InternationalSchweden auf einer rosa WolkeSchweden-Brasilien 3:1 (0:1) | ||
27.04.2009 Selbst zwei Tage nach der Einweihung des Stadions Nya Gamla Ullevi in Göteborg (Kapazität 18.800 Plätze) schwebt Frauenfußballschweden immer noch wie auf einer rosa Wolke. Das 3:1 gegen Brasilien war nun das Tüpfelchen auf dem i und eine rauschende Fußballfeier. Nicht die Brasilianerinnen (in blau-weißen Auswärtstrikots), sondern die Gelbblauen aus Schweden tanzten Samba. Das Spiel hatte jedoch mit der relativ schnellen Führung des Vizeweltmeisters nach einem Kopfball von Cristiane angefangen. Lotta Schelin stand nicht eng genug bei Cristiane, die letzte Saison noch das Trikot von Linköpings FC getragen hat. ![]() Hier klärt Hedvig Lindahl vor der kopfballbereiten Cristiane Nach einer guten halben Stunde aber spielte vornehmlich die Mannschaft von Thomas Dennerby, die nach den Siegen gegen Deutschland (3:2) und den USA (1:1, Sieg nach Elfmeterschiessen) nun auch das dritte im Bunde der in der Weltrangliste vor ihnen stehenden Teams besiegt hat. Keine Frage, Schweden ist wieder wer. Victoria Svensson, im Mai 32 Jahre alt werdend, erlebt ja auch in der Liga ihren zweiten Frühling. ![]() Spielführerin und Torschützin Victoria Svensson
Als sie in den zweiten 45 Minuten von der Stürmerposition zurück ins offensive Mittelfeld ging, wendete sich das Blatt endgültig. Es gibt im Weltfußball nur wenige Spielerinnen, die ein derartiges Antizipationsvermögen haben, so viel Spielverständnis haben wie die Kapitänin des Nationalteams und von Djurgården Damfotboll. ![]() In Schweden trauert man Marta immer noch nach Ihre fußballerische Entwicklung zum Superstar fand in Umeå statt. Da wo Anna Paulson vier Jahre mit ihr gespielt hat. "Wenn Marta zu Anfang eines Spiels mehrfach hart bedrängt wird, dann wird sie sauer und dann macht sie öfter Pausen oder zieht sich zurück," hatte Paulson gesagt. ![]() Sara Thunebro, neben Sjögran und Svensson, nimmt zum Freistoss Anlauf |
Brasilianische Sambatämzer im neuen Stadions Nya Gamla Ullevi in Göteborg | |
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Zwanzig Minuten vor Schluss fiel die schnelle Entscheidung. Zuerst ein Freistoss der neben Svensson überragenden Sara Thunebro. Die zirkelte den Ball hart und halbhoch an Freund und Feind vorbei ins Netz. Ausgleich. Im nächsten Angriff abermals Freistoss, dieses Mal flankte Therese Sjögran auf den Kopf von Victoria Svensson, die das Leder mit dem Rücken zum Tor stehend in den rechten Winkel köpfte. "Ich bin so lange dabei, ich weiß nun einmal, wo das Tor steht," kommentierte "Vickan" trocken ihren Kunsttreffer. ![]() Ab jetzt war die Partie für Schweden im Sack; Vickan jubelt nach dem 2:1 Dass dann auch noch Lotta Schelin kurz vor Schluss nach Flanke von Paulson auf 3:1 erhöhte, war hochverdient. Schweden hätte den Brasilianerinnen durchaus noch 1-2 weitere Tore einschenken können. Eine Klasseleistung, die dritte in Folge. Schelin wesentlich stärker als gegen Duisburg, wo sie blass blieb. Aber das Spiel bei den Franzosen passt ihr noch nicht: "Ich stelle mich um auf das Spiel in Frankreich und ich finde, sie könnten sich auch etwas mehr auf mich einstellen. Ich liebe Bälle in die Tiefe," sagte Lotta Schelin und ließ leise Zweifel an ihrer Zukunft in Frankreich aufkommen. Der Vertrag gilt aber bis 2010. ![]() Lotta Schelin, die hier noch gegen Grazzielle zweite Siegerin war, erzielte das 3:1
Und Coach Thomas Dennerby strahlte wie die Frühlingssonne in Schweden: "Ich bin ungeheuer zufrieden, wie alle Teile auf einmal zusammenpassen. Und was ich betonen will: Dies hier war keine Eintagsfliege, das haben wir ja schon beim Algarve Cup gesehen." Mit dem gestärkten Selbstbewusstsein aus Siegen gegen alle drei Topteams der Welt in Folge muss Schweden als einer der großen Favoriten auf den EM-Titel angesehen werden.
![]() Auftritt der schwedischen Gruppe Alcazar Die Eröffnungszeremonie startete zika 1 ¾ Stunden vor Spielbeginn mit vielen Musikdarbietungen etwa von Amy Diamond, Alcazar, Caroline Af Ugglas und Timo Räisinen. |
Auch Pia Sundhage, die jetzige Nationaltrainerin der USA, gab eine „kleine Showeinlage” Mein Eindruck vom Spiel war, dass Schweden zunächst etliche Positionsprobleme hatte und zudem Brasilien die bessere Mannschaft war. Besonders gefährlich waren sie, wenn sie über die linke Seite kamen. Das Passspiel des Dreikronen war hundsmiserabel, viel zu einfach wurde der Ball weitergeschoben. In der zweiten Hälfte, nachdem Schweden einige Umstellungen und Auswechslungen vorgenommen hatte, war das ganz anders, die Gelbblauen wuchsen über sich hinaus und Brasilien wurde immer schlechter. ![]() Barbara, die bei Sunnanå SK das Tor hütet, fängt hier das Leder vor den angreifenden Schwedinnen ab Das Resultat ging zum Schluss in Ordnung und hätte noch höher ausfallen können, wenn die Gäste nicht so eine großartige Keeperin im Tor gehabt hätten und die die beste Brasilianerin an diesem Tag war. Sara Thunebro war dies im schwedischen Dress.
Schweden:
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