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U19 EM Qualifikation

Schweden weiter im Formtief

Schweden – Schottland 0:0

Text und Fotos von Volker Lieberum

16.4.2007   „Gegen Deutschland haben wir am Dienstag nicht gut gespielt,” das sagte mir Emma Lundh kurz vor dem Anpfiff und ich hatte das Gefühl, dass die Mannschaft heute zeigen wollte, dass sie es besser kann.

Bei herrlichem Wetter in einem tollen Stadion in Büdelsdorf gab die Unparteiische Martinez aus Spanien vor 738 Zuschauern das Spiel frei. Gegenüber der Partie gegen Deutschland brachte der schwedische Coach Calle Barrling gleich Ida Brännström für Hanna Folkesson im Mittelfeld. Da Ida zwei Tage zuvor den Ehrentreffer erzielte, hoffte er auch heute auf deren Treffsicherheit.

Emma Lundh

Emma Lundh enteilt hier Ashleigh McCallum

Von Beginn an wollte es Schweden wissen und stürmte nach vorne, doch die Schottinnen wollten es ihnen nicht so einfach machen und hielten ordentlich dagegen. Die erste nennenswerte Aktion war in der 10. min. zu vermelden, als sich Josefin Johansson an der rechten Außenlinie durchsetzte. Von der Seitenlinie aus zog sie den Ball nach innen, man wusste nicht, ist es eine Flanke oder ein Torschuss, doch letztlich senkte er sich gefährlich Richtung Tor und Fiona McNicoll hatte einige Mühe das Leder abzuwehren, bevor es sich ins Netz senken konnte. Es gab schon Situationen, in denen eine Torfrau den Ball ins eigene Tor abklatschte, doch die Schottin war hier voll konzentriert.

Petronella Ekroth

In fernöstlicher Kampfsportmanier springt Kerry Montgomery hier in den Angriff von Petronella Ekroth

Mit zunehmender Spieldauer ließ das Spiel der Schwedinnen an Attraktivität nach. Zum einen merkte man ihnen an, dass ihnen die aggressive Spielweise der Schottinnen nicht behagte und zum anderen waren ihre Aktionen nach vorne viel zu hektisch. Etwas mehr Ruhe, den Ball führen und in den eigen Reihen halten, hätte ihrem Spielaufbau besser getan. So gab man den Ball sofort an die nächste Spielerin weiter.

Trotzdem erarbeiteten sie sich in der ersten Hälfte noch zwei Torchancen. In der 39. min. war es Linnéa Liljegärd, die nur den Pfosten traf und zwei Minuten später prüfte Petra Larsson die gegnerische Torhüterin. Nur mit großer Mühe konnte McNicoll das Geschoss, von Larsson aus großer Distanz abgeschickt, unter Kontrolle bekommen. Insgesamt war Schottland in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft, obwohl sie keine nennenswerte Torchance aufweisen konnte. Mit 0:0 ging man in die Pause und die wenigen Schwedenfans hofften im zweiten Teil auf Treffer ihrer Mannschaft.

Auch mit Beginn der zweiten Hälfte hatte Schottland mehr vom Spiel. Ihr Aufbau war strukturierter, während Schweden weiterhin zu


U19 Schweden

Die Startformation Schwedens:
oben l-r: Liljegärd, Jonsson, Ekroth, Brännström, Lundh
unten l-r: Ölander, Wahlström, Berglund, Levenstad, Johansson, Larsson

hektisch abspielte. Mit Johanssons erneuter Torgelegenheit in der 56. min. wurde dann Schweden wieder etwas wacher und wurde langsam wieder überlegen. So richtig wach rüttelte sie dann in der 61. min. der Schuss der schottischen Spielführerin Kerry Montgomery, deren Geschoss nur ganz knapp das Ziel verfehlte. Petronella Ekroth

Eine von vielen kleinen Nickligkeiten: Danica Dalziel behindert Petronella Ekroth beim Kopfstoß

Jetzt hatte das Drei-Kronen-Team seinen Rhythmus wieder gefunden. Ganz überlegen kam man wieder über die Außen nach vorne, wobei auch Emma Lundh mit schnellen Dripplings ihre Klasse etwas aufblitzen ließ. Über links war es vor allem die nach einer Stunde für Rebecca Jonsson eingewechselte Caroline Pettersson, die oftmals die schottische Abwehr überspielte.

Fiona McNicoll

Fiona McNicoll vereitelt die Chance von Josefine Johnsson in der zweiten Hälfte (15 Ida Brännström)

Leider fehlte dann die Anspielstation in der Mitte, die die Aktionen erfolgreich hätten abschließen können. Calle Barrling wechselte zwar das System von 4-4-2 zur 4-1-3-2 Formation, aber vielleicht würde mit einer richtigen Mittelstürmerin ein 4-3-3 das Spiel erfolgreicher machen.

Hanna Folkesson

Hanna Folkesson behauptet sich gegen Stephanie Handley

Ich weiß nicht, wann es begann und wer damit anfing, doch plötzlich hatte das Treffen so seine kleinen Nettigkeiten. Schubsen, Zerren an der Kleidung und Halten waren auf einmal an der Tagesordnung, ohne dass es zu größeren Fouls kam. Zudem fiel die schottische Bank negativ auf,


die jede Aktion der Schiedsrichterin mit lautstarken Zurufen kommentierte.

Trotz aller Bemühungen von schwedischer Seite blieb es beim torlosen Unentschieden.

Mit dem schwedischen Trainer unterhielt ich mich nach dem Treffen und der war mit seiner Mannschaft gar nicht zufrieden. „Wir haben wieder kein gutes Spiel gezeigt. Vor allem lief es in der ersten Halbzeit schlecht. Unser Aufbau war viel zu nervös, da wir unbedingt zeigen wollten, was in uns steckt. Doch ein ruhiges, gutes Passspiel kam nicht zustande. Normalerweise sind wir technisch besser. Schottland zeigte eine gute Begegnung und hatte einige prächtige Kopfballspielerinnen. Wir selbst sind noch nicht richtig in Form. Vielleicht hätten wir in zwei Monaten ein besseres Bild abgeben, wenn meine Spielerinnen in der Liga einige Spielpraxis erhalten hätten. Ich denke, wir müssen besonders unser Offensivspiel verbessern, damit dann vorne auch Tore fallen. Wir hatten glaube ich, drei richtige Chancen, während Schottland zu keiner einzigen kam. Trotzdem kann man zufrieden sein, dass wir keinen Gegentreffer kassiert haben, denn glaube mir, ich habe schon solche Spiel erlebt, die gingen dann zum Schluss 0:1 verloren.”

Anja Kunick

Wegen ständigem, lautstarkem Meckerns über Schiedsrichterleistung verwarnte die 4. Referee Anja Kunick die schottische Bank



Schweden:

Wahlström - Berglund, Levenstad (K), Ekroth, Ölander - Johansson (Folkesson 67'), Larsson, Liljegärd, Jonsson (Pettersson 60') - Lundh, Brännström (Sjöstedt 79')

Schottland:

McNicoll, Beattie, Dalziel, Handley, McCallum, Corsie, Quinn, Ross, Cunningham (Docherty, 74.), Montgomery (K), Littlejohn

Tore: -

gelb: Folkesson; Littlejohn

Schiedsrichterin: Martinez (Spanien)

Zuschauer: 738


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