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Damallsvenskan 2006

Neulinge überraschend stark

Bericht vom 1. Spieltag

Von Volker Lieberum, Jessica Julin, Therese Lundin, Rebecca Smith und Sara Thunebro
Fotos: Erik Muskus

20.4.2006    Gerne stellt man sich zu Beginn einer neuen Saison die Frage: wer sind die Favoriten, wer wird absteigen? Bei der Spitze war man sich durchweg einig: Umeå und Djurgården/Älvsjö machten dabei das Rennen unter sich aus. Zu den Absteigern zählte man sofort die Neulinge Bälinge und Jitex, nur Therese Lundin wollte sich in ihrem Interview nicht dazu zählen, und sie scheint Recht zu behalten. Beide Aufsteiger, die zuerst auswärts antreten mussten, präsentierten sich in einer hervorragenden Form.

KIF Örebro DFF - Jitex BK 1-0 (0-0)
Lange Zeit sah es in Örebro so aus, als wollte Jitex DFF einen Punkt nach Hause nach Göteborg entführen. Bis fünf Minuten vor Schluss hielt man vor 925 Zuschauern ein torloses Unentschieden. Dann erhielt Lena Andersson das Leder und köpfte es unhaltbar für die Torhüterin ins Netz. KIF Örebro siegte 1:0.

Kopparbergs/Göteborg - Bälinge 0-1 (0-1)
Die Sensation gab es aber in Göteborg. Hier stand die von Experten hoch gehandelte Mannschaft von Kopparbergs/ Göteborg dem Team von Bälinge IF gegenüber. Im Slottskogsvallen hatte zwar Sofie Andersson schon in der dritten Minute die große Gelegenheit, die Heimmannschaft in Führung zu bringen. Gänzlich frei tauchte sie vor Maja Åström, der Bälinger Torhüterin auf, doch diese eilte zur rechten Zeit heraus und vereitelte die Chance.

Maja Åström

Maja Åström, die früherer DIF Torhüterin, hielt das Bälinger Gehäuse sauber
Foto: Volker Lieberum

Göteborg hatte das ganze Spiel über gute Chancen, doch konnte die Mannschaft sie nicht in Tore umsetzen.
Es blieb dem Gast vorbehalten, das "goldene Tor" des Tages zu erzielen. Maria Thuré erzielte aus 25 m mit einem wahren Prachtschuss das 1:0 in der 39. min. Bei diesem Ergebnis blieb es bis zum Abpfiff durch Schiedsrichterin Lena Arwedahl aus Mellerud, und der Aufsteiger entführte drei Punkte mit nach Hause.
Jessica Julins Meinung zum Spiel:
Was soll man dazu sagen? Nun, ich habe nicht viele positive Erinnerungen an unser erstes Spiel. Man hätte meinen können, es würde überhaupt keine Probleme mit der Einstellung geben, denn es war ja unser erstes Saisonspiel in der Liga. Aber genau das war unser Problem von Anfang an. Wir hatten zu viele Ballverluste und ließen sie zu einfach ihr Spiel machen.
In unserer Startaufstellung fehlten 4-5 Stammspielerinnen, die wegen Krankheit bzw. Verletzung aussetzen mussten. Das schlug sich dann auch in unserer Spielweise nieder. Doch soll das keine Entschuldigung sein, für die Art, wie wir auf dem Feld agierten. Ich selbst fand nicht zu meinem Spiel, wie ich es sonst finde, und war deshalb sehr enttäuscht von mir selbst. Doch alle sollten daraus ihre Lehren ziehen, um in die nächste Begegnung viel kampfstärker zu gehen. Unser Ziel ist es in diesem Jahr zu den drei Toppteams zu gehören und deshalb können wir es uns nicht erlauben, leichtfertig die Punkte zu verschenken, so wie jetzt. Wir sollten professioneller an die Sache ran gehen und im Training und in den Spielen 110% Leistung zeigen. Ich will alles von mir aus Mögliche geben, damit ich meiner Mannschaft helfe, an die Spitze zu kommen.
Nun ist es Zeit zum Training zu gehen. Ich wünschen allen in Deutschland einen wunderschönen Frühling mit einer Menge tollem Fußball!

Umeå IK - Malmö FF 2-0 (1-0)
Zur Toppbegegnung reiste vom frühlingshaften südlichen Malmö deren Frauenteam in den noch recht kühlen Norden nach Umeå. Deren Mannschaft erwischte auch den besseren Start und schnürte den Gast in der eigenen Hälfte ein, aus denen etliche Eckstöße hervorgingen. In der 14. min. konnte dann die heimische Mannschaftsführerin Malin Moström nach Vorlage von Anna Sjöström das Leder im Malmöer Gehäuse zum 1:0 unterbringen.
Danach besann der Gast sich seiner Stärken und wagte nun auch das ein um andere Mal den Vorstoß in die gegnerische Hälfte. Doch die heimische Abwehr mit Sanna Valkonen, Karolina Westberg sowie Torhüterin Sofia Lundgren ließen hinten nichts anbrennen. Mit der knappen Führung ging man dann in die Pause.
Die 1843 Zuschauer im Kunstrasenstadion Gammliavallen erlebten in der zweiten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Das zweite Tor sollte aber erst in der Nachspielzeit fallen, als Umeås Neuzugang aus Norwegen, Lise Klaveness, einen Abpraller von wiederum Anna Sjöström sicher verwandelte.


Victoria Svensson, Sara Thunebro, Åsa Berglund

Viktoria Svensson überwindet Åsa Berglund zum 1:0 für Djurgården. Im Hintergrund Sara Thunebro

Therese Lundin (Malmö FF) schickte FanSoccer ein Statement:
Nun, ich denke, es war trotzdem eine gute Premiere. Umeå startete sehr gut und zu Beginn der Begegnung erzielten sie sehr viele Eckstöße. Auch gelang es ihnen ein frühes Tor zu schießen. Doch dann, glaube ich, wurden wir doch stärker, besonders in den ersten 30 Minuten der zweiten Halbzeit.
Hier hatten wir einige gute Chancen ein Tor zu erzielen. Zwar gelang uns auch eins, doch sah die Schiedsrichterin ein Abseits von mir, bei deren Entscheidung ich mir aber nicht sicher war. Wir waren sehr nahe dran ein Unentschieden zu erreichen, denke ich, aber dennoch muss man bedenken, ist Umeå eine wirklich gute Mannschaft.
Ich bin glücklich über unsere Vorstellung, aber natürlich nicht über das Resultat des Spieles.

Djurgården/Älvsjö - Sunnanå SK 3-0 (2-0)
Im Kristinebergs Stadion in Stockholm, dem neuen Domizil von DIF, fand die Partie Djurgården/ Älvsjö IF gegen Sunnanå SK vor 626 Zuschauern statt. Von dieser Begegnung können wir erstmalig einen Bericht aus Sicht jeweils einer Spielerin der beiden Mannschaften anbieten.
Zunächst Rebecca Smith von Sunnanå SK:
Wir gingen in diese Begegnung im Glauben, wir könnten etwas Großartiges erreichen, wenn wir richtig hart arbeiten, miteinander reden und jeder den anderen mit und ohne Ball anfeuern würde, um in eine gute Ausgangslage zu kommen. Wir wissen, dass Djurgården zu den Spitzenteams in Europa gehört. Deshalb fanden wir es toll, gegen so einen starken Gegner in die neue Saison zu starten, um unseren Stand zu finden. Es war aufregend, nach so vielen Monaten der Vorbereitungen und Testspiele, die Teilchen zusammen zu setzen und uns an einer großen Mannschaft zu messen.

Rebecca Smith, Viktoria Svensson, Hanna Marklund

Vickan springt höher als Rebecca Smith und Hanna Marklund

Wir begannen die Partie ziemlich ordentlich mit viel Druck nach vorne. Durch das gute Spiel in der Defensive und da sich die Spielerinnen in gute Positionen setzten, konnten wir uns einige Möglichkeiten in der Spitze erarbeiten. Maria Nordbrandt erkämpfte sich sehr gute Möglichkeiten gegen eine deutlich größere und kräftigere Abwehrspielerin. Unterstützt wurde sie durch schöne Anspiele aus dem Mittelfeld, z.B. durch Sanna Frostevals starken und aggressiven Einsatz am rechten Flügel. Madde Edlund zusammen mit Lina Johansson an der linken Außenseite und Carina Holmberg in der Mitte, starteten gefährliche, wenn auch seltene offensive Vorstöße.

Die Spielerinnen der Heimmannschaft spielen viel direkter. Von der Abwehr aus suchten sie mit weiten Bällen über unsere Defensive zu gelangen oder ihre beste Angreiferin, Victoria Svensson, durch die Mittelfeldspielerinnen mit guten Bällen zu bedienen. In der 16. min war es dann so weit, dass aus dem Mittelfeld heraus ein Pass über unsere Abwehrreihe geschlagen wurde und eine perfekt gestartete Svensson den Ball nur mit einer Berührung über die herauslaufende Åsa Berglund zum 1:0 heben musste.
Danach wurde die Begegnung ausgeglichener, bis die Dänin Katrine S. Pedersen, die im defensiven, zentralen Mittelfeld spielt, einen Einwurf herein wirft. Der Ball tippt einmal Richtung Tor auf, Åsa berührt ihn leicht und dann ist er im Netz, zum 2:0-Stand.

Maria Nordbrandt, Bente Nordby, Ann-Marie Norlin,Kristin Bengtsson

Maria Nordbrandt umspielt Bente Norby und Ann-Marie Norlin; dahinter Kristin Bengtsson

Von nun an wurde es für uns immer schwerer, nicht nur weil Djurgården die bessere Mannschaft war, sondern sie


hatten jetzt einen psychologischen neben dem Torvorteil. Die zweite Hälfte war von uns nicht mehr so gut, obwohl wir noch einige gute Gelegenheiten hatten, denn es ging immer mehr abwärts. Wir verloren im Mittelfeld fast alle direkten Zweikämpfe sowie unsere Aggressivität am Ball.

Es schien so, als ob sie eine Menge Zeit am Ball hatten und mit Leichtigkeit unsere halbherzige Abwehr ausspielen konnten. Ihr Mittelfeld erspielte sich etliche Möglichkeiten, in dem sie einfach unsere Abwehr überrannten. Das letzte Tor in der zweiten Hälfte wurde mit einem Pass auf Victoria Svensson eingeleitet, die den Ball auf Ann-Marie Norlin köpfte und diese den Ball an unserer Torhüterin vorbei ins Gehäuse zum 3:0 legte.

Es war von uns ein enttäuschendes Eröffnungsspiel, selbst wenn man berücksichtigt, dass wir gegen eine Toppmannschaft unterlagen. Wir haben unser Ziel aus den Augen verloren, aggressiv zu spielen, hart für jeden mit und ohne Ball zu arbeiten und eine gemeinsame Abwehrleistung zu zeigen. Durch die ständigen langen Bälle wurden wir durcheinander gewirbelt und wir hatten nicht das Gefühl bei einem großartigen Fußballereignis dabei zu sein. Doch sollen wir es auch positiv sehen, dass wir von so einer großen Mannschaft nur lernen können, die einer anderen ihre Schwäche aufzeigt. Wir schauen nach vorne und hoffen am 1. Mai daheim Göteborg schlagen zu können.

Das Spiel aus Sichtweise von Sara Thunebro (DIF):
Das erste Spiel in diesem Jahr und von Beginn an konnte ich die Konzentration, die selbst im Umkleideraum herrschte, spüren. Jede Spielerin schaute nach vorne und brannte regelrecht auf die Begegnung. In der ersten Viertelstunde war es wie immer in der ersten Partie, man ist nervös und viele unserer Pässe fanden nicht den Mitspieler. Doch in der 16. min gab Linda Fagerström einen großartigen Pass zu Viktoria Svensson und diese lupfte das Leder über die rauseilende Torhüterin Berglund ins Netz. Das war ein herrlich befreiendes Gefühl. Danach fanden wir besser zu unserem Spiel und arbeiteten immer mehr Torchancen heraus.

Sara Thunbro

Sara Thunebro in Aktion

Das zweite Tor war ein ganz spezielles unserer neuen dänischen Mitspielerin Katrine S. Pedersen. Sie warf einen weiten Einwurf auf das Tor, der Ball sprang einmal auf und die Torhüterin berührte das Leder, bevor es ins Netz sprang. Das dritte Tor kam durch die Vorarbeit von mir zustande. Ich schlug einen langen Ball zu "Vickan", die ihn auf unsere rechte Abwehrspielerin Ann-Marie Norlin abtropfen ließ und Ann-Marie schmettere ihn ins Tor.
Ich muss sagen, dass ich von Sunnanå etwas enttäuscht war. In den letzten beiden Jahren mussten wir bis zum Schluss kämpfen, um gerade mal mit einem Tor Unterschied zu gewinnen. Im Allgemeinen sind sie sehr stark, doch diesmal konnte ich nichts davon spüren.
Ich glaube, das Auftaktspiel war ganz in Ordnung von uns. Wir haben zu unserer Spielweise gefunden, wir waren oft mit vielen Spielerinnen im Strafraum und haben wunderschön von den Außen geflankt. Zwar können wir es noch besser, aber es war ein guter Start. Die nächste Begegnung ist am 30. April in Malmö und am 14. Mai kommt Umeå zu uns.

Djurgården/Älvsjö
Nordby - Lekander, Bengtsson, Brogårde, Norlin(Engdahl , 88.) - Pedersen(Hall,79.), Fagerström, Ekblom - Kalmari, Svensson, Thunebro(Simonsson , 84.)

Sunnanå
Berglund - Nilsson, Smith, Marklund, Berggren - Johansson, Wiklund, Holmberg, Frostevall(Lindahl,74.) - Nordbrandt, Edlund Avbytare: Gjersvold, Stenerkrans, Lindahl(74), Nilsson

1:0 Viktoria Svensson (16.)
2:0 Katrine S. Pedersen (33.)
3:0 Ann-Marie Norlin (70.)

Schiedsrichter:
Paula Thörn, Roger Atterlöf (ass), Patrik Nilsson (ass)


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