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30.10.2011 - Bericht und Bilder von Karin Reuter
Obwohl an diesem Tag mehrere für mich interessante Spiele stattfanden, wie u.a. die EM-Qualifikation in Dessel zwischen Belgien und Norwegen oder am Millerntor Deutschlands A-Team vs. Schweden, entschied ich mich für das Spiel der neu formierten U19-Juniorinnen in Konz.
Konz? Viele von euch werden es noch nicht kennen obwohl dort schon zwei Länderspiele (2008 und 2009) stattgefunden haben. Zur ersten Orientierung sei gesagt, Konz liegt knapp 9 km von der bekannten Römerstadt Trier entfernt, im Dreiländereck zwischen Saar und Mosel. Diese kleine Stadt hat immerhin rund 18.000 Einwohner und natürlich auch einen Bahnhof. In Konz angekommen traf mich fast der Schlag,- wo war ich hier gelandet? In der Bahnhofshalle dienten lediglich drei Holzbänke als Sitzgelegenheit. Ansonsten war es sehr gemütlich: voll gekritzelte Wände, ein Fahrkartenautomat, herumliegender Müll, alles total verwahrlost und Personal gab es auch nicht. Das Gebäude selbst steht unter Denkmalschutz. Vor dem Bahnhof empfing mich Konz recht dröge, kein Taxi, kein Kiosk, kein Mensch weit und breit ich kam mir vor wie in einer Geisterstadt. Würde es einen Wettbewerb um den vernachlässigten verwahrlosten Bahnhof Deutschlands geben, würde der Bahnhof Konz keine schlechte Platzierung machen. :-)
Aber mein Ziel war ja das Saar-Mosel Stadion, denn hier traf sich „THE NEXT GENERATION“ des Frauenfußballs. Nach einem 20-minütigen Fußmarsch kam ich im Stadion an. Eine sehr schön gelegene und gepflegte Anlage mit einer Sitzplatztribüne und einer interessanten Tribünendachkonstruktion. Hier herrschte bereits emsiges Treiben, Getränke- und Essensstände wurden umlagert und die einheimischen Bambini bestritten bereits ein Spiel. Viele Fans, Angehörige und Spielerinnen-Eltern waren gekommen um diesem "Familienfest" beizuwohnen und die 560 Zuschauer sorgten für gute Stimmung. Auch die deutschen U20 Nationalspielerinnen, die am Tag zuvor gegen Belgien gespielt und gewonnen hatten, waren anwesend und leisteten Unterstützung. Aber nun zu den U 19-Frauen Testgegner war das Team aus Schweden.
Mit drei aktuellen U 19-Europameisterinnen (Friederike Abt, Jennifer Cramer und Sofia Nati) startete der neu formierte Kader mit dem ersten Länderspiel in diesem Jahr. Bis auf die „alten Hasen“ Jennifer Cramer, Sofia Nati sowie Friederike Abt, Claire Savin Mirjam Steck und Jessica Bade, war es für Meike Kämper, Franziska Bröckl, Tamar Dongus, Katharina Leiding, Linda Dallmann, Karoline Heinze, Annabel Jäger, Melanie Leupolz, Lina Magull und Sandra Starke das Debüt in der U-19 Nationalmannschaft. Deutschland hatte den besseren Start und ging nach einer schwungvollen Anfangsphase durch Sofia Nati mit 1:0 in Front. Schweden ließ sich jedoch nicht schocken und versuchte durch aggressives Zweikampfverhalten in der Partie zu bleiben. Nati, durch ihr erstes Tor im U19-Dress motiviert, brachte die gegnerische Abwehr mehrmals in Verlegenheit, aber weitere Tore wollten nicht fallen. Die einzige Möglichkeit der jungen Skandinavierinnen in der 35.Minute durch Mimmi Löfwenius konnte nicht genutzt werden, zu stark erschien das Team von Trainerin Maren Meinert. Kurz vor der Halbzeit hatten Claire Savin und Melanie Leupolz noch gute Chancen zu erhöhen, aber ihre Bemühungen wurden nicht in Zählbares umgesetzt.
Nach der Pause brachte U-19 Trainerin Maren Meinert mit Meike Kämper eine neue Torfrau und auch die restlichen Spielerinnen des 16-köpfigen Kaders wurden ebenfalls eingewechselt, somit bekam jede Kickerin ihren verdienten Einsatz. Schwedens Coach Calle Barling wechselte ebenfalls fleißig durch, was ein wenig den Spielfluss störte. Nach 50 Minuten sorgte Lina Magull mit einem Distanzschuss aus 20 Metern für das 2:0. Die Schwedinnen verloren zusehends mehr Zweikämpfe und ließen sich ein ums andere mal auskontern. Eine tolle Parade von Meike Kämper sorgte für allgemeine Begeisterung, als diese eine Riesenchance von Elin Rubensson (FC Malmö) parierte. Ein schöner Angriff von Linda Dallmann über die rechte Außenbahn sorgte in der 80. Minute für die Vorentscheidung, als sie mustergültig auf Tamar Dongus passte. Diese hatte keine Mühe und netzte zum 3:0 ein. Den Schlusspunkt allerdings setzte eine Minute später Jennifer Cramer, als diese, nach einem Foul an Mirjam Steck, den fälligen Elfmeter zum 4:0 Endstand verwandelte. Als Extra-Bonbon gab es für die Zuschauer nach dem Spiel noch eine Trainingseinheit der U20 zu sehen.
   
Trainerstimme:
Maren Meinert (Nationaltrainerin U19): Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden. Es muss jedoch noch daran gearbeitet werden den neuen Jahrgang auf die veränderten Anforderungen vorzubereiten. Der Sprung vom Mädchen- in den Frauenfußball ist schon recht groß, vor allem was das Tempo angeht. Wir haben vor allem an der Aggressivität und der Konsequenz vor dem Tor gearbeitet.”
.… Auf der Rückfahrt von Konz ins Ruhrgebiet musste ich wieder in diese trostlose hässliche Bahnhofshalle und noch viel schlimmer …. ich kam nicht auf den Bahnsteig, denn ein Schutzgitter versperrte mir den Weg. Es gab keinen Tunnel oder Übergang für die Gleise. Was tun dachte ich...... plötzlich erwachte ein Lautsprecher und kündigte meinen Zug an. Wie aus dem Nichts erschien ein Mann in orangefarbener Warnweste, öffnete das Gitter und führte mich über die Gleise. Hoppla, wer hatte ihn hergebeamt?
Ich sags ja: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. :-)
Stenogramm:
Deutschland:
Abt (46. Kämper) - Bröckl, Leiding, Cramer, Savin (61. Dallmann), Magull (71. T. Dongus), Leupolz, Jäger, Nati (55. Bade), Heinze (68. Steck), Starke
Schweden:
Ringshamre (46. Lundberg) - Fredriksson (46. Jakobsson), Ilestedt, Nordin, Ericsson, Rolfö (67. Andersson), Karlenäs (73. Hjälmkvist), Sadiku, Boström (46. Nilsson), Löfwenius (67. Diaz), Rubensson (79. Stegius)
Tore:
1:0 Nati (9.)
2:0 Magull (50.)
3:0 T. Dongus (80.)
4:0 Cramer (81. Foulelfmeter)
Schiedsrichterin: Isabelle Herrmann (Mönchengladbach)
Zuschauer: 560
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Weitere Fotos unter: http://karin.mikloweit.de
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