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U19-EM 2007 - 3. Spieltag (23.07.07)

Auch der zweite Anzug sitzt

Deutschland : Island 4:2 (2:0)

Von Martin Kochem (Text u. Bilder)

30.07.2007

Aufgrund des vorzeitig feststehenden Gruppensiegs war Bundestrainerin Maren Meinert im abschließenden Vorrundenduell gegen die bereits aus dem Turnier ausgeschiedenen Gastgebe- rinnen zu Experimenten bereit und stellte die bislang so beeindruckend auftretende Startelf gleich auf sieben (!) Positionen um.

Dennoch schien dieser Umstand der Spielfreude des neu formierten deutschen Teams keinen Abbruch zu tun – im Gegenteil, dauerte es diesmal gerade mal acht Minuten bis zum ersten Torerfolg. Dieser blieb der gewöhnlicherweise mit anderen Aufgaben betrauten Imke Wübbenhorst vorbehalten, welche eine präzise Freistoßflanke von Katharina Baunach mittels herrlichem Flugkopfball in die Maschen bugsierte. Wenig später hatte die erneut überzeugende Nicole Banecki nach einem herrlichen Solo das 2:0 auf dem Fuß, doch konnte die für Petra Lind Sigurdardóttir ins Tor gekommene Asa Dogg Adalsteinsdóttir glänzend parieren.
Angriff auf Angriff rollte auf das isländische Tor, und die trotz einer Bandage ebenfalls von Beginn an ins Team auflaufende Lisa Schwab hätte mit einem herrlichen 25m-Heber ihren Einsatz beinahe frühzeitig gekrönt (13.). Da machte es ihre Teamkollegin Nadine Keßler nach 22 Minuten allerdings besser, als Torfrau Adalsteinsdóttir eine Baunach-Ecke durch die Hände rutschen ließ und sich die deutsche Spielführerin dafür mit ihrem zweiten Turniertreffer artig bedankte. Herrlich direkte Spielzüge (vor allem über das Duo Keßler-Schwab) prägten das Spielgeschehen, bei dem immer wieder schöne Seitenwechsel sowie neue Überraschungsmo- mente an den Tag gelegt wurden. So zielte Carolin Schiewe aus gut und gerne 35 Metern zu genau, als ihr Weitschuss-Heber über die zu weit vor dem Kasten postierte isländische Torfrau leider nur an die Latte krachte (33.). Sage und schreibe in der 43. Minute kamen die Isländerinnen dann nach einem deutschen Fehlpass zum ersten Mal gefährlich vor das deutsche Tor, doch konnte Jana Burmeister ihre Aufstellung mit einem gegen Laufey Björnsdóttir gewonnenen 1:1-Duell in dieser Szene rechtfertigen. Kurz nach dem Seitenwechsel erging es Keßler auf der Gegenseite nicht viel besser und auch die zur Pause eingewechselte Isabel Kerschowski scheiterte mit einem 25m-Kracher knapp (60.).
Quasi aus dem nichts fiel im Gegenzug der isländische Anschlusstreffer durch Fanndis Fridriksdóttir, welche Burmeister den Ball abnahm und das Spielgerät anschließend cool im deutschen Gehäuse unterbringen konnte. Nachdem Wübbenhorst auf der Gegenseite knapp an ihrem zweiten Treffer vorbeigeschrammt


Susanne Hartel, Gudny Björk Odinsdottir

Susi Hartel (hier im Duell mit Gudny Björk Odinsdottir) spielte auf Rechtsaußen eine ordentliche, aber etwas glücklose Partie

war, leistete sich Daniela Löwenberg nach 73 Minuten einen Kapitalschnitzer und konnte sich bei ihrer Torhüterin bedanken, welche im direkten Duell gegen Kristrun Kristjansdóttir Siegerin blieb.

Isabel Kerschowski gelang in der Nachspielzeit der 4:2-Endstand.

Dank einiger Unkonzentriertheiten in der deutschen Hintermannschaft wurde das Spiel nun offener und die Isländerinnen witterten zumindest ihren ersten Punktgewinn bei diesem Turnier, bis die sieben Minuten zuvor eingewechselte Nathalie Bock nach einem schönen Rückpass von Isabel Kerschowski den alten Abstand wieder herstellte (74.). Doch abermals kam Island aufgrund einer deutschen Nachlässigkeit zurück ins Spiel. Carolin Schiewe spielte Nathalie Bock den Ball in der Nähe des Strafraums unnötig in den Rücken, Linda Thorlaksdóttir funkte dazwischen, bediente die am linken Strafraumeck lauernde Fridriksdóttir, welche wiederum mit einem trockenen Linkschuss ins lange Eck ihren bereits dritten Turniertreffer erzielen konnte. Die Hoffnung auf ein Remis gegen den amtierenden Europameister und Titelfavoriten machte Isabel Kerschowski dann in der Nachspielzeit zunichte, welche sich nach Vorarbeit von Julia Simic im direkten Duell gegen Adalsteins- dóttir durchsetzen und locker zum 4:2-Endstand vollenden konnte.


Bundestrainerin Maren Meinert war trotz der beiden Gegentore und den festgestellten Unkonzentriertheiten auch mit dem dritten Auftritt ihrer Truppe einverstanden, da so was „im Gefühl des sicheren Sieges schon einmal passieren kann“. Beeindruckt war die deutsche Erfolgstrainerin vor allem über die Fähigkeit ihres gesamten Teams, nach den Gegentoren die Konzentration auf die eigenen Stärken so schnell und zielstrebig wieder gefunden zu haben. Mit Ausblick auf das Halbfinale gegen Frankreich zeigte sich die Bundestrainerin locker: „Wir haben unser Ziel, die WM-Qualifikation für 2008 geschafft. Doch wenn man schon mal da ist, dann will man natürlich auch den Titel verteidigen.“ Dem ist nichts entgegenzusetzen...

Aufstellungen

Deutschland:
Burmeister – Baunach, Schiewe, Löwenberg, Marxkord – Wübbenhorst, Kessler (59. Bock), Banecki (67. M. Kerschowski), Simic – Schwab (46. I. Kerschowski), Hartel

Island:
Adalsteinsdóttir – Árnadóttir, Gardarsdóttir, Björnsdóttir, Gunnarsdóttir – Eiríksdóttir (46. Thorláksdóttir), Ódinsdóttir (79. Stefánsdóttir), Fridriksdóttir, Magnúsdóttir (46. Ingvarsdóttir), Fridriksdottir - Gunnlaugsdóttir, Kristjánsdóttir. Trainer: Olafur Thör Gudbjörnsson

Tore:
1:0 Wübbenhorst (8.)
2:0 Kessler (22.)
2:1 Fridriksdottir (61.)
3:1 Bock (74.)
3:2 Fridriksdottir (82.)
4:2 I. Kerschowski (90. + 2)

gelb: Baunach, Hartel, Schiewe

Schiedsrichterin: Danijela Markovic (Serbien)

Zuschauer: 250

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