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U19-Europameisterschaft 2006 in der SchweizÜberlegen ins HalbfinaleDeutschland - Belgien 4:0 (1:0) | ||
Text und Fotos von Detlef Püschel |
Torjubel bei der deutschen Mannschaft. Babett Peter, Juliane Höfler und Ann-Christin Angel freuen sich, rechts Monique Kerschowski. | |
sie wurde zur einzigen Enttäuschung der jungen Mannschaft von Maren Meinert. Nach zwanzig Minuten stellte Lira ihren anfangs gezeigten Eifer plötzlich ein und nach weiteren 10 Minuten merkte ich kaum noch, dass sie überhaupt auf dem Platz war. Dadurch fehlte Nadine Keßler die Spielpartnerin und es lief nicht viel zusammen. Ähnlich erging es Isabell Kerschowski, die zwar unermüdlich rannte und rackerte, aber kaum ein vernünftiges Zuspiel bekam. Die hohen Flanken, die Juliane Maier und Juliane Höfler in den belgischen Strafraum schlugen, konnte sie nicht verarbeiten. Isy wurde vor allem dann gefährlich, wenn sie ihre Schussstärke unter Beweis stellen konnte, so in der 18. und 34. Minute. Ihre Schnelligkeit konnte sie auch nicht ausspielen, da die Belgierinnen hinten kompakt standen und immer 5-6 Spielerinnen verteidigten. So waren vor allem Kurzpass- und Doppelpassspiel gefragt, um immer wieder Lücken in die Abwehr zu reißen. Bis zum 16-er klappte das auch ganz gut, leider fehlte der präzise Abschluß. Doch die deutschen Mädels probierten es erneut und in der 42. Minute gelang auch der Abschluss. Nach einer schönen Flanke von Josephine Schlanke sprang Frederike Engel höher als ihre Gegenspielerin und traf per Kopf zum 1:0. Diese Führung war mehr als verdient, und so ging es auch in die Pause.
Josephine Schlanke setzt zum Pass an. Rechts Janice Cayman. Nach dem Seitenwechsel hatte ich noch nicht mal richtig Platz genommen, da zappelte der Ball schon wieder im belgischen Netz. Die sehr lauffreudige Frederike Engel hatte sich über rechts schön durchgesetzt und passte zu Nadine Kessler, die mit dem Ball durch die gesamte gegnerische Abwehr marschierte und zum 2:0 einschob. Jetzt war der Bann gebrochen und die deutsche Überlegenheit drückte sich endlich auch im Ergebnis aus. So rollte Angriff auf Angriff auf das Tor von Sofie van Houtven zu, die nun zur besten Akteurin ihrer Mannschaft wurde. In der 56. Minute wechselte Maren Meinert gleich doppelt. Für die enttäuschende Fatmire Bajramaj kam Ann-Christin Angel und für die klasse agierende Josephine Schlanke kam die Neu-Hamburgerin Anna Blässe ins Spiel. Beide brachten viel Schwung ins Angriffsspiel und Angel konnte auch Keßler wieder besser in Szene setzen, ähnlich wie Bajramaj in den ersten zwanzig Minuten. Es blieb weiterhin ein Spiel auf ein Tor, denn den Belgierinnen gelang kaum Entlastung und nur sehr selten kamen sie in die deutsche Hälfte hinein.
Torfrau Sofie van Houtven klärt vor der herbei stürmenden Isabel Kerschowski.
Dann kam für Juliane Maier, die mir sehr gut gefallen hat, der andere Kerschowski-Twin aufs Feld. Monique Kerschowski und Ann-Christin Angel waren sofort wie |
Latsch und Bommel. Mit einem „doppelten Doppelpass“ setzten sie die komplette belgische Abwehr außer Gefecht, nur Sofie van Houtven hatte etwas gegen Moniques strammen Schuß und konnte zur Ecke klären. Auch danach harmonierten die Niederkirchnerin und die Potsdamerin aufs Allerfeinste! In der Schlussphase der sehr einseitigen Begegnung schlichen sich einige Unkonzentriertheiten ins deutsche Spiel, welche die schwachen Belgierinnen allerdings nicht bestrafen konnten. Die DFB-Kickerinnen schalteten nun in den Schongang, wohlweißlich, dass der nächste Gegner ein schwereres Kaliber sein würde. Erst in den letzten fünf Minuten zogen die Meinert-Schützlinge das Tempo nochmal etwas an und kamen auch prompt zum Erfolg. In der 85. Spielminute erhöhte die eingewechselte Anna Blässe, nach schönem Zuspiel von Nadine Kessler, mit einem satten Schuß auf 3:0. Schon in der Nachspielzeit erzielte die immer eifrige Juliane Höfler das 4:0, als sie eine präzise Flanke von Isabell Kerschowski mit der Brust stoppte, und den Ball aus halbrechter Position an Sofie van Houtven vorbei schoss. Somit wurde auch das Spielergebnis halbwegs dem Geschehen auf dem Rasen gerecht und die deutsche U19-Damenauswahl zieht als Gruppensieger ins Halbfinale der EM 2006 ein. Der Gegner in diesem Spiel ist der erwartet harte Brocken. Russland ist ein alter Bekannter unserer Mädels, mit denen sich sowohl gute, aber auch schlechte Erfahrungen verbinden. Mit Elena Danilowa haben die Russinnen einen echten Goalgetter in ihren Reihen, der unsere Abwehr wohl mehr beschäftigen dürfte, als ihnen recht sein wird. Mit der Leistung gegen Dänemark und gegen die kompakten Belgierinnen muss Maren Meinert und Bettina Wiegmann aber nicht bange sein. Ein Fragezeichen muss man nur hinter Lira Bajramaj machen, die anderen Mädchen sind hochmotiviert und topfit. Nur zwanzig Minuten Zauberfußball reichen nicht aus, um ihre Nominierung zu rechtfertigen. Eine Ann-Christin Angel, Anna Blässe und Monique Kerschowski waren da heute wirkungsvoller. Aber vielleicht straft sie mich gegen Russland auch Lügen und sorgt mit dafür, dass Deutschland am Samstag im Finale steht. Langer Ball von Josephine Schlanke auf Isabel Kerschowski.
Statistik:
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