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U20 Weltmeisterschaft 2006 in Rußland

Das Reglement

Vorbericht

Text von Peter Henkel

10.08.2006  

Wenn im August in Moskau die U-20 Weltmeisterschaft der Frauen ausgetragen wird, so ist das für diesen Wettbewerb eine Premiere. Allerdings kann sich das Turnier als Nachfolger der U-19 Weltmeisterschaft auch in die Reihe der U-19 Wettbewerbe in Canada (2002, Sieger USA) und Thailand (2004, Sieger Deutschland) einordnen. Erfreulicherweise wurde die Zahl der teilnehmenden Nationen von bisher 12 auf 16 erhöht. Die vier zusätzlichen Plätze wurden auf die Konföderationen aus Asien (AFC), Afrika (CAF), Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) sowie Südamerika (CONMEBOL) verteilt. Doch auch die beiden 'leer ausgegangenen' Konföderationen müssen nicht traurig sein. Da Australien nicht mehr Ozeanien (OFC) zugeordnet ist, haben die verbliebenen Nationen nun eine deutlich bessere Chance sich zu qualifizieren. Europa (UEFA) erhält zumindest diesmal mit Russland den zusätzlichen Gastgeberplatz.

Die Vorrunde

Die Weltmeisterschaft wird in einer Vor- und in einer Endrunde ausgetragen. Die Austragung der Vorrunde ist von der FIFA an die jeweiligen Konföderationen delegiert. Sie führen eigene Wettbewerbe aus, die dann über den Einzug in die Endrunde entscheiden.

AFC (3 Teilnehmer): Die drei Erstplatzierten der AFC-Meisterschaft konnten sich qualifizieren. Dies waren die beiden Finalisten China und Nordkorea sowie der Sieger im kleinen Finale und Neuling in der AFC-Gruppe, Australien.

CAF (2 Teilnehmer): Unter insgesamt 20 Teams wurde in zwei Runden eigens ein Qualifikationswettbewerb für die WM ausgetragen. Mitte Mai durften sich die Auswahlmannschaften aus Nigeria und aus dem Kongo über die baldige Reise nach Moskau und Petersburg freuen.

CONCACAF (3 Teilnehmer): Wie in Afrika wurde auch hier eigens ein Turnier ausgetragen, was im Januar in Córdoba und Veracruz in Mexiko statt fand. In diesem Turnier gelang den USA und Canada der saubere Durchmarsch ins Finale nach Veracruz und somit die sichere Qualifikation. Am Ende belegten die USA Platz 1 nachdem sie einen 1:2 Rückstand gegen die Kanadierinnen in einen 3:2 Sieg ummünzen konnten. Im davor ausgetragenen Match um Platz drei und damit um den verbliebenen Qualifikationsplatz standen die Gastgeberinnen den Reggae Girlz aus Jamaica gegenüber, die in dem Turnier eine überraschend gute Leistung zeigten. Am Ende war der Sieg, u.a. dank zweier Treffer der erst 14-jährigen Charlyn Corral (die mit acht Toren deutlich Torschützenkönigin des Turniers wurde), auf Seite der Mexikanerinnen.


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U19-Weltmeister Ehrung

Die deutsche U19 (hier bei einer Ehrung während des Oddset-Cup 2005) qualifizerte sich bei der Europameisterschaft 2005 für Weltmeisterschaft in Rußland
Foto: Jochen Ditschler

CONMEBOL (2 Teilnehmer): Etwa zur gleichen Zeit wurde in Valparaíso und Viña del mar (Chile) unter zehn Nationen des südlichen Nachbarkontinents um den Einzug in die Endrunde gekickt.

Marta, Fagerstrom

Torschütenkönigin in der CONMEBOL-Qualifikation: Marta (links) mit Linda Fagerström
Archivfoto: Erik Muskus

Wenig überraschend gewann die Seleção aus Brasilien mit insgesamt 37 Toren in 7 Spielen das Turnier. Den zweiten Platz konnte sich Argentinien sichern. Den undankbaren dritten Platz nahm das punktgleiche Team aus Paraguay ein, dem am Ende fünf Tore zur Einladung nach Russland fehlten.

OFC (1 Teilnehmer): Die Konföderation aus Ozeanien trug ihre Qualifikation Anfang April in Samoa aus. Im Wettbwerb fanden sich in unseren Ohren exotisch klingende Nationen wie Vanuatu, Tonga oder die Solomon Islands. Nach dem Ausraliens die OFC verlassen hat, wird die Region nun von der Mannschaft aus Neuseeland dominiert. Mit einer Bilanz von 33:1 Toren war die Teilnahme an der Endrunde eine klare Sache für den Kader vom anderen Ende der Welt.

UEFA (4 Teilnehmer): Für den europäischen Verband wurde die Platzierung der U-19 EM von 2005 in Ungarn für die Teilnahme an der Endrunde als Kriterium herangezogen. Unter den vier sich qualifizierenden Halbfinalteilnehmern fand sich neben Frankreich, Finnland und Deutschland auch der jetzige Gastgeber Russland.
Dieser Umstand öffnete den Eidgenössinnen aus der Schweiz den Zugang zum Endrunden-Turnier, da sie sich durch einen Sieg über England den fünften Nachrückerplatz sicherten.


Die Endrunde

Die Spiele der Endrunde teilen sich in eine Gruppenphase und eine K.O.-Runde mit Viertel- und Halbfinale und einem Endspiel. Das 'kleine' Finale um den dritten Platz wird ebenfalls ausgetragen.
In der Gruppenphase verteilen sich die 16 Teams auf vier Vierergruppen. Bei der Zuteilung der Gruppen (durch Setzen und Losen) wurden auch geographische und sportliche Faktoren mit einbezogen. In den Gruppen spielt dann jeder einmal gegen jeden. Je nach Ausgang erhalten die Teams dann Punkte nach dem üblichen System (Sieg 3, Unentschieden 1 und Niederlage 0 Punkte). Die letzten beiden Gruppenspiele werden für alle Gruppen parallel ausgetragen. Die ersten beiden Teams jeder Gruppe qualifizieren sich für den Einzug ins Viertelfinale. Für die Ermittlung der Platzierung innerhalb der Gruppe gelten folgende Prioritäten: (1) Anzahl der Punkte, (2) Tordifferenz, (3) Anzahl aller erzielten Tore, (4) Anzahl der Punkte aus direktem Vergleich, (5) Tordifferenz aus direktem Vergleich, (6) Anzahl der erzielten Tore aus direktem Vergleich, (7) Fairplay-Wertung über gelbe und rote Karten, (8) Losentscheid.

Christine Beck

Christine Beck wird mit ihren Kolleginnen bei den Spielen auf ein regelgerechtes Spiel achten
Archivfoto: Nora Kruse

Im Viertelfinale spielt dann immer ein Gruppenerster gegen einen Gruppenzweiten. Die Sieger bestreiten die Halbfinals. Deren Sieger tragen das Endpiel aus, die anderen beiden Mannschaften spielen um den dritten Platz. In der gesamten K.O.-Runde wird bei Unentschieden nach 90 Minuten eine 2 mal 15-minütige Verlängerung gespielt. Sollte es dann noch Untenschieden stehen kommt es zum Elfmeterschießen. Ein silbernes oder goldendes 'Goal' wird es somit nicht geben.


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