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Text von Marion Kehren
27. Juni 2010 Ohne Zweifel ist die kommende U-20 Weltmeisterschaft (übrigens wird sie erst zum 5. Mal ausgetragen) in Deutschland ein erster Gradmesser für das Highlight welches im nächsten Jahr starten soll. Doch wer sind die Teams, die den Nachwuchs von morgen stellen? Klar ist, dass wir lediglich eine Tendenz über die Qualität der Mannschaften abgeben können, da die U-20 für die meisten Spielerinnen nur eine Durchlaufstation auf dem Wege in die A-Nationalmannschaft ist.
Heute stellen wir euch die erste Gruppe vor. In der Gruppe A befinden sich neben WM-Gastgeber und Titelaspirant Deutschland, Costa Rica, Kolumbien und Frankreich
Deutschland: Die hervorragende Nachwuchsarbeit in den deutschen Teams ist hinlänglich bekannt, zudem zählt die Bundesliga mit zu den besten Ligen der Welt. Dennoch hat die deutsche U-20 Mannschaft erst ein Mal den WM-Titel ihr Eigen nennen dürfen. Im Jahre 2004 in Thailand gewann man das Finale mit 2:0 gegen China. Torschützinnen damals waren übrigens Simone Laudehr und Melanie Behringer. In den restlichen WM-Endrunden dieser Altersklasse wurde in zwei Fällen als Dritter abgeschlossen. Zweifelsohne möchte Trainerin Maren Meinert an diese Erfolge anknüpfen und gerne darf es auch ein bisschen mehr werden. Mit gestandenen Spielerinnen wie Alexandra Popp, Kim Kulig, Marina Hegering oder auch einer Dzsenifer Marozsan dürfte dieses Ziel realisierbar sein. Zudem wurden noch die besten Spielerinnen der gerade abgelaufenen U-19 EM ins Boot geholt, hier mussten sich die Deutschen erst im Halbfinale Frankreich geschlagen geben, die das Elfmeterschiessen für sich entschieden. Die Vorbereitungsphase ist in vollem Gange und die Testspiele wurden, bis auf eine Ausnahme gegen Japan, souverän gewonnen. Die Ziele sind gesteckt! Ein ganz besonderer Ansporn für die Kickerinnen ist ohne Zweifel der Auftritt vor heimischem Publikum. (Bild: Kunz/ OK 2011)
Costa Rica: Mit Costa Rica steht in Gruppe A ein Debütant parat; denn noch nie erreichten die Mittelamerikanerinnen die Endrunde einer U-20 WM. In der schweren Qualifikationsrunde ließen diese allerdings aufhorchen, als sie im Spiel um Platz 3 ausgerechnet die Kanadierinnen mit 1:0 vom Platz schickten und sich somit neben USA und Mexico das Ticket für die WM in Deutschland sicherten. Besonders auffällig dabei ist die erst 17-jährige Stürmerin Raquel Rodríguez Cedeño, die alleine in der Qualifikationsphase 10 Tore in fünf Spielen schoss. Das Team um Trainer Randall Chacón weiß, wie schwer es ist, große Hindernisse zu überwinden; denn eben jene Gruppe schaffte genau vor zwei Jahren die Qualifikation zur U-17 WM in Neuseeland. Zwar schied man damals bereits in der Vorrunde aus, doch die Spielerinnen zehren noch heute von diesen Erfahrungen und wollen es in diesem Jahr besser machen, was allerdings ein schweres Unterfangen werden dürfte. Ihr letztes Trainingslager werden die Mittelamerikanerinnen übrigens in Spanien aufschlagen. Um noch mehr Spielpraxis zu erhalten, werden während dieser Zeit auch noch drei Testspiele gegen Alicante , Valencia und Albacete absolviert, bevor es am 9. Juli nach Deutschland geht. (Bild: Fußballverband Costa Rica)
Kolumbien: Und noch ein Debütant! Der Verlauf der Entwicklung dieses Teams ist ähnlich wie bei Costa Rica. Vor zwei Jahren zum ersten Mal Teilnehmer bei einer U-17 WM (ebenfalls in Neuseeland), startet jetzt eben jenes Team u.a. mit noch 13 Spielerinnen aus dem damaligen Wettbewerb das Abenteuer Deutschland. Einen großen Teil des Erfolges kann sich mit Sicherheit Trainer Ricardo Rozo auf die Fahne schreiben. Einen Monat vor Beginn der Südamerika-Meisterschaft in diesem Jahr übernahm der ehemalige Coach von Bogotá das Traineramt und formte aus den Girls eine Einheit. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und die Kolumbianerinnen mussten sich erst im Finale den Brasilianerinnen geschlagen geben. Rozo ist selbst der größte Fan seines Teams. Zurzeit befindet sich die Mannschaft in der zweiten Trainingsphase, die akribisch von Rozo und seinem Team vorbereitet wurde. Die meisten Spielerinnen kicken für hiesige Vereine u.a. in Bogotá und Tolima, lediglich vier Spielerinnen gehen in den USA auf Ballverfolgung. Wer die Kolumbianerinnen vor der WM noch einmal live erleben möchte, kann das in Leverkusen tun. Am 4. Juli trägt der Aufsteiger Bayer 04 um 19:30Uhr ein Freundschaftsspiel gegen das Team von Ricardo Rozo aus. (Bild: Fußballverband Kolumbien)
Frankreich: Die Equipe Trikolore nimmt bereits zum 4. Male an einer U-20 WM teil und der französische Verband gilt fast als alter Hase. Doch die Qualifikation zur WM in Deutschland erreichten die Französinnen nur um Haaresbreite. Coach Jean- Michel DeGrange ist von seiner Mannschaft überzeugt und glaubt an ihre spielerischen Qualitäten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er endlich die Stufe aufs Podium erklimmen möchte. Unbestritten zählen u.a. Ines Jaurena und Kelly Gadéa zu den Spielerinnen mit der meisten Erfahrung. Beide wurden erst vor wenigen Wochen Europameister bei der U-19 EM in Mazedonien. Übrigens wurden insgesamt 11 frisch gekürte U-19 Europameisterinnen für den U-20 Kader nominiert. Kein Wunder, trainiert DeGrange doch beide Mannschaften. Allerdings wird die Vorbereitung auf diesen großen Event auf eine harte Probe gestellt; denn bedingt durch Schule und Prüfungen sind viele Spielerinnen nicht verfügbar oder eher sehr spät. So musste die Trainingseinheit in den Mai vorverlegt werden um wenigstens eine Teamanalyse durchführen zu können. Dabei wurden zwei Freundschaftsspiele gegen Schweden und Paris Saint-Germain absolviert. Das Spiel gegen die Nordlichter ging dabei mit 2:1 verloren, dafür gewann man das zweite Freundschaftsspiel mit 2:1. Aber Ergebnisse alleine zählen für den Trainer nicht, er setzt eher auf Spielfreude, Teamgeist und Zusammenhalt der Mannschaft. Allez, les Bleus! (Bild: Sébastien Duret)
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