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U19-EM 2007 - 1. Spieltag (18.07.07)

Kantersieg nach Doppelschlag

Gruppe A: Island - Norwegen 0:5 (0:2)

Text und Fotos von Martin Kochem

26.07.2007

Mit einem 5:0-Kantersieg über das Gastgeberland meldete sich Norwegens U 19-Auswahl nach zweijähriger Abstinenz bei einer EM-Endrunde eindrucksvoll zurück und setzte sich mit diesem Ergebnis nach dem ersten Vorrundenspieltag dank des besseren Torverhältnisses an die Tabellenspitze der Gruppe A.

Dabei sah es in der ersten Halbzeit zunächst überhaupt nicht nach einem Spaziergang der Skandinavierinnen aus, hielten die Frauen um Trainer Olafur Thör Gudbjörnsson doch recht ordentlich dagegen und konnten die Partie lange Zeit offen gestalten.

U19 von Island

Die Elf des Gastgebers:
Oben v.l.n.r.: Gudrún Erla Hilmarsdóttir, Agnes Árnadóttir, Sara Björk Gunnarsdóttir, Rakel Hönnudóttir, Linda Rós Thorláksdóttir, Guðný Björk Ódinsdóttir
Unten v.l.n.r. Kristrún Kristjánsdóttir, Anna Thórunn Gunnarsdóttir, Fanndis Fridriksdóttir, Petra Lind Sigurdardóttir, Hlín Gunnlaugsdóttir

Nennenswerte Torchancen gab es allerdings nur auf der "Gästeseite" zu verzeichnen, als beispielsweise Elise Thorsnes nach elf Minuten ihrer Gegenspielerin Agnes Árnadóttir auf der linken Seite auf und davon lief, jedoch Torhüterin Petra Lind Sigurdardóttir deren Schuss mit den Fingerspitzen gerade noch so um den Pfosten lenken konnte. Fünf Minuten später sah die isländische Schlussfrau dagegen schlecht aus, als sich diese beim Herauslaufen überwinden ließ und sich anschließend bei Gudrún Erla Hilmarsdóttir für deren Rettungstat in höchster Not bedanken musste.

U19 von Norwegen

Die siegreichen Norwegerinnen:
Oben v.l.n.r.: Isabell Herlovsen, Tina W. Eikeland, Gunhild Herregården, Ida Elise Enget, Marita Skammelsrud Lund, Elise Thorsnes
Unten v.l.n.r. Maren Mjelde, Caroline Walde, Runa Barli, Ingrid Ryland, Astrid Ree.

Nach 18 Minuten hätte Thorsnes dann beinahe mit einem herrlichen Fallrückzieher ein „Tor des Jahres“ erzielt, doch der Ball strich nur denkbar knapp am langen Pfosten vorbei. Norwegen übernahm nun mehr und mehr die Spielkontrolle und besaß durch Ingrid Rylands Kopfball (36.) nach Flanke von Ida Elisa Enget eine weitere gute Torgelegenheit. Als sich die immerhin 1403 Zuschauer im (für isländische Verhältnisse) weiten Rund des Nationalstadions „Laugardalsvöllur“ schon mit einem torlosen Pausenremis anfreunden wollten, durchkreuzte Mittelfeldmotor Maren Mjelde dieses Vorhaben und traf mit einem halbhohen Flatterball aus gut und gerne 25 Metern, welchen Torfrau Sigurdardóttir durch die Hände gleiten ließ.

Nach diesem sicherlich nicht unhaltbaren Führungstreffer setzten die Norwegerinnen energisch nach und hätten durch Marita Lund Skammelsrud nur wenig später erhöhen können, doch deren Direktabnahme strich nur knapp über die Querlatte. Mit dem letzten Angriff der ersten


Ingvild Landvik Isaksen

Ingvild Landvik Isaksen schiebt hier nur 10 Minuten nach ihrer Einwechslung locker zum 4:0 ein.

Halbzeit kam Enget im Zweikampf mit Hilmarsdóttir im isländischen Strafraum zu Fall und Schiedsrichterin Esther Staubli zeigte zurecht auf den ominösen Punkt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mjelde sicher und unhaltbar zur beruhigenden 2:0-Pausenführung.

Doch die Isländerinnen kamen wenig geschockt aus der Kabine und besaßen nach 48 Minuten plötzlich die Riesenchance zum Anschlusstreffer, als der Ball plötzlich vor die Füße von Gudny Bjork Odinsdottir sprang, diese aber freistehend vom halblinken Strafraumeck aus verzog. Wenig später übersah die schweizerische Unparteiische dann eine klare Notbremse von Torfrau Sigurdardóttir an Isabell Lehn Herlovsen, welche alleine auf das Tor zugelaufen war und die isländische Schlussfrau bereits umkurvt hatte.

Gudrún Erla Hilmarsdóttir, Maren Mjelde

Gudrún Erla Hilmarsdóttir (li.) und Maren Mjelde (re.) bei der Seitenwahl

Doch statt Platzverweises und Elfmeter kamen die Gastgeberinnen nach 56 Minuten zu einer weiteren Doppelchance, als zunächst Fanndis Fridriksdottir und im anschließenden Nachschuss Sara Bjork Gunnarsdottir an Torfrau Runa Barli scheiterten. Nachdem die kurz zuvor eingewechselte Ingvild Landvik Isaksen im Alleingang noch am Außennetz gescheitert war (60.), machte es deren Teamkollegin Enget besser und staubte einen Abpraller aus kürzester Entfernung zum 3:0 ab.

Elise Thorsnes

Elise Thorsnes gehörte nicht nur wegen ihres Treffers zum 5:0-Endstand zu den auffälligsten Akteurinnen.

Nur 60 Sekunden später hatte dann auch Isaksen ihr Erfolgserlebnis und traf nach herrlichem Alleingang zum 4:0 (67.). Ein zweiter Treffer sollte Isaksen allerdings verwehrt bleiben, als diese drei Minuten


später völlig freistehend doch recht kläglich am langen Eck vorbei zielte.

Dem drohenden Debakel zum Trotz spielten die Isländerinnen weiter mutig nach vorne und wollten ihren Zuschauern zumindest einen Ehrentreffer präsentieren. Diesen verpassten jedoch sowohl die eingewechselte Laufey Björnsdottir (74.) als auch Hlin Gunnlaugsdottir (76.) nur denkbar knapp. Nachdem auch Rakel Honnudottir die letzte Gelegenheit der Gastgeberinnen ungenutzt gelassen hatte, setzten die Norwegerinnen durch Thorsnes’ wuchtigen Kopfball sieben Minuten vor dem Ende den Schlusspunkt.

Isabell Lehn Herlovsen, Gudny Björk Ottinsdottir, Anna Thorunn Gudmundsdottir

Isabell Lehn Herlovsen (Mitte) setzt sich hier im Laufduell gegen Gudny Björk Ottinsdottir (rechts) sowie Anna Thorunn Gudmundsdottir (links) durch.

Trotz einer respektablen kämpferischen Leistung hätten die im Abschluss viel zu harmlosen Isländerinnen durchaus noch schlimmer unter die Räder kommen können, doch beließen es die Norwegerinnen letztendlich bei fünf Toren und der Erkenntnis, auf alle Fälle zum erweiterten Favoritenkreis dieser EM-Endrunde zu gehören.

Island

Sigurdardóttir – Árnadóttir, Gudmundsdóttir, Gunnarsdóttir, Hilmarsdóttir – Ódinsdóttir (70. Björnsdóttir), Fridriksdóttir, Thorláksdóttir (77. Ingvarsdóttir) , Kristjánsdóttir – Hönnudóttir (87. Stefánsdóttir), Gunnlaugsdóttir
Trainer: Olafur Thör Gudbjörnsson

Norwegen

Barli – Lund, Walde, Ree, Herregården – Eikeland (79. Johansen), Herlovsen (74. Burås), Mjelde, Enget – Ryland (57. Isaksen), Thorsnes
Trainer: Jarl Torske

Tore:
0:1 Mjelde (40.)
0:2 Mjelde (45./FE)
0:3 Enget (66.)
0:4 Isaksen (67.)
0:5 Thorsnes (84.)

Gelbe Karten: -

Schiedsrichterin: Esther Staubli (Schweiz)

Schiedsrichterassistenten: Agnes Sirkka Oswald (Österreich), Ttvia Malca (Israel)

Zuschauer: 1403

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