei der WM in Deutschland ein Wörtchen mitreden kann. Eine besondere Maßnahme hat Frauen-Cheftrainer Ceúllar für die Vorbereitung ergriffen. Sieben U20-Spielerinnen haben vor dem WM-Turnier Einsätze bei der A-Nationalmannschaft Mexikos bekommen, um so Spielpraxis auf international höchstem Niveau zu sammeln. (Bild: FEMEXFUT)



Japan: "Wir haben die schwerste Gruppe erwischt", sagte Japans Trainer Norio Sasaki nach der Auslosung der Gruppen. Zu sehr übertrieben hat er damit wohl nicht, denn zumindest was die Erfahrung in der Gruppe angeht, ist einiges geboten. Japan selber tritt bereits zum dritten Mal an einer U20-Weltmeisterschaft teil. Das der japanische Nachwuchs durchaus zu beachten ist, zeigte kürzlich das Vorbereitungsspiel gegen die deutsche Auswahl in Gütersloh, welches Japan mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Die asiatische Kontinentalmeisterschaft 2009 hat Japan ebenfalls gewonnen und sich somit das Ticket nach Deutschland gesichert. Ein klares Ziel hat Trainer Sasaki nicht vorgegeben, außer natürlich das Überstehen der Gruppenphase. Danach möchte er von Spiel zu Spiel denken, was wohl alles zum Thema "Bescheidenheit" aussagt. Als Jahrhundertalent wurde Mana Iwabuchi schon bezeichnet. Auf die 17-jährige Sturmhoffnung werden die Augen gerichtet sein. Erwischt sie ihre Topform, ist der japanischen Mannschaft wohl alles zuzutrauen, auch wenn der Trainer solche Aussagen nicht mag; er stapelt lieber tief. In Gütersloh hat die deutsche Mannschaft schon Bekanntschaft mit Mana Iwabuchi machen können, denn sie erziehlte bereits nach 6 Minuten die japanische Führung. (Bild: Frank Scheuring)






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