U 19-Europameisterschaft 2010 – HalbfinaleAus der TraumDeutschland – Frankreich 4:6 n.E. (1:1, 1:1) | ||
Text und Fotos von Martin Kochem 03.06.2010 Wie bereits bei der EM-Endrunde im Jahre 2008 war für die deutsche U 19-Nationalmannschaft im Halbfinale Endstation. In einer absolut ausgeglichenen, jederzeit spannenden und zum Schluss gar hochdramatischen Partie unterlag die von Co-Trainerin Bettina Wiegmann (Maren Meinert war zeitgleich bei der U20) angeführte deutsche Elf der „Equipe Tricolore” unglücklich mit 4:6 nach Elfmeterschiessen, nachdem es nach 90 bzw. 120 Minuten 1:1-Unentschieden gestanden hatte. Immerhin knapp 1000 Zuschauer (zumeist jugendlichen Alters) waren zu diesem von der UEFA-Turnierorganisation kurzerhand von Skopje umverlegten Match ins Milano Stadion nach Kumanovo gekommen und erlebten nach einer heftigen Gewitterschauer kurz vor Anpfiff eine bedächtige Anfangsphase. Beide Teams agierten zunächst äußerst zurückhaltend und riskierten nicht allzu viel – die Folge war ein von der Taktik geprägtes Duell ohne nennenswerte Torchancen. Die deutsche Startformation: oben v.l.n.r.: Valeria Kleiner, Johanna Elsig, Annika Doppler, Kathrin Julia Hendrich, Carolin Simon. Die französische Startformation: oben v.l.n.r.: Laetitia Philippe, Adeline Rousseau, Marina Makanza, Léa Rubio, Kelly Gadea. Die erste Torgelegenheit überhaupt brachte den Franzsösinnen nach einer knappen halben Stunde dann allerdings gleich die Führung ein, als ein als Rechtsflanke gedachter Schuss von Solene Barbance länger und länger wurde und sich hinter der chancenlosen Almuth Schult hinweg in den linken oberen Winkel senkte – 0:1 (28.). Doch die Antwort der Deutschen ließ nicht lange auf sich warten. Nach herrlichem Spielzug über Carolin Simon und genau getimter Linksflanke von Annika Doppler wuchtete Kira Malinowski das Leder per Kopf aus 5 Metern unhaltbar zum 1:1-Ausgleich in die Maschen (37.). Kira Malinowski erzielte noch vor der Pause den wichtigen 1:1-Ausgleichstreffer Auch nach dem Seitenwechsel das unveränderte Bild: zwei sicher stehende Viererabwehrketten, viele Missverständnisse und misslunge Einzelaktionen prägten das nicht gerade hochklassige, aber jederzeit spannende Nachbarschaftsduell, in welchem die deutsche Mannschaft ein leichtes optisches Übergewicht besaß, aber bei den schnellen Gegenangriffen der Französinnen immer auf der Hut sein musste. Kira Malinowski und Marina Makanza (Nr. 7) im packenden Kopfballduell, die Französin am Rande des Foulspiels |
Elfmeterschießen gehen auch für deutsche Teams nicht immer gut aus... Diese Erfahrung musste die U19-Nationalelf im Halbfinale der Europameisterschaft machen. Nach einer souverän mit drei Siegen gespielten Gruppenphase schied die DFB-Auswahl gegen Frankreich aus. Das Bild zeigt die deutschen Spielerinnen noch zwischen Hoffen und Bangen kurz vor Ende des Elfmeterschießens | |
Ein Schlenzer von Pauline Crammer (63.) bedeutete für Schult ebensowenig Probleme wie ein 18m-Rechtsschuss von Turid Knaak (65.) für deren Gegenüber Lätitia Philippe. Schon gefährlicher war da schon ein im letzten Moment abgefälschter 20m-Gewaltschuss der inzwischen eingewechselten Eunice Beckmann, welcher nur knapp über die Latte strich (71.). Ansonsten versuchte sich Rechtsverteidigerin Leonie Maier gleich mehrfach mit Fernschüssen (72./82./83.), welche allerdings entweder abgeblockt wurden oder aber knapp über das Gehäuse strichen. Auf der Gegenseite tauchte die Equipe Tricolore nur noch einmal gefährlich vor dem deutschen Tor auf, als Schult eine scharf hereingezogene Rechtsflanke (87.) gerade eben so mit den Fingerspitzen entschärfen konnte. Leonie Maier grätscht hier den Ball vor Pauline Crammer (9) und Anaig Butel (2) weg So ging es dann zwangsweise in die Verlängerung, in dessen erster Hälfte beide Mannschaften die Entscheidung suchten. So machten insbesondere die auf französischer Seite eingewechselten Lea le Garrec und Camille Catala mächtig Alarm und hätten die Partie mehr oder weniger im Alleingang entscheiden können. So kam zunächst le Garrec nach einem Rückpass der zuvor steil geschickten Catala von der Torauslinie aus 12 Metern Torentfernung frei zum Schuss, welcher jedoch von Johanna Elsig auf der Linie abgeblockt werden konnte (94.). Nur zwei Minuten später legte die am langen Pfosten völlig alleingelassene Anaig Butel nach langer Rechtsflanke von Crammer schön auf Catala ab, deren Direktabnahme allerdings einen Meter am Pfosten vorbeirauschte – Glück für Deutschland. Und in der 97.Minute war es dann Butel selbst, die mit einem Volleyschuss nach Vorabeit von Catala die Führung auf dem Schlappen hatte, doch Schult stand goldrichtig und hielt den zu zentral abgefeuerten Schuss bombensicher. Marie Luise Bagehorn spielte zusammen mit Kathrin Julia Hendrich auf der "Doppel-6" Im Gegenzug zog die kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselte pfeilschnelle Nicole Rolser mit einem Supersolo auf und davon, bediente nach schönem Doppelpass mit Malinowski die auf Linksaußen wartende Turid Knaak, welche jedoch völlig freistehend aus 10 Metern an der mit einer Weltklasse-Fußabwehr reagierenden französischen Torfrau scheiterte. In der zweiten Hälfte der Verlängerung war es wiederum Knaak, welche die Entscheidung auf dem Fuß hatte, doch deren Heber aus 40 Metern flog knapp über das leere französische Tor (110.). |
So blieb es auch nach 120 Minuten beim leistungsgerechten Remis, sodass die Entscheidung vom Elfmeterpunkt fallen musste. Nachdem Valeria Kleiner als einzige über das Tor schoss und alle anderen Akteurinnen sicher verwandelten, gab es nach der Entscheidung durch Crammer auf französischer Seite kein Halten mehr, während auf deutscher Seite die eine oder andere Träne der Enttäuschung floss. Valeria Kleiner grätscht hier Lea Le Garec ab. Kleiner machte ein gutes Spiel, hatte aber einfach Pech beim Elfmeter
Für Bundestrainerin Bettina Wiegmann war allerdings nicht der Fehlschuss von Kleiner, sondern die „enttäuschende Leistung” ihrer Mannschaft über die gesamte Spielzeit ausschlaggebender Punkt für die „insgesamt gesehen dann eben auch nicht unverdiente Niederlage”:
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