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U19-EM 2007: Finale

Ein hartes Stück Arbeit

Deutschland - England 2:0 n.V.

Von Nora Kruse

30.07.2007

Die deutsche U19-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Island erfolgreich den Titel verteidigt und die Engländerinnen nach Verlängerung mit 2:0 besiegt. Für die DFB-Auswahl ist es bereits der fünfte EM-Titel, doch auch der Gegner kann mit seinem Turnierverlauf zufrieden sein.

„Wir haben all unsere Erwartungen mit der Qualifikation für die EM-Endrunde übertroffen“, erklärte Englands Nationaltrainerin Mo Marley vor Turnierbeginn. Mit einer sehr jungen Mannschaft musste sie nach Island reisen, denn „einige unserer erfahrenen U19-Spielerinnen bereiten sich mit der A-Mannschaft auf die Weltmeisterschaft in China vor“. Zwei 16-jährige Spielerinnen waren an Bord und so bestanden die Ziele von Marley zunächst darin, „die Gruppenphase zu überstehen, um uns für die WM in Chile zu qualifizieren.“
Nach einem mäßigen Start gegen Polen, bei dem ihr Team nur knapp an einer Niederlage vorbei schrappte, steigerten sich die „Three Lions“ von Spiel zu Spiel. Die Trainerin war sich schon vor Turnierbeginn sicher, dass man von ihrer Mannschaft „noch einiges erwarten könne“ und Siege gegen den Favoriten aus Frankreich und Norwegen gaben dem Recht. Insbesondere die Abwehrleistung der Engländerinnen stimmte, was auch die deutsche Mannschaft im Finale schmerzlich zu spüren bekam.

Wenn man bei den vorsichtigen Vorstößen der englischen Mannschaft von Gefahr sprechen konnte, dann ging sie von Natasha Dowie (l.) aus.

Archivbild: www.jamesprickett.co.uk

In der recht ereignisarmen ersten Halbzeit egalisierten sich beide Mannschaften, ihr Spiel fand in erster Linie im Mittelfeld statt, zwingende Chancen konnte ich keines der Teams erspielen. In der sechsten Minute spielte sich Nicole Banecki von der rechten Seite in den Strafraum, ihr Schuss ging jedoch links am Tor vorbei. Nach 24 Minuten kam der englischen Mannschaft ein Fehlpass der DFB-Auswahl zugute. Natasha Dowie ergatterte den Ball, spielte sich durch das deutsche Mittelfeld, zog aus etwa zwanzig Metern ab, wobei sie das Tor ebenfalls verfehlte.


Mit Verlauf der ersten Hälfte erarbeite sich Deutschland ein optisches Übergewicht, konnte sich dies jedoch nicht zunutze machen. Die Fehlpassquote der Deutschen war zu hoch, immer wieder kam die gut stehende englische Abwehr an den Ball. Doch so gut die Abwehr stand, so ungeordnet war das Aufbauspiel der Engländerinnen. Die Halbzeit schritt voran und den letzten Versuch zur Führung startete Isabel Kerschowski in der 44. Minute mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, der jedoch über den Kasten flog.

Nathalie Bock, Imke Wübbenhorst

Nathalie Bock (l.) bejubelt mit Imke Wübbenhorst ihr 1:0 in der Nachspielzeit.

Foto: www.jamesprickett.co.uk

Auch wenn Dowie die erste Chance der zweiten Halbzeit gehörte, als sie Bianca Schmidt und Carolin Schiewe ausspielte, dann jedoch nur das Außennetz traf, steigerte sich die Dominanz der deutschen Mannschaft in den folgenden 45 Minuten. Zumeist scheiterte das Team von Maren Meinert jedoch durch Mängel im Spielaufbau oder einer zu hohen Fehlpassquote an sich selbst. England wurde immer stärker in die eigene Hälfte gedrängt, hielt dem Druck jedoch stand. Die „Three Lions“ kämpften als Team aufopferungsvoll, überschritten die Mittellinie mit zunehmendem Verlauf des Spiels allerdings immer weniger. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wurden die Bälle von Deutschland zumeist schnell abgefangen und ein nächstes Anrennen gegen die geballte englische Abwehr begann. Anstatt jedoch zu sehen, dass es durch die Mitte kaum einen Weg gab, versuchte es die Mannschaft zu wenig über die Außenbahnen, obwohl Banecki dort eine sehr gute Figur abgab und immer für Tempo sorgte, wenn sie in Ballbesitz kam.
Die wohl größte Chance des Spiels ergab sich nach einem Freistoß von Katharina Baunach, deren Hereingabe Nadine Keßler mit dem Kopf an die Latte lenkte. Der Ball wollte jedoch nicht über die Torlinie, die Verlängerung stand an.
Wie im Halbfinale gegen Frankreich schoss die DFB-Auswahl in den


Erfolgreiche Titelverteidigung für Nathalie Bock (l.) und Monique Kerschowski

Foto: www.jamesprickett.co.uk

zusätzlichen dreißig Minuten gleich zwei Tore. In der 107. Minute führte eine Ecke von Baunach zu Konfusion im englischen Strafraum, ein Klärungsversuch landete über Banecki bei Nathalie Bock, die schließlich einlochte. Englands Trainerin muss die Gefahr von Eckbällen erahnt haben. Nur zehn Minuten vorher beschwor sie eine ihrer Spielerinnen bei einem Zweikampf an der Eckfahne mit den Worten „No corner! No corner!“ den Ball ja nicht verloren zu geben, und kommentierte den Ballverlust in Richtung Seitenauslinie anschließend nur mit einem leidenden „Noooo.“
So war es ein Eckballl, der den Engländerinnen das Genick brach. Auch wenn England noch 13 Minuten Zeit hatte, auszugleichen und sich ins Elfmeterschießen zu retten, konnte man beim mangelhaften Angriffsspiel des jungen Teams nicht davon ausgehen, dass das noch passieren würde. Stattdessen setzte sich Monique Kerschowski in der 119. Minute gegen Danielle Buet durch, behielt in der 1:1-Situation gegen Torhüterin Danielle Hill die Oberhand und erzielte den 2:0-Endstand. Die Titelverteidigung war geschafft und auch das Ergebnis wurde dem Spielverlauf mehr als gerecht.

Aufstellungen

Deutschland:
Vetterlein, Schmidt, Schiewe, Draws, Baunach, N. Banecki (112. Hartel), Keßler, Bock, Schwab (57. M. Kerschowski), I. Kerschowski, Goddard (63. Wübbenhorst)

England:
Hill, Weston, Larkin, Whelan, Bradley, Clarke, Buet, Dowie (81. Rafferty), Edwards, Allen (115. McCoye), White

Tore:
1:0 Bock (107.)
2:0 M. Kerschowski (119.)

gelb:
M. Kerschowski, Wübbenhorst, Buet

Schiedsrichterin
Kirsi Savolainen (FIN)

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