Text: Volker Lieberum 07.9.2007
Letzte Woche patzte Djurgården mit einem Unentschieden. Dieses Mal verlor Malmö in Umeå. Damit hat sich der Vorjahresmeister auch am 18. Spieltag ein gesundes Polster von sechs Punkten vor dem zweiten, Djurgården und sieben Punkten vor Malmö, dem Dritten, zugelegt.
Da am nächsten Spieltag (7.10.07) sich noch Malmö - Djurgården duellieren werden und bei den noch vier ausstehenden Spielen, bei denen Umeå zu Hause auf Falkping und AIK trifft, dürfte für die Nordschweden die Meisterschaft 2007 gelaufen sein. Somit scheint auch der Topbegegnung am letzten Spieltag Djurgården - Umeå das Prickeln genommen zu sein.
AIK - Linköpings FC 1:1 (0:1)
Rainer Fußgänger: AIK hat lediglich in sechs der achtzehn bisherigen Spiele der Damallsvenskan das gegnerische Tor getroffen, aber nach dem 1:1 gegen Linköping am
Samstag hat man jetzt in drei Ligaspielen sowie zwei Pokalspielen hintereinander jubeln können.
Jessica Julin stochert nach dem Ball von Sara Larsson, beobachtet von Nazanin Vaseghpanah Bild: Anders Henrikson
In der ersten Halbzeit spielte sich die Begegnung weitgehend im Mittelfeld ab und es gab nur wenig Torchancen. Frida Östberg glänzte auf der rechten Seite bei Linköping und machte das Spiel. Die Gäste hatten deutlich mehr Ballbesitz, während AIK kaum Torchancen erspielte. Fünf Minuten vor der Pause setzte Frida Östberg dann Maria Aronsson in Szene, die den Ball leicht zum 1:0 an Sofia Lundgren vorbei einschieben konnte.
Aber wie so oft in den letzten Begegnungen konnte AIK sich in der zweiten Halbzeit deutlich steigern. Das brachte dennoch keine großen Chancen und Hedvig Lindahl verbrachte einen geruhsamen Nachmittag auf Skytteholms IP in Solna.
Die beste Chance hatte Laura Kalmari nach einer Stunde, sie tauchte auf einmal frei vor dem Tor Linköpings auf, aber Faith Ikidi konnte sie einholen und zur Ecke retten. Faith Ikidi ragte in Linköpings Abwehr heraus.
Faith Ikidi versucht Laura Kalmari zu umspielenBild: Anders Henrikson
Sie verlor praktisch keinen Zweikampf und war genauso sicher wie Sanna Valkonen auf der anderen Seite. Beide wurden dann auch zu den jeweils besten Spielerinnen gewählt.
Sanna Valkonen war beste Spielerin auf Seiten AIKsBild: Nora Kruse
Kosovare Asllani hatte die erste von mehreren Chancen für Linköping in der zweiten Halbzeit. Ihren Schuss wehrte Sofia Lundgren in der 64. Minute mit einer Glanzparade ab. Kurz darauf schoss Maureen Mmadu knapp übers Tor nach einer schönen Kombination von Petra Larsson und Maria Karlsson.
Genauso wie gegen Umeå IK im Pokalfinale fiel das Tor für AIK aus einer Standardsituation heraus. Linda Lekander schoss einen Eckball von der linken Seite und der Ball segelte über Freund und Feind, einschließlich Hedvig Lindahl zum 1:1 Ausgleich ins Netz. Kein Torwart sieht in einer solchen Situation gut aus, aber im Duell der beiden Nationaltorhüterinnen machte auch Sofia Lundgren einen Fehler.
Schwedens WM Torhüterinnen: Sofia Lundgren und Hedvig Lindahl Bild: Anders Henrikson
Nach einem Freistoß für Linköping brachte sie
den Ball nicht unter Kontrolle, aber das Leder war keinesfalls jenseits der Linie, wie einige Spielerinnen der Gäste es gern gesehen hätten.
Auch die letzte Chance im Spiel hatten die Gäste. Ein Freistoss von Frida Östberg köpfte Faith Ikidi in der 90. Minute an die Querlatte. 1:1 zwischen AIK und Linköping, etwas glücklich für AIK, weil Linköping die besseren
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Sara Thunebro ist Sieger vor Marijke Callebaut Bild: Nora Kruse
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Chancen hatte. Aber bei AIK scheint die torlose Zeit der Vergangenheit anzugehören.
Bei Standardsituationen ist das Team sehr gefährlich geworden und spielt regelmäßig gut in der zweiten Halbzeit. Trotzdem fehlt es im Angriff an Durchschlagskraft, aber in diesem Spiel hatte man es mit einer starken Abwehr und einer überragenden Faith Ikidi zu tun.
Kacey White ist ein Gewinn für AIK, aber das Spiel zwischen ihr und den anderen muss noch abgestimmt werden. AIK ist jetzt drei Punkte vor QBIK auf dem 11. Platz mit deutlich besserem Torverhältnis. Wegen der dritten gelben Karte muss AIK beim wichtigen Auswärtsspiel in Falköping nach der WM-Pause auf Sanna Valkonen verzichten.
Hedvig Lindahl freundet sich nach dem Spiel mit Josefine Öqvists kleinem Begleiter anBild: Anders Henrikson
Djurgården - Hammarby IF DFF 1:0 (0:0)
Rainer Fußgänger: Während lediglich 208 Zuschauer das Samstagsspiel in Stockholm zwischen AIK und Linköping sahen, kamen immerhin 1212 Zuschauer zum Lokalderby zwischen Djurgården und Hammarby zu Kristinebergs IP. Neuer Saisonrekord.
Hammarby begann selbstbewusst nach der hervorragenden Leistung gegen Umeå am letzten Spieltag. Trainer Anders Bengtsson hatte der 18-Jährigen Außenverteidigerin Anna Lindblom eine Sonderrolle gegeben: Sie sollte Djurgårdens starke rechte Seite ausschalten und Vorstöße von Elin Ekblom verhindern. Selten ist Elin so scharf bewacht worden, Anna wich ihr nicht von der Seite und beide lieferten sich packende Zweikämpfe.
In einer sehr ausgeglichenen ersten Halbzeit gab es Chancen auf beiden Seiten. Als erste Torfrau musste sich Bente Nordby bei Djurgården auszeichnen. Die unermüdliche Kapitänin Hammarbys Jennie Jonsson hatte Sara Johansson angespielt, deren Rechtsschuss nach
einer Viertelstunde eine Glanzparade der norwegischen Nr. 1 zur Folge hatte.
Sara Johansson, Bente Nordby und Dorte Dalum Jensen spielen das Spiel "1-2-3 Wo ist der Ball"Bild: Kjell Franzén
Wie gewohnt versuchte es Hammarby mit langen Bällen auf die schnellen Spitzen Johansson und Jessica Landström. Dänemarks linke Nationalverteidigerin Dorte Dalum hatte besonders in der ersten Halbzeit deutliche Probleme gegen die pfeilschnelle Sara Johansson. Dorte
wurde in der zweiten Halbzeit jedoch stärker, bis Sara Johansson leicht verletzt ausschied.
Auf der Gegenseite köpfte Ann-Marie Norlin und gab Kathrin Lehmann die Gelegenheit ihre Klasse zu zeigen. Weil das ansonsten so gefährliche Paar Sara Thunebro - Elin Ekblom auf der rechten Seite kaum durchkam, versuchte Djurgården es mit den Routiniers Kicki
Bengtsson und Victoria Svensson, was zu zwei recht guten Chancen in der ersten Halbzeit führte.
Kristin Bengtsson attackiert Annica Svensson Bild: Kjell Franzén
Hammarby war einen Tick gefährlicher. Nach einer Ecke von Lollo Fors köpfte Malin Nyqvist, aber wieder zeigte Bente Nordby, dass sie unglaubliche Reflexe auf der Linie hat.
In der 57. Minute dann ein Abseitstor für Djurgården durch Kicki Bengtsson, aber der Pfiff war deutlich vorher ertönt. Sechs Minuten später eine in dieser Saison symptomatische Szene für Hammarby: Malin Nyqvist flankte von links in den Strafraum und Marijke Callebaut legte zurück auf Sara Johansson, die aus 16 Metern abzog - der Ball klatschte an den Innenpfosten
und zurück ins Spiel.
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Die Belgierin Marijke Callebaut war fast überall zu finden und gäbe es Kilometergeld, hätte sie den Löwenanteil einstreichen können.
Callebaut und die schon erwähnte Anna Lindblom waren Hammarbys Pluspunkte an diesem Nachmittag.
Als sich dann schon fast alle mit dem Unentschieden anzufreunden begannen und die Rufe der Hammarby Anhänger lauter waren als die der Heimmannschaft, bewies Victoria Svensson, dass man sie nicht 90 Minuten lang ausschalten kann. Exakt in der 90. Minute marschierte sie energisch von links auf das Tor zu, setzte sich gegen zwei Gegnerinnen durch und passte in den Lauf der völlig frei anstürmenden Emma Lundh, die gar nicht anders konnte, als das 1:0 zu erzielen.
Djurgården ist wieder zweiter in der Damallsvenskan, der Abstand zu Umeå beträgt aber sechs Punkte vier Spieltage vor Schluss. Abermals eine bittere Niederlage für Hammarby, das innerhalb einer Woche gegen die beiden besten Teams der Liga jeweils glänzend gespielt hat und beide mal sehr unglücklich 0:1 verlor, obwohl ein Unentschieden verdient gewesen wäre. Aber wer sagt, dass Fußball gerecht ist.
Umeå IK - LdB FC Malmö 2:0 (0:0)
Tore:
1:0 Lisa Dahlqvist 55.'
2:0 Marta da Silva 89.'
Zuschauer: 1.964
QBIK - KIF Örebro DFF 1:2 (1:1)
Tore:
1:0 Rebecca Jonsson 31.'
Rebecca Jonsson brachte QBIK mit 1:0 in FührungBild: Thomas Berglund
1:1 Pavlina Scasna 36.'
Pavlina Scasna erzielte den Ausgleichstreffer für Örebro. In der nächsten Saison wird sie das Dress von LdB FC Malmö tragen Bild: Thomas Berglund
1:2 Elin Magnusson 59.'
Zuschauer: 483
Falköpings KIK - Kopparbergs/ Göteborg 0:3 (0:2)
Tore:
0:1 Ingvild Stensland 43.'
0:2 Lotta Schelin 45.'
0:3 Salina Olsson 78.'
Zuschauer: 710
Sunnanå SK - Bälinge 1:0 (0:0)
Tor:
1:0 Eigentor 76.'
Zuschauer: 1.074
| No |
Team |
S |
+ |
0 |
- |
TD |
P |
| 1 |
Umeå |
18 |
16 |
0 |
2 |
46 |
48 |
| 2 |
Djurgården |
18 |
13 |
3 |
2 |
26 |
42 |
| 3 |
LdB FC Malmö |
18 |
13 |
2 |
3 |
39 |
41 |
| 4 |
Kopparbergs/ Göteborg |
18 |
11 |
2 |
5 |
9 |
35 |
| 5 |
Sunnanå |
18 |
7 |
8 |
3 |
11 |
29 |
| 6 |
Linköping |
18 |
7 |
4 |
7 |
6 |
25 |
| 7 |
Örebro |
18 |
7 |
4 |
7 |
-3 |
25 |
| 8 |
Bälinge |
18 |
5 |
4 |
9 |
-8 |
19 |
| 9 |
Hammarby |
18 |
3 |
3 |
12 |
-22 |
12 |
| 10 |
AIK |
18 |
2 |
5 |
11 |
-25 |
12 |
| 11 |
QBIK |
18 |
1 |
5 |
12 |
-34 |
8 |
| 12 |
Falköping |
18 |
2 |
2 |
14 |
-45 |
8 |
Torschützenliste:
22 Treffer: Lotta Schelin, Kopparbergs/ Göteborg
20 Treffer: Marta, Umeå
13 Treffer: Victoria Svensson, Djurgården
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