Von Volker Lieberum, Rainer Fußgänger, Jessica Julin, Pavlina Šcasná, Rebecca Smith und Anja Mittag 17.8.2006
Die Ferien sind vorbei und die schwedische Liga hat sie alle wieder. Der dreizehnte Spieltag streckte sich von Samstag bis Montag über drei Tage. Dabei erlebte man Sara Johansson von Hammarby mit vier Treffern als besonders torhungrige Spielerin; Djurgården erstellte mit sechs Toren seinen diesjährigen höchsten Sieg auf und wir sahen mit Kristin Hammarström aus Örebro eine Torhüterin, die für ihr Team einen Eckball, den ihre Zwillingsschwester herein gab, im gegnerischen Tor unterbrachte.
Bei den beiden Samstagsspielen setzten sich die Favoriten bei ihren Auswärtsspielen durch.
Bälinge - Umeå 0:3 (0:3)
Vor 2 115 Zuschauern machten die Führenden aus Umeå schon in der ersten Halbzeit klar. Bei hohen Temperaturen hatten sie aber eine große Schützenhilfe durch den Gastgeber aus Uppsala. So fiel das 1:0 durch ein Eigentor von Nera Smajic und die beiden restlichen Treffer nach Fouls von der gleichen Spielerin im eigenen Strafraum. Malin Moström und Marta machten in der 28. min. und vor dem Pausenpfiff den 3:0 Endstand für UIK klar.
Maria Bergkvist stand nach ihrer Verletzung ihrem Team wieder zur VerfügungArchivfoto: Per-Arne Almeflo
Zu erwähnen sei noch, dass Hanna Ljungberg einige Male an die Seitenauslinie kam und über Muskelprobleme in der vorderen Oberschenkelseite klagte. Sicherheitshalber wurde Hanna dann in der 35. min gegen Erika Karlsson ausgetauscht.
Jitex - Djurgården/ Älvsjö 0:6 (0:3)
Leider nur 204 Besucher kamen ins kleine Stadion nach Göteborg-Mölndal. Dabei hätten sie eine sehr gut aufgelegte Mannschaft aus Stockholm erleben können, die drei Punkte und doppelt so viele Tor mit nach Hause nahm.
Djurgården verteilte die sechs Tore gerecht auf beide Spielhälften. Mit großem Schwung begannen sie die Partie und nach nur neun Minuten stand es schon 2:0. Laura Österberg Kalmari eröffnete in der 7. min. den Torreigen und Sara Thunebro legte in der 9. min. das zweite Tor nach. Genau nach einer halben Stunde erhöhte Elin Ekblom zum 3:0. Mit diesem Resultat wechselte man die Seiten.
Auch im zweiten Durchgang sorgten die Gästestürmerinnen Ekblom, Svensson und Österberg Kalmari für ständige Unruhe in der Jitexer Abwehr. Das Spiel war wiederum sieben Minuten alt als Victoria "Vickan" Svensson das Leder ins Tor versenkte. Sechs Minuten später fiel das 5:0 durch ein Eigentor. Laura Österberg Kalmari setzte dann in der 68. min. den Schlusspunkt als sie völlig freistehend das halbe Dutzend voll machte
Hammarby IF DFF - Kopparbergs/Göteborg 4:1 (3:1)
Rainer Fußgänger berichte uns von der Sonntagspartie aus Stockholm:
"Beim Spiel der Tabellennachbarn Hammarby und Kopparbergs/Göteborg verloren sich gerade 204 Zuschauer. Diejenigen, die den Weg zum Kunstrasenplatz am Kanalplan gefunden hatten, brauchten ihr Kommen jedoch nicht zu bereuen.
Für die Gäste aus Göteborg ging es darum, mit einem Auswärtssieg den Anschluss an den Tabellenvierten Linköping zu halten. Großes Manko: Auf Seiten der Gäste konnte Lotta Schelin wegen Verletzung nicht auflaufen. Das Fehlen der Frau, die mit Stand vor der Begegnung mit 11 von 22 Toren genau die Hälfte der Göteborger Tore geschossen hat, merkte man dem Team deutlich an.
Zwar hatte Kopparbergs/Göteborg zunächst mehr Spielanteile, aber vor und im Strafraum des Gegners spielte sich dann wenig ab. Die erste Torchance des Spiels hatten dann die Gastgeber: In der 17. Minute schlug Annica Svensson einen langen Pass nach vorne, vorbei an einer Verteidigerin und Sara Johansson schoss direkt aus 16 Metern unhaltbar für Maria Edman zum 1:0 für Hammarby in den Winkel.
Sara Johansson war nicht zu Bremsen. Camilla Schelin und Frida Höglund in der VerfolgungFoto: Hammarby IF DFF
Die Stockholmerinnen bekamen nun Aufwind und übernahmen mehr und mehr die Initiative. Immer wieder gelang es Linda Forsberg und Sara Johansson sich frei zu laufen, in der 24. Minute mit der Konsequenz, dass abermals Sara Johansson mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das 2:0 markierte.
Endlich wachten die Göteborgerinnen auf und drängten auf den Anschlusstreffer, ohne sich jedoch wesentliche Torchancen zu erspielen. Das 2:1 fiel dann aus einer Standardsituation. Nach einem Freistoß von der linken Seite segelte der Ball über Freund und Feind hinweg zur früheren Hammarby-Spielerin Salina Olsson, die mit einem Rechtsschuss aus kurzer Distanz die wie immer tadellose Camilla Halonen bezwang.
Das Spiel stand jetzt für einige Minuten auf der Kippe, bis in der 43. Minute Hammarby mit einer herrlichen Kombination auf 3:1 erhöhte: Marijke Callebaut flankte, Linda Forsberg namm den Ball mit dem Rücken zum Tor an und legte auf für Sara Johansson, die mit ihrem dritten Treffer den alten Abstand wiederherstellte.
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Pavlina Šcasná, die das 1:0 erzielte. Hier gegen Kathlene Fernström, im Tor Carola Söberg Bild: Thomas Berglund
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In der zweiten Hälfte war Hammarby durchgehend die dominierende Mannschaft. Nach gut einer Stunde fiel dann das Tor des Tages: Louise "Lollo" Fors ging alleine auf dem linken Flügel durch und flankte aus vollem Lauf maßgerecht in den Strafraum, exakt auf den Fuß der heranstürmenden Sara Johansson, die an diesem Tag einfach alles traf. Das 4:1 für Hammarby war am Ende nicht einmal in der Höhe unverdient.
Die Leistung der Spielerinnen von Hammarby lässt für das Lokalderby am kommenden Samstag bei Djurgården/Älvsjö einiges versprechen. Und der nächste Heimspielgegner am Kanalplan ist am 30. August Umeå IK. Zwei Spiele, die vor einer ganz anderen Zuschauerkulisse stattfinden werden."
Louise Fors nur scheinbar im Griff von Frida Thydén; davor Jessica JulinFoto: Hammarby IF DFF
Göteborgs finnische Spielerin Jessica Julin schickte folgenden Kommentar:
"Das gestrige Spiel war überhaupt nicht gut. Die Qualität in der Abwehr und wie der Ball gehalten wurde, war viel zu lasch. Kam einer zeigte genug Herz und Mut im Spiel.
Lotta (Schelin) konnte wegen einer Verletzung nicht mitspielen und vielleicht lag es daran, dass wir nicht auftrumpften wie sonst. Sie ist schon eine wichtige Persönlichkeit in unserem Team, doch waren wir elf Spielerinnen auf dem Feld, da hätte jeder auftreten müssen und mehr Verantwortung als sonst zeigen müssen.
Wie haben eine junge Mannschaft mit vielen Talenten, doch gestern zeigten wir, dass wir noch einiges zu lernen haben und mehr an unseren Fehlern arbeiten müssen.
Nächsten Sonntag spielen wir gegen Mallbacken und da gilt es, wenn wir zu den drei Toppmannschaften gehören wollen, da müssen wir siegen und ich habe keinen Zweifel daran, dass wir es tun werden."
Mallbackens IF - KIF Örebro DFF 2:3 (1:1)
Pavlina Šcasná, die tags darauf in ihre Heimat flog, um in den nächsten zwei Wochen für zwei Länderspiele für Tschechien zur Verfügung steht, sandte uns diesen Bericht:
"Ich kann mich nicht erinnern ob ich so ein Spiel schon mal erlebt habe. Wir haben ganz gut angefangen, Örebro hatte viele Torchancen und nach 25 Minuten gelang mir das Führungstor. Wir waren die klar bessere Mannschaft, aber wir konnten leider nicht die Gelegenheiten nutzen, die sich uns boten. Mallbackens Torhüterin Carola Söberg war richtig gut und wir hatten auch Pech dazu. Mallbacken hatte auf der andere Seite nur ein oder zwei ziemlich gute Gelegenheiten und trotzdem erzielten sie ein Tor durch Therese Stolpe.
Therese Stolpe erzielt das1-1. Kristin Hammarström und Ingrid Ericson schauen hinterherFoto: Thomas Berglund
So es stand es 1:1 zur Halbzeit.
Nach der Pause sah es für uns aber ganz anders aus. Unser gutes Kombinationsspiel war plötzlich wie weggefegt und wir haben unsere Sicherheit verloren. Dazu hat Mallbacken richtig gut angefangen und es hat nicht lang gedauert, bis Christie Swaving in der 55. min. das 2:1 schoss. Der Treffer hat unser Spiel noch chaotischer gemacht. Mallbacken besitzt einen ganz kleinen Platz und es ist sehr schwer, darauf eine Niederlage umzuwandeln.
Nach der Mallbackener Führung war es mehr Kampf als ein schönes Fußballspiel. Es lief die 88. Minute und wir holen eine Ecke heraus. Wir wollten zu mindestens noch ausgleichen und deshalb lief auch unsere Torhüterin Kristin Hammarström mit in den gegnerischen Strafraum. Die Ecke gab ihre Zwillingsschwester Marie herein (Ich kann die zwei immer noch nicht auseinander halten, nur wenn sie Spieltrikots anhaben.).
Örebro feiert seine Torhüterin Kristin Hammarström, die den Ausgleich erzielteFoto: Thomas Berglund
Sie schoss eine direkte Flanke auf Kristin und unsere Torhüterin köpfte perfekt ins Tordreieck zum 2:2. Eine Minute später gelang der eingewechselten Lousi Östman das 3:2 und so stand es auch am Ende."
Sunnanå SK - Malmö FF DFF 2:2 (1:1)
Rebecca Smith schickte uns ihren Report aus dem nordschwedischen Skellefteå:
"Zweifelsohne war das ein großes Spiel für uns, nachdem wir auch
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einige schwächere vorher hatten. Das 0:1 gegen Umeå vor der Sommerpause gab uns schon ein gutes Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind und so waren wir auf die erste Begegnung nach den Ferien gespannt.
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Wir erwischten einen guten Start und dominierten das Geschehen in der ersten Hälfte in dem unsere Flügelspielerinnen effektiv in Szene gesetzt wurden. Maria Nordbrandt zeichnete sich mehrmals aus, dass sie Malmös linke Abwehrseite ausspielte und gefährliche Vorstöße in den Strafraum wagte. Madde Edlund war stark wie immer, arbeitete sehr konzentriert in der Abwehr, holte sich die Bälle und startete gute offensive Aktionen. Ich denke wir hatten zu ungefähr zehn gute Schüsse auf das Tor abgegeben, doch Caroline Jönsson im Tor zeigte sich auf aufmerksam auf ihrem Posten.
Das erste Tor fiel in der 37. min. nach einem Eckball, den Hanna Marklund nach meinem Abpraller, zu Carina Holmberg, die etwa fünf Meter vor dem Strafraum war, auflegte und die knallte das Leder unhaltbar in die untere, rechte Ecke.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff waren wir etwas unkonzentriert und bekamen einen Ball nicht aus unserer Abwehr heraus. Ein misslungener Pass kam zu Nanna Johansen, deren Schuss konnte zwar Åsa Berglund abwehren, doch Nanna setzte nach und brachte den Ball zum 1:1 im Netz unter.
In der zweiten Halbzeit war Malmö Ton angebend, besonders nach dem sie den Führungstreffer in der 57. min. erzielten. Therese Lundin machte das zweite Tor nach einer schwachen Abwehraktion von uns, der ein Eckball voraus ging.
Erst in der letzten Viertelstunde drehten wir wieder auf und setzten Malmö unter Druck. Den Anschub hatte die Einwechslung von Maggie Esseryd und Alex Nillson für Lina Johansson and Kicki Wicklund ausgelöst. Beide zeigten gute Vorstöße in der Offensive und arbeiteten sich öfters in den Malmöer Strafraum hinein, so dass unsere Gäste den Ausgleich kommen fühlten.
Nach einem Foul an Sanna Frostevall außerhalb des Strafraums schnappte sich in der 90. min. Maggie Esseryd das Leder und drosch es mit links über die Abwehrreihe zum Ausgleich in die linke Torecke. Das 2:2 fiel praktisch mit dem Schlusspfiff."
Linköpings FC - QBIK 3:0 (2:0)
QBIK musste ohne ihre verletzte Stammtorhüterin, Maria Busk nach Linköping anreisen. Von der Begegnung berichtet Anja Mittag:
"Wir begannen gegen Linköping mit einer offensiveren Variante, nämlich dem 4-3-3 System.
Das sich jedoch als eine eher schlechte Entscheidung erwies. Linköping hatte das Spiel deutlich in der Hand, während sich unsere Fehlpassquote und Unkonzentriertheit schließlich erhöhte. Durch einen gut platzierten Eckball kassierten wir das 1:0 durch Charlotte Rohlin in der 19. min.
Zehn Minuten später erhöhte die eingewechselte Tiffany Milbrett auf 2:0, was dann auch zugleich der Halbzeitstand war.
Maria Busk Verletzung bringt QBIK in zusätzliche NöteArchivfoto: Erik Muskus
In der 2. Halbzeit stellten wir wieder auf 4-4-2 um und kamen gleich etwas besser ins Spiel, konnten uns jedoch keine erwähnenswerten Torchancen erarbeiten. Linköping erhöhte in der 86. Minute noch auf 3:0 durch Maria Aronsson. Durch diese erneute Niederlage geht es für uns in den nächsten Spielen ums Überleben. Mit Sunnanå erwarten wir am Sonntag einen sich ebenfalls im Abstiegskampf befindenden Gegner. Zusätzlich ist nach der chancenlosen 3:0-Hinspielniederlage in Sunnanå für unsere Mannschaft Wiedergutmachung angesagt."
| No |
Team |
S |
+ |
0 |
- |
TD |
P |
| 1 |
Umeå |
13 |
12 |
1 |
0 |
41 |
37 |
| 2 |
DIF |
13 |
9 |
2 |
2 |
22 |
29 |
| 3 |
Linköping |
13 |
7 |
4 |
2 |
12 |
25 |
| 4 |
Malmö |
13 |
7 |
3 |
3 |
14 |
24 |
| 5 |
Kopparbergs/ Göteborg |
13 |
5 |
4 |
4 |
6 |
19 |
| 6 |
Hammarby |
13 |
5 |
3 |
5 |
-8 |
18 |
| 7 |
Örebro |
13 |
5 |
2 |
6 |
-2 |
17 |
| 8 |
Bälinge |
13 |
4 |
4 |
5 |
-10 |
16 |
| 9 |
Sunnanå |
13 |
3 |
2 |
8 |
-11 |
11 |
| 10 |
Jitex |
13 |
1 |
5 |
7 |
-25 |
8 |
| 11 |
QBIK |
13 |
0 |
6 |
7 |
-19 |
6 |
| 12 |
Mallbacken |
13 |
2 |
0 |
11 |
-20 |
6 |
Durch das Elfmetertor erhöhte Marta ihre Zähler auf 14 und Sara Johansson schloss mit ihren vier Treffern zur Spitzengruppe auf.
Zufrieden über ihren ersten Platz in der Torschützinnen Liste, Marta Da SilvaArchivfoto: Per-Arne Almeflo
14 Tore: Marta, Umeå
12 Tore: Asthildur Helgadottir, Malmö,
11 Tore: Lotta Schelin, Kopparbergs/Göteborg
10 Tore: Sara Johansson, Hammarby IF
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