Qualifikation zur WM 2011Kalte Dusche!Niederlande – Weißrussland 1:1 (1:0) | ||
Text von Marion Kehren 23.11.2009 Eine kalte Dusche erwischte die Niederlande in Den Haag, beim Qualifikationsspiel zur WM 2011. Lediglich mit einem überraschenden und gleichzeitig mageren 1:1 endete die Partie aus Sicht der Oranjes. „Damit ist für uns die Qualifikation zur WM 2011 so gut wie erledigt. Ich glaube nicht, dass wir noch eine Chance haben werden,” so die niedergeschlagene niederländische Trainerin Vera Pauw. „Zurückblickend war das Jahr für uns phänomenal ... mit dem Einzug ins EM Halbfinale und dem anschließenden Boom in den Niederlanden ...damit hatte keiner gerechnet, aber dass wir ausgerechnet jetzt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden, ist kein schönes Gefühl. Es ist für mich unbegreiflich, was da draußen passiert ist. Wir hatten so viele Chancen und haben keine richtig nutzen können,” so Pauw weiter. ![]() Annemieke Kiesel hat hier Elena Buzinova abgehängt. Gegen Ende der Partie wurde die defensive Mittelfeldspielerin Kiesel nach vorne beordert, um den Angriff der Niederländerinnen zu stärken, doch auch diese Maßnahme half nicht mehr Was war passiert? Die orangen Löwinnen haben im Wettstreit um einen Qualifikationsplatz zur WM 2011 in Deutschland in ihrer Gruppe einen herben Rückschlag erlitten. Dabei sah es lange Zeit so aus, als würde das Überraschungsteam der EM in Finnland die Weißrussen (aktuell Platz 41 der Weltrangliste) in Grund und Boden laufen, doch damit weit gefehlt. Pauw musste ihre Stammelf verletzungsbedingt gleich auf sieben Positionen neu besetzen bzw. umstellen und brachte mit Jeanine van Dalen (ADO Den Haag), Renee Slegers (Willem II), Anouk Dekker (FC Twente) und Kika von Es (Willem II) gleich vier Debütantinnen. Doch nicht die Niederlande bestimmte in den Anfangsminuten das Spiel, sondern der krasse Außenseiter Weißrussland. Bereits nach wenigen Minuten hatte Katsiaryna Avkhinovich den Führungstreffer auf dem Fuß, verpasste das Tor aber nur knapp. Die Niederländerinnen trauten ihren Augen nicht und konnten ihre Nervosität nur langsam ablegen, zu viel stand auf dem Spiel, schließlich hätte man im Wettstreit gegen Norwegen, zurzeit Platz 1 in der Gruppe 2, wichtige Punkte gut machen können. ![]() Anouk Dekker im Vorwärtsgang gegen Oksana Shpak. Auch Dekker verpasste einige Torchancen Nach und nach wurden die Oranjes stärker und setzen die Weißrussinnen unter Druck. Ein wahres Schussfestival auf das gegnerische Tor wurde gezündet. Binnen 20 Minuten konnten die Niederländerinnen insgesamt 9 Torschüsse durch Renee Slegers, Anouk Dekker und Manon Melis vermelden, doch keiner konnte in Zählbares umgesetzt werden. Zu kompakt stand die weißrussische Verteidigung um Oksana Shpak und Iryna Nikalayeva, die heute große und wichtige Stützen für ihre Mannschaft waren. In der 21. Minute erlöste Slegers ihre Mannschaft und die 4.500 Zuschauer im Stadion Ado Den Haag. Nach einer Flanke erwischte sie den Ball und schoss volley aus 18 Metern zur 1:0 Führung ein. ![]() Die einzige niederländische Torschützin an diesem Tag Renee Slegers gewinnt hier den Ball - Iryna Nikalayeva am Boden. Jeder hoffte nun auf den bekannten geplatzten Knoten, doch die niederländischen Spielerinnen taten sich weiterhin schwer. Fast fünf Minuten benötigten die Löwinnen um wieder eine gute Aktion zeigen zu können, doch dieses Mal scheiterte Dekker an der Innenlatte und der Ball katapultierte sich selber wieder aus dem Tor. |
Nach dem Schlusspfiff - Freud und Leid nebeneinander | |
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Langsam erwachten die Weißrussinnen aus ihrer Lethargie und versuchten nun ihrerseits durch Einzelaktionen in die niederländische Hälfte vorzudringen. Dabei sorgte besonders Katsiaryna Avkhinovich für Unruhe im Strafraum der Niederländerinnen und Kika van Es hatte alle Hände voll zu tun. Das Publikum spürte, dass ihre Mannschaft heute jede Unterstützung benötigen würde, um einen Sieg einzufahren und so feuerte es sie frenetisch an. Kapitänin und neue US-Legionärin Daphne Koster tat das Selbige. ![]() Daphne Koster feuert ihre Mannschaft an In der Halbzeit gab es ein kleines Schmankerl für Fans des niederländischen Frauenfußballes. Die 29-jährige Nationalspielerin Jessica Torny (62 Länderspiele) und zuletzt bei Willem II tätig, beendete nun auch ihre internationale Karriere. Torny dürfte einigen noch ein Begriff sein, spielte sie doch 2 Jahre bei Heike Rheine in der deutschen Frauenfußball-Bundesliga. In der Zukunft wird sie dem niederländischen Verband als U15 Assistenztrainerin weiter zur Seite stehen. ![]() Ehrung von Jessica Torny In der zweiten Hälfte war weiterhin die niederländische Mannschaft das spielbestimmende Team und hatte Tormöglichkeiten en masse. Doch Weißrussland blieb gefährlich und unberechenbar. Die größte Chance für den Ausgleich hatte in Minute 56 Marina Lis, als diese das Leder nur knapp über die Querlatte bugsierte. Die Oranjes machten zu wenig um den Vorsprung weiter auszubauen und liefen zudem mehrfach in die Abseitsfalle. In der 62. Minute sollten sich die vergebenen Chancen der Niederländerinnen bitter rächen. Nach einem verschätzten Abwehrversuch durch Daphne Koster sprang der Ball direkt vor die Füße von Avkhinovich. Diese spitzelte das Leder aus fast unmöglichem Winkel ins hintere lange Eck und schoss zum Ausgleichstreffer ein. Loes Geurts, im Tor der Niederländerinnen hatte nicht den Hauch einer Chance. ![]() Katsiaryna Aykhinovich, die hier Sylvia Smit hinter sich lässt, erzielte den Ausgleich für Weißrussland |
Manon Melis versuchte sich ein ums andere Mal gegen die Gegnerinen durchzusetzen, hier 17 Katsiaryna Avkhinovich und 16 Yuliya Barysenka Doch statt sich aufzubäumen waren die Löwinnen völlig geschockt und hatten danach merklich Probleme sich auf das Spiel zu konzentrieren. Sie bemühten sich zwar redlich, aber die Weißrussinnen hatten die Überraschung auf dem Fuße und wollten diese tunlichst nicht mehr hergeben. Niederlande legte nun alles in die Waagschale und so wurde selbst Annemieke Kiesel, ihres Zeichen defensive Mittelfeldspielerin, nach vorne beordert. Doch zum Schluss kam auch noch Pech dazu, als ein klares Handspiel der Weißrussinnen nicht geahndet wurde. Die Minuten tickten runter und als in der Nachspielzeit auch noch ein Schauer über dem Stadion niederprasselte war die Dusche für die Niederländerinnen ziemlich kalt. ![]() Iryna Nikalayeva kann Anouk Dekker den Ball abluchsen Weder die weißrussischen Spielerinnen noch ihr Trainer Dmitri Shevchuk konnten ihr Glück fassen. „Wir sind hierher gefahren ohne zu wissen wo wir stehen. Aber das wir ausgerechnet dem diesjährigen Halbfinalisten der EM einen Punkt abnehmen konnten erfüllt uns mit Stolz und zeigt uns, dass unsere Arbeit Fortschritte macht,” so der glückliche Trainer. In der Gruppe 2 belegt Weißrussland nun nach Norwegen den zweiten Platz in der Tabelle, die Niederlande sind auf Platz 3 zurück gefallen. Nun hilft nur noch ein „Totalausfall” der Norwegerinnen, um den Oranjes noch eine kleine Chance aufs Weiterkommen zu bescheren. ![]() Pressekonferenz - vlnr. Petra van Rooij - Pressesprecherin NL, Vera Pauw, Dmitri Shevchuk und Dolmetscherin
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