Text und Bilder von Martin Kochem 29.08.2006
U-20-Weltmeisterschaft in Russland 2006, Gruppe C, 3. Spieltag am
Do, 24.08.06 / 16:00 Uhr (OZ) in St. Petersburg:
Trotz des vorzeitigen Turnierausscheidens hatten sich die Spielerinnen des Schweizer Coachs Claudio Taddei vor dem abschließenden Vorrundenmatch gegen den übermächtigen Nachbarn sowie amtierenden Titelverteidiger viel vorgenommen. Doch schon nach 4 Minuten schien dieses Vorhaben einen herben Dämpfer zu erfahren, als Fatmire Bajramaj von Celia Okoyino da Mbabi herrlich „in die Gasse“ geschickt wurde und aus 14 Metern mit einem trockenen Flachschuss ins linke untere Eck Torfrau Stenia Michel keine Chance ließ.
 Fatmire Bajmaraj krönte eine überragende Partie mit zwei Toren, darunter der wichtige Führungstreffer
Trotz (oder vielleicht gerade wegen) dieser frühen Führung offenbarte die deutsche Vierer- abwehrkette bzw. insbesondere die völlig indisponierte Innen- verteidigung um Carolin Schiewe und Babett Peter an diesem Tage eklatante Abstimmungs- schwierigkeiten. So durfte alleine in der ersten Halbzeit mit Ramona Bachmann die gefährlichste Schweizer Angreiferin gleich drei Mal (8./33./36.) alleine auf Romina Holz zulaufen, brachte die Kugel jedoch nicht an der jeweils hervorragend reagierenden Torfrau des 1. FC Saarbrücken vorbei bzw. im deutschen Gehäuse unter.
 Ein gewohntes Bild in der ersten Halbzeit: Ramona Bachmann (Nr. 3) sowie deren Albtraum Romina Holz im 1:1-Duell
Auch Vanessa Buerki erging es nach feinem Pass von Simone Zahno nicht besser (32.) und so durfte man auf deutscher Seite heilfroh sein, sich an diesem stürmischen Tage im Petrovsky-Stadion zu Sankt Petersburg neben der exzellenten Torfrau auf die wiedergewonnene Nervenstärke im Torabschluss verlassen zu können.
|
Anna Blässe setzt den Schlusspunkt zum 6:0 gegen die Schweiz und schoss damit ihr viertes Tor in der WM-Endrunde
|
So sorgten Duisburgs Flügelflitzerin Simone Laudehr (nach herrlichem Flankenlauf über links) sowie Celia Okoyino da Mbabi (nach Zuckerpass von Nadine Kessler) für eine mehr als schmeichelhafte und viel zu deutliche 3:0-Pausen- führung der deutschen Elf.
 Simone Laudehr trifft hier zum 2:0
Mit der Hereinnahme von Juliane Höfler stabilisierte bzw. steigerte sich die deutsche Abwehr nach dem Seitenwechsel ein wenig und man ließ -gegen allerdings nachlassende Schweizerinnen- lediglich noch einmal eine 1:1-Situation (wiederum Bachmann vs. Holz) zu, in der -müßig zu erwähnen- die fehlerfreie deutsche Torfrau wieder einmal die Siegerin blieb.
 Juliane Maier im Zweikampf mit Martina Moser
Dass es am Ende –zumindest vom Ergebnis her- doch noch ein Debakel für die tapferen Schweizerinnen gab, lag nicht zuletzt an der vor Spielfreude geradezu sprühenden Nadine Kessler, welche nicht nur den von „Lira“ Bajramaj cool verwandelten Elfmeter zum 4:0 „herausgeholt“ hatte (Francesca Stillhard hatte Kessler im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht), sondern mit einem trockenen Rechtsschuß ins untere Eck auch noch das fünfte Tor höchstpersönlich beisteuern durfte. Für den viel zu hohen 6:0-Endstand sorgte wieder einmal die „Frau der späten Tore“ (Anna Blässe), die kurz vor Toreschluss
|
eine Vorlage von Simone Laudehr eiskalt zu ihrem vierten Turniertreffer verwerten konnte.
So blieb den in dieser Höhe sicherlich unter Wert geschlagenen Eidgenossinnen nach dem Schlusspfiff lediglich die Erkenntnis, dass an diesem Tage nicht nur die eigene Abwehr löchrig wie ein Schweizer Käse war…..
 Eine Menge Gesprächsbedarf hatte Bundestrainerin Maren Meinert nach dem Schlusspfiff insbesondere mit der Defensivabteilung
Deutschland:
Holz – M. Kerschowski, Schiewe (46. Höfler), Peter, Maier (56. Schröder) – Gössling (67. Weber), Bajramaj, Okoyino da Mbabi, Kessler – Laudehr, Blässe
Trainerin : Maren Meinert
Schweiz:
Michel – Abbe, Betschart, Beutler (75. Maendly), Stillhard, - Meyer, Moser, Kaufmann (28. Schwarz), Zahno (59. Bernauer) - Buerki, Bachmann
Trainer: Claudio Taddei
Tore:
1:0 Bajramaj (4.)
2:0 Laudehr (21.)
3:0 Okoyino da Mbabi (45.)
4:0 Bajramaj (Foulelfmeter, 62.)
5:0 Kessler (85.)
6:0 Blässe (89.)
Gelbe Karten: Schiewe, M. Kerschowski – Maendly
Gelb-rote Karte: Maendly (82. wdh. Foulspiel)
Schiedsrichterin: Dianne Ferriera-James (GUY)
Assistentinnen: Mary Cleidy Ribeiro (Brasilien), Rosa Canales (Ecuador)
Zuschauer: 300
Zur FanSoccer-Startseite
|