Text und Bilder von Martin Kochem 30.8.2006
U-20-WM Russland 2006, Gruppe C, 1. Spieltag:
Mo, 18.08.06 / 19:00 Uhr (OZ) in Moskau:
Mit einer sicherlich nicht unbedingten erwarteten, am Ende jedoch völlig verdienten 0:2 (0:1)-Niederlage gegen die Auswahl Nordkoreas startete der im Vorfeld des Turniers hochgehandelte Titelverteidiger mehr schlecht als recht ins Abenteuer Russland 2006.
 Interessantere Dinge als Frauenfussball - gibt es sie wirklich? Leere Ränge in Moskau.
Gegen die in der Defensive kompakt stehenden Asiatinnen tat sich die Elf von Trainerin Maren Meinert vor insgesamt 700 Beobachtern im Stadion „Dynamo“ während der gesamten Spieldauer äußerst schwer und konnte sich nur wenige gute Torgelegenheiten herausarbeiten. Eine davon vergab U 21-Nordic-Cup-Shooting-Star Lydia Neumann nach einer guten halben Stunde, als diese in aussichtsreicher Position völlig frei stehend kläglich scheiterte.
Das von Trainer Kwang Sok Choe hervorragend eingestellte sowie hochkonzentriert zu Werke gehende Team war von Beginn an feldüberlegen und konnte seine erste echte Torchance durch Pok Hui Jong gleich eiskalt zur Führung nutzen (35.). Doch wer geglaubt hatte, die deutsche Mannschaft würde durch den Rückstand wachgerüttelt werden, sah sich nach dem Seitenwechsel eines Besseren belehrt. Die auch in konditioneller Hinsicht nie nachlassenden Asiatinnen besaßen in der Folgezeit durch die allein vor dem Tor aufkreuzende Song Sim Ri gleich zwei Mal die Riesenchance zum 2:0, doch fischte ihr die beste deutsche Akteurin – Torfrau Romina Holz - zum einen den Ball vom Fuß (61.) bzw. bewahrte ihre Mannschaft mit einem Riesenreflex (66.) vor dem vorentscheidenden K.O.-Schlag.
 Son Huk Kil (Nr. 15) stößt hier bis auf die gegnerische Torauslinie vor - der deutsche Abwehrverbund (Carolin Schiewe/Nr. 4, Babett Peter/Nr. 5 und Juliane Höfler/Nr. 13) hat das Nachsehen
Dieser kam jedoch nur wenige Minuten später, als Yun Mi Jo einen Konter aus dem Bilderbuch schulmäßig abschließen konnte (70.). Auch die letzte Option der nach dem Spiel rat- und sprachlosen Trainerin Maren Meinert (Anna Blässe kam für Simone Laudehr) brachte nicht mehr die erhoffte Wende und so spielte der technisch erstaunlich
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Jubel der nordkoreanischen Anhänger nach dem 2:0
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versierte bzw. ebenbürtige WM-Neuling die verbleibende Zeit mit imponierender Cleverness locker herunter.
So hatten am Ende nur die gut 250 nordkoreanischen Anhänger Grund zur Freude, welche ihr Team während der gesamten Spieldauer lautstark unterstützt hatten.
 Carolin Schiewe (Nr. 4) kann hier klären - Mitstreiterin Babett Peter (Nr. 5) schaut ihr dabei zu
Dieses Spiel hatte mal wieder aufgezeigt, dass die erst kürzlich errungenen Titel der deutschen U 19- bzw. U 21-Auswahl alleine noch lange keine Garantie dafür sind, bereits eine aus beiden Altersstufen zusammengefügte Mannschaft zu haben, die realistisch um den WM-Titel mitspielen kann.
 War bei den Gegentoren machtlos: Deutschlands Nachwuchs-Nr. 1 Romina Holz
Das sah zwar alles recht gefällig aus und man konnte der Elf ihr stetiges Bemühen, endlich ins Spiel zu kommen, nicht aberkennen, jedoch vermisste man im deutschen Mittelfeld eine Leitfigur, welche die Ärmel hochkrempelt und die anderen (insbesondere nach einem Rückstand) mitreißt.
Diese Rolle war eigentlich Kapitänin Celia Okoyino da Mbabi zugedacht, welche jedoch keinen guten Tag erwischt hatte und mit zunehmender Spieldauer immer
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mehr abtauchte. So war der verdiente Sieg der eingespielten Nordkoreanerinnen die logische Konsequenz und verlieh dem anvisierten Unterfangen Gruppensieg einen herben Dämpfer.
 Die Entstehung des 2:0 - Yun Mi Jo versetzt Simone Laudehr und besorgt die Vorentscheidung
Nordkorea:
Myong Hui Jon – Yun Mi Jo, Chun Hui Kim, Song Hui Kim (31. Un Suk Ri), Son Hui Kil – Song Sim Ri, Pok Hui Jong (59. Kum Hui O), Myong Gum Hong, Un Hyang Ri – Jin Ok Ri, Kyong Hwa Kim.
Trainer : Kwang Sok Choe
Deutschland:
Holz – Schiewe, Peter, Höfler, Maier – Weber, Goeßling (65. Kessler), Bajramaj, Okoyino da Mbabi – Laudehr (72. Blässe), Neumann (56. M. Kerschowski)
Trainerin: Maren Meinert
 Zahlen lügen nicht - die nüchterne Erkenntnis nach dem ersten deutschen Auftritt...
Tore:
1:0 Pok Hui Jong (35.)
2:0 Yun Mi Jo (70.)
Gelbe Karten: Yun Mi Jo, Kum Hui O – Schiewe
SRin: Fatou Gaye (Senegal)
Assistentinnen: Souad Oulhaj (Marokko), Tempa Ndah (Benin)
Zuschauer: 700 (darunter etwa die Hälfte Soldaten der russischen Armee, Polizisten sowie
weiteres Security-Personal)
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