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Damallsvenskan

Es wird eng für QBIK

Bericht vom 14. Spieltag

Von Volker Lieberum, Ola Tuvesson, Rainer Fußgänger, Rebecca Smith und Jennifer Meier

29.8.2006    Am Anfang der Saison hatte ich das Gefühl, dass wir dieses Jahr eine ausgeglichene schwedische Liga erleben würden. So formulierte ich es auch, nach einigen Außenseitersiegen, in einer der ersten Spielzusam-menfassungen.
Mittlerweile hat sich aber wieder das gewohnte Bild eingeschlichen, dass die allseits bekannten Favoriten gewinnen und man die erwartet schwächeren Teams in der unteren Hälfte wiederfindet. Für etwas Überraschung sorgte Mallbacken, dass sich heroisch in Göteborg gegen Kopparbergs/ Göteborg zu Wehr setzen konnte, ein Unentschieden erzielte, einen Punkt mit nach Hause entführte und damit den letzten Tabellenplatz verließ und die rote Laterne an QBIK abgab, die bisher kein einziges Spiel gewinnen konnten. Damit brauen sich immer düstere Wolken über den Verein aus Karlstad zusammen.

Malmö FF DFF - Bälinge 1.0 (1:0)
Ola Tuvesson
war für uns in Malmö:
"Leider konnte die Begegnung nur 464 Zuschauer anziehen, es lag vielleicht am Malmö Festival, was zur gleichen Zeit stattfand. Am Gegner konnte es nicht gelegen haben, da Bälinge einige neue Spielerinnen hat und dieses Jahr ein gutes Team stellt. Diejenigen Besucher, die gekommen waren, sahen in den ersten zehn Minuten eine stark agierende Heim-mannschaft mit einem guten Passspiel und chancenreichen Torschüssen. Doch nach und nach wurde Malmö etwas behäbiger und der Gast aus Uppsala kam ins Spiel, so dass sich Nationaltorhüterin Caroline "Carre" Jönsson ein um das andere Mal auszeichnen musste.
Malmös Mittelfeld mit Therese Sjögran und der Dänin Nanna Johansen zeigten eine gute Leistung und mit geschickten Pässen öffneten sie die Räume für die Stürmerinnen Emma Stålhammar und Therese Lundin. "Ludde" war es auch, der das einzigste Tor des Tages in der 43. min. gelang. Vorausgegangen war ein gutes Zuspiel von Frida Nordin.

Die zweite Hälfte war dann regelrecht schwächer, besonders in der Abwehr zeigte die Heimmannschaft schon gegen Ende der ersten Hälfte einige Schwächen, so dass Lina Nilsson für Johanna Rosén kam. Auch ging es etwas ruppiger zur Sache. Bälingens Torhüterin Maja Åström fällte Therese Lundin, in aussichtsreicher Position, doch die norwegische Schiedsrichterin sah es anders, gab keinen Strafstoß und wollte auch nicht die rote Karte ziehen. Damit zog sie sich den Unmut des Malmöer Publikums auf sich. Doch Bälinge beendetet das Match mit nur neun Spielerinnen, da Nera Smaijic, nachdem sie Nanna Johansen zwei Mal gefoult hatte und Juliane Stichs nach Meckerns und Trikotziehens bei Therese Sjögran, den gelb-roten Karton von Vibeke Karlsen gezeigt bekamen.
Zu erwähnen sei noch ein verschossener Elfmeter von Nilla Fischer, in einem Spiel, in dem Nanna Johansen und Therese Sjögran die besten auf Malmös Seite waren.

KIF Örebro DFF - Linköpings FC 1:2 (0:1)
Örebro musste ohne seine tschechische Stürmerin Pavlína Šcasná, die zur gleichen Zeit mit ihrem Nationalteam in Island ein WM-Qualifikationsspiel absolvierte, gegen Linköping antreten.
Überraschenderweise startete die Heimmannschaft sehr defensiv und schickte nur eine Stürmerin nach vorne. So war es kein Wunder, das der Gast das Spiel gestalten konnte und Josefine Öqvist in der 8. min. nach Zusammenspiel mit Maria Aronsson der erste Treffer gelang. Tiffeny Millbrett hatte fast das zweite Tor auf dem Fuß, doch es blieb beim 1:0 in der ersten Hälfte.

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff gelang Emelia Erixon der Ausgleich für Örebro, wo durch sich das Heimteam mehr aus der Abwehr löste und offensiver wurde. Doch Linköpings Torhüterin Hedvig Lindahl ließ keinen zweiten Treffer zu. In der letzten Viertelstunde drängte der Gast dann auf die Führung, setzte eine dritte Spielerin im Sturm ein und Maria Karlsson brachte das Leder fünf Minuten vor Schluss im Kasten unter. Mit 2:1 und drei gewonnenen Punkten fuhr man dann wieder nach Hause.

Sara Johansson, Kiki Bengtsson, JaneTörnqvist

Sara Johansson kommt vor Kiki Bengtsson und JaneTörnqvist zum Schuss

Foto: Kjell Franzén

Djurgården/Älvsjö - Hammarby IF DFF 5:1 (2:0)
Rainer Fußgänger
besuchte das Spiel in der Hauptstadt:
"Beim Stockholmer Lokalderby zwischen Djurgården/Älvsjö und Hammarby wurde trotz gegenteiliger Erwartungen wieder einmal deutlich, dass die schwedische Damallsvenskan mindestens eine Zweiklassen-gesellschaft ist. Die Gastgeberinnen vom Tabellen-zweiten Djurgården waren vor allem in der Abwehr und im schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff deutlich überlegen und siegten verdient, aber am Ende etwas zu hoch mit 5:1. Schon nach 13 Minuten hatte Linda Fagerström das 1:0 für Djurgården markiert. Als fünf Minuten später nach einer Ecke von Elin Ekblom Stürmerstar Victoria Svensson freistehend im Strafraum angespielt wurde, fiel mit dem 2:0 schon die Vorentscheidung. Hammarbys hohe Niederlage gegen den Lokalrivalen erklärt sich vor allem aus kapitalen Abwehrfehlern.
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit konnte Hammarby sich zwar durchaus etwas befreien und hatte sogar mehr Ballbesitz als Djurgården, aber die scheinbare Überlegenheit endete an der souveränen Viererkette Djurgårdens, bestehend aus Sara Thunebro, Jane Thörnqvist, Kicki Bengtsson und Therese Brogårde. Diese Formation ist nur sehr schwer zu überwinden und machte der noch am letzten Sonntag vierfachen Torschützin Sara Johansson auf Seiten Hammarbys das Leben schwer.

Bei schnellen Kontern in dieser Phase, in der Hammarby scheinbar mehr vom Spiel hat, zeigt Djurgården seine Klasse. Mit 2-3 flinken, genauen Pässen sind die beiden Spitzen Victoria Svensson und Laura Kalmari vor dem gegnerischen Tor. Eine Glanzleistung zeigte Linda Fagerström bei Djurgården, wohingegen Elin Ekblom überraschend blass blieb und sich zahlreiche Fehlpässe leistete.

Elin Sölveskog, Victoria Svensson, Katarina Wicksell

"Vickan" prüft Katarina Wicksell, verfolgt von Elin Sölveskog

Foto: Kjell Franzén


Rebecca Smith, Anja Mittag, Hanna Marklund

Aufmerksam beobachtet Sunnanås Spielführerin Hanna Marklund das Duell zwischen Rebecca Smith und Anja Mittag

Bild: Thomas Berglund

In der Halbzeitpause hatte Hammarby-Coach En Perlskog seinen Spielerinnen offensichtlich noch einmal versucht, Mut und Motivation mitzugeben, denn in der ersten Viertelstunde zeigten die Grünweissen den Willen, mittels eines schnellen Anschlusstreffers noch einmal heranzukommen. Die beste Chance verpasste nach 52 Minuten Sara Johansson, deren Schuss nur knapp am rechten Pfosten vorbei strich. Auf der anderen Seite traf auch Laura Kalmari wenig später den Pfosten. Nach einer knappen Stunde zeigte Djurgården dann wieder seine ganze Klasse, eine flinke Kombination - Victoria Svensson passte von links in den Strafraum und Laura Kalmari drehte sich wie einst Gerd Müller und machte mit dem 3:0 endgültig alles klar.
Und es kam noch schlimmer: Das 4:0 von Anna Hall nach 70 Minuten und das 5:1 von Therese Brogårde in der 79. Minute nach einer Ecke fielen nach schwerwiegenden Abwehrfehlern. Für die Spielerinnen aus Hammarby war es nur wenig tröstlich, dass Linda "Foppa" Forsberg per Kopf nach einem Freistoß von der linken Seite das 1:4 erzielen konnte.

Karolina Rinman, Katarina Wicksell

Karolina Rinman sichert Katarina Wicksell

Foto: Kjell Franzén

Bereits das Hinspiel hatte man auf dem heimischen Kanalplan auf Södermalm mit 0:4 deutlich verloren. Das Spiel, das vom Fernsehsender TV4 live übertragen wurde, machte jedenfalls deutlich, dass der Unterschied zwischen beiden Teams doch größer ist, als nach den zuletzt guten Leistungen Hammarbys erwartet wurde. Djurgården steuert der Vizemeisterschaft entgegen, während Hammarby um die Plätze 5-8 spielt. Als beste Spielerinnen wurden bei Djurgården Linda Fagerström und bei Hammarby Louise Fors ausgezeichnet."

Umeå IK - Jitex BK 6:3 (3:0)
Wenn Umeå ruft, dann kommen die Massen. Auch dieses Mal strömten wieder 1987 Interessierte ins Gammliavallen Stadion um den Aufsteiger aus Göteborg und ein torreiches Spiel zu sehen. Natürlich hatte der Neuling keine Chance, dem Favoriten ein Bein zu stellen, denn wie gewohnt setzten die UIK Spielerinnen ihre Fußball-maschinerie mit gekonntem Angriffsfußball, sicheren Pässen und guten Torchancen in Gang. Das erste Tor war dann auch UIK-typisch, Marta verwandelte in der 19. min. eine Ecke direkt. Fünf Minuten später schickte eine sehr gut aufgelegte Malin Moström das Leder ins Netz und nach einer halben Stunde gelang Anna "Sjöa" Sjöström, nach Zuspiel von Hanna Ljungberg das 3:0, was auch das Halbzeitresultat war.

Anna Sjöström

Anna "Sjöa" sjöström reihte sich auch in die Torschützenliste ein

Fotoarchiv: Per-Arne Almeflo

Nach der Pause ergaben sich auch für die Jitex-Spielerinnen einige Gelegenheiten und so lochte Stacey Stocco, drei Minuten nach Wiederbeginn zum 1:3 Anschlusstreffer ein und Kattie Eriksson schoss in der 74. min. das 2:5. Dazwischen trafen Hanna Ljungber (67.) und Malin Moström (70.) für Umeå IK.

Malin Moström

Malin Moström traf heute zwei Mal

Fotoarchiv: Linda Paakkunainen

Hanna, die im letzten Spiel etwas Probleme mit ihrem Oberschenkelmuskel hatte, konnte dieses Mal fast über die gesamte Distanz mithalten und wurde erst in der 80. min. für Johanna Andersson ausgewechselt. Kurz vorher , in der 78. min. erzielte sie noch ein Freistoßtor. Sara Sjöstedt von Jitex, die erst vier Minuten zuvor eingewechselt wurde, machte in der Nachspielzeit das 6:3 Endergebnis klar. Damit bleibt Umeå weiterhin ohne Niederlage an der Tabellenspitze.

QBIK - Sunnanå SK 1:3 (0:1)
Rebecca Smith
freute sich riesig über den Auswärtssieg ihres Teams:
Es war für uns ein ganz wichtiger Sieg über QBIK. Wir hatten ein gutes Gefühl als wir nach Karlstad fuhren, aber wir alle wussten auch, dass QBIK dringend drei Punkte benötigte, aber wir haben auch nichts zu verschenken.
Zu Beginn der Partie war es ziemlich heiß und wir machten etliche technische Fehler (schlecht abgespielte Bälle gingen ins Aus), was uns das Leben anfangs etwas schwer machte. So musste Åsa Berglund all ihr Können aufwenden, um einen Kopfball von QBIK zu klären.

Doch bald brachten wir das Spiel wieder unter unsere Kontrolle. Da Anja Mittag oftmals nur alleine vorne spielte, hatte unsere Abwehr die gelegentlichen Vorstöße der Karlstäderinnen gut im Griff.
In der 11. min gab es einen Freistoß für uns aus etwa 40 m. Kicki Wicklund zirkelte ihn über die Abwehr, ich kam angerannt und konnte den Ball an der Torfrau vorbei zum 1:0 ins Netz köpfen.


Nachdem wir aus anderen Spielen, besonders gegen Malmö, gelernt hatten, blieben wir nach der Führung cool und spielten konzentriert weiter. Wir kontrollierten den Ball in unseren Reihen, schickten mit gescheiten Flanken unsere Außen Maria Nordbrandt und Anna Bodén, die unsere Spitzen "Madde" Edlund und Lina Johanssen vor dem Tor bedienten. Dabei ist Lina unsere Schlüsselspielerin, die von hinten heraus angespielt werden konnte, den Ball hielt und auf die heransprintende Sanna Frostevall zurücklegte. "Madde" zeigte ihre Stärken wenn die Bälle für sie über die offene QBIK Abwehr gespielt wurden und sie ihnen nacheilte und für Verwirrung sorgte.

Maria Nordbrandt

Maria Nordbrandt war auf den Außen gefährlich

Foto: Thomas Berglund

Die zweite Halbzeit starteten wir besser als die erste und so fiel das zweite Tor in der 60. min. nach einer geklärten Ecke, die Carina Holmberg abfing und an Lina Johansson weitergab. Diese rutschte in die Flanke und leitete das Leder ins Tor.
Das 3:0, zwei Minuten später erzielte wieder Lina Johansson nach guter Vorarbeit von "Madde" Edlund.
Danach ließen wir es etwas ruhiger angehen und so gelang Jennifer Meier kurz vor dem Schlusspfiff der Anschlusstreffer, in dem sie den Ball über die zu weit vor dem Tor stehende Åsa Berglund ins Netz setzte.

Wir waren mit dem 3:1 sehr zufrieden, aber ich glaube QBIK nicht.

Jennifer Meier

Jennifer Meier gelang wenigstens der Ehrentreffer

Foto: Thomas Berglund

Etwas Niedergeschlagen hört sich da schon Jennifer Meier an:
"Eigentlich fehlen mir zum Spiel jegliche Worte. Wenn man acht Spieltage vor Saisonende immer noch auf seinen ersten Sieg wartet, ist das schon schlimm. Sogar im letzten Jahr konnten wir uns wenigstens mit einigen Siegen Überwasser halten. Unser Defensivverhalten lässt sehr zu wünschen übrig und unser Spiel bei Standartsituationen, sowohl offensiv wie defensiv, ist eine Katastrophe.
Ich frage mich wie wir das in den letzten acht Spielen noch in den Griff bekommen sollen.

Rebecca Smith köpfte in der 11. min. das 0:1 für Sunnanå nach einer Standartsituation. Das war zugleich auch der Halbzeitstand.
In der zweiten Hälfte waren wir recht druckvoll, mussten jedoch in der 60. min. das 0:2 durch Lina Johansson hinnehmen. Kurz darauf erzielte sie auch noch das 0:3. Auch mein Treffer in der 89. min. war nur noch Ergebniskosmetik. Nun kommen in den nächsten Wochen 6-Punkte Spiele auf uns zu. Mit dem Spiel in Örebro und zu Hause gegen Bälinge sind 6 Punkte ein absolutes Muss um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben."


Kopparbergs/Göteborg - Mallbackens IF 3:3 (1:0)
In einem abwechslungsreichen Spiel trennten sich beide Mannschaften nach 90 min. mit 3:3 Unentschieden. Dabei sah es zuerst aus als würden die Göteborgerinnen, die in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile hatten, mit drei Punkten als Siegerinnen vom Platz gehen, denn Lotta Schelin schoss ihr Team in der 32. Min. in Führung. Da Salina Olsson einen Elfer vergab, blieb es bei diesem Resultat bis zur Pause.

In der zweiten Hälfte zeigten dann die Gäste aus Mallbacken, dass sie sich nicht kampflos ergeben wollten. Gleich in der 46. min. versenkte Therese Persson das Leder im Gehäuse und markierte damit die Gefährlichkeit ihres Teams. Nach einer Ecke durch Lotta Schelin getreten konnte Sara Lindén Göteborg nochmals in der 59. min. in Führung bringen. Doch die hielt nur vier Minuten an, denn da glich Maja Johansson zum 2:2 aus. Die Gäste, die eigentlich den letzten Tabellenplatz einnahmen, wurden immer stärker und mutiger und belohnten sich in der 86. min. mit der 3:2 Führung durch Linda Nöjd.
Als Mallbacken schon von einer Heimkehr mit drei Punkten im Rucksack träumten, schlug Lotta Schelin noch einmal zu und erlöste Kopparbergs/ Göteborg vor einer blamablen Niederlage in dem sie in der vorletzten Spielminute den 3:3 Endstand erzielte. Mallbacken wurde trotzdem belohnt indem sie die rote Laterne an QBIK abgaben und einen Tabellenplatz nach oben kletterten.

No
Team
S
+
0
-
TD
P
1
Umeå
14
13
1
0
44
40
2
DIF
14
10
2
2
26
32
3
Linköping
14
8
4
2
13
28
4
Malmö
14
8
3
3
15
27
5
Kopparbergs/
Göteborg
14
5
5
4
6
20
6
Hammarby
14
5
3
6
-12
18
7
Örebro
14
5
2
7
-3
17
8
Bälinge
14
4
4
6
-11
16
9
Sunnanå
14
4
2
8
-9
14
10
Jitex
14
1
5
8
-28
8
11
Mallbacken
14
2
1
11
-20
7
12
QBIK
14
0
6
8
-21
6


Marta und Lotta, die an "Asta" vorbeizog, erhöhten ihren Torkontostand.
15 Tore: Marta, Umeå
13 Tore: Lotta Schelin, Kopparbergs/Göteborg
12 Tore: Asthildur Helgadottir, Malmö


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