Von Martin Kochem (Text u. Bilder)
30.07.2007
Aufgrund des vorzeitig feststehenden Gruppensiegs war Bundestrainerin Maren Meinert im abschließenden Vorrundenduell gegen die bereits aus dem Turnier
ausgeschiedenen Gastgebe- rinnen zu Experimenten bereit und stellte die bislang so beeindruckend auftretende Startelf gleich auf sieben (!) Positionen um.
Dennoch schien dieser Umstand der Spielfreude des neu formierten deutschen Teams keinen Abbruch zu tun – im Gegenteil, dauerte es diesmal gerade mal acht
Minuten bis zum ersten Torerfolg. Dieser blieb der gewöhnlicherweise mit anderen Aufgaben betrauten Imke Wübbenhorst vorbehalten, welche eine präzise
Freistoßflanke von Katharina Baunach mittels herrlichem Flugkopfball in die Maschen bugsierte. Wenig später hatte die erneut überzeugende Nicole Banecki
nach einem herrlichen Solo das 2:0 auf dem Fuß, doch konnte die für Petra Lind Sigurdardóttir ins Tor gekommene Asa Dogg Adalsteinsdóttir glänzend
parieren.
Angriff auf Angriff rollte auf das isländische Tor, und die trotz einer Bandage ebenfalls von Beginn an ins Team auflaufende Lisa Schwab hätte mit einem
herrlichen 25m-Heber ihren Einsatz beinahe frühzeitig gekrönt (13.). Da machte es ihre Teamkollegin Nadine Keßler nach 22 Minuten allerdings besser, als
Torfrau Adalsteinsdóttir eine Baunach-Ecke durch die Hände rutschen ließ und sich die deutsche Spielführerin dafür mit ihrem zweiten Turniertreffer artig
bedankte. Herrlich direkte Spielzüge (vor allem über das Duo Keßler-Schwab) prägten das Spielgeschehen, bei dem immer wieder schöne Seitenwechsel sowie
neue Überraschungsmo- mente an den Tag gelegt wurden. So zielte Carolin Schiewe aus gut und gerne 35 Metern zu genau, als ihr Weitschuss-Heber über die zu
weit vor dem Kasten postierte isländische Torfrau leider nur an die Latte krachte (33.). Sage und schreibe in der 43. Minute kamen die Isländerinnen dann
nach einem deutschen Fehlpass zum ersten Mal gefährlich vor das deutsche Tor, doch konnte Jana Burmeister ihre Aufstellung mit einem gegen Laufey
Björnsdóttir gewonnenen 1:1-Duell in dieser Szene rechtfertigen. Kurz nach dem Seitenwechsel erging es Keßler auf der Gegenseite nicht viel besser und auch
die zur Pause eingewechselte Isabel Kerschowski scheiterte mit einem 25m-Kracher knapp (60.).
Quasi aus dem nichts fiel im Gegenzug der isländische Anschlusstreffer durch Fanndis Fridriksdóttir, welche Burmeister den Ball abnahm und das Spielgerät
anschließend cool im deutschen Gehäuse unterbringen konnte. Nachdem Wübbenhorst auf der Gegenseite knapp an ihrem zweiten Treffer vorbeigeschrammt
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Susi Hartel (hier im Duell mit Gudny Björk Odinsdottir) spielte auf Rechtsaußen eine ordentliche, aber etwas glücklose Partie
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war, leistete sich Daniela Löwenberg nach 73 Minuten einen Kapitalschnitzer und konnte sich bei ihrer Torhüterin bedanken, welche im direkten Duell gegen
Kristrun Kristjansdóttir Siegerin blieb.
Isabel Kerschowski gelang in der Nachspielzeit der 4:2-Endstand.
Dank einiger Unkonzentriertheiten in der deutschen Hintermannschaft wurde das Spiel nun offener und die
Isländerinnen witterten zumindest ihren ersten Punktgewinn bei diesem Turnier, bis die sieben Minuten zuvor eingewechselte Nathalie Bock nach einem schönen
Rückpass von Isabel Kerschowski den alten Abstand wieder herstellte (74.). Doch abermals kam Island aufgrund einer deutschen Nachlässigkeit zurück ins
Spiel. Carolin Schiewe spielte Nathalie Bock den Ball in der Nähe des Strafraums unnötig in den Rücken, Linda Thorlaksdóttir funkte dazwischen, bediente
die am linken Strafraumeck lauernde Fridriksdóttir, welche wiederum mit einem trockenen Linkschuss ins lange Eck ihren bereits dritten Turniertreffer
erzielen konnte. Die Hoffnung auf ein Remis gegen den amtierenden Europameister und Titelfavoriten machte Isabel Kerschowski dann in der Nachspielzeit
zunichte, welche sich nach Vorarbeit von Julia Simic im direkten Duell gegen Adalsteins- dóttir durchsetzen und locker zum 4:2-Endstand vollenden konnte.
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Bundestrainerin Maren Meinert war trotz der beiden Gegentore und den festgestellten Unkonzentriertheiten auch mit dem dritten Auftritt ihrer Truppe
einverstanden, da so was „im Gefühl des sicheren Sieges schon einmal passieren kann“. Beeindruckt war die deutsche Erfolgstrainerin vor allem über die
Fähigkeit ihres gesamten Teams, nach den Gegentoren die Konzentration auf die eigenen Stärken so schnell und zielstrebig wieder gefunden zu haben. Mit
Ausblick auf das Halbfinale gegen Frankreich zeigte sich die Bundestrainerin locker: „Wir haben unser Ziel, die WM-Qualifikation für 2008 geschafft. Doch
wenn man schon mal da ist, dann will man natürlich auch den Titel verteidigen.“ Dem ist nichts entgegenzusetzen...
Aufstellungen
Deutschland:
Burmeister – Baunach, Schiewe, Löwenberg, Marxkord – Wübbenhorst, Kessler (59. Bock), Banecki (67. M. Kerschowski), Simic – Schwab (46. I. Kerschowski),
Hartel
Island:
Adalsteinsdóttir – Árnadóttir, Gardarsdóttir, Björnsdóttir, Gunnarsdóttir – Eiríksdóttir (46. Thorláksdóttir), Ódinsdóttir (79. Stefánsdóttir), Fridriksdóttir, Magnúsdóttir (46. Ingvarsdóttir), Fridriksdottir - Gunnlaugsdóttir, Kristjánsdóttir.
Trainer: Olafur Thör Gudbjörnsson
Tore:
1:0 Wübbenhorst (8.)
2:0 Kessler (22.)
2:1 Fridriksdottir (61.)
3:1 Bock (74.)
3:2 Fridriksdottir (82.)
4:2 I. Kerschowski (90. + 2)
gelb: Baunach, Hartel, Schiewe
Schiedsrichterin: Danijela Markovic (Serbien)
Zuschauer: 250
Jugendnatios
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