Von Volker Lieberum, Rainer Fußgänger , Rebecca Smith, Ola Tuvesson, Anja Mittag, Therese Lundin und Lars Brandin
06.7.2006
Elf Spiele sind in der schwedischen Liga absolviert. Am Anfang war es noch sehr interessant, denn man dachte, dieses Jahr haben wir eine ausgeglichene Damallsvenskan. Doch nach den Achtungserfolgen einiger Außenseiter zu Beginn, gleicht die Tabelle immer mehr der von der letzten Saison. Umeå hat sich schon ein gesundes Punktepolster zugelegt und eingeschossen, während sich am Ende Mallbacken, QBIK und der Neuling Jitex gegen den Abstieg abstrampeln. Für den 11. Spieltag hatte FanSoccer einen regen Zuspruch an Berichterstattern und Fotografen. Besonders freuen wir uns über die Mail von Anja Mittag, die uns einen Bericht über ihren ersten schwedischen Spieltag schickte.
Djurgården / Älvsjö - Bälinge 1:0 (1:0)
Zunächst gibt uns Rainer Fußgänger vom Goethe Institut in Stockholm seine Eindrücke von den beiden Spielen in der schwedischen Hauptstadt wieder:
"Wegen des WM-Viertelfinals zwischen England und Portugal hatte man die Partie zwischen Djurgården/Älvsjö und Bälinge auf 13.00 Uhr vorverlegt. Bei hochsommerlichen Temperaturen sahen die 276 Zuschauer eine recht einseitige Partie, deren Ergebnis über den Verlauf hinwegtäuscht. Die Stockholmerinnen erspielten sich ein gutes Dutzend hochkarätiger Chancen - Djurgårdens norwegische Nationaltorhüterin Bente Nordby wurde dagegen fast überhaupt nicht geprüft.

"Vickan" nimmt MaßBild: Erik Muskus
In der 37. Spielminute dann fiel das Tor des Tages: Eckball von der rechten Seite, wie immer geschlagen von Kerstin "Kicki" Bengtsson und im Gewühl steigt Innenverteidigerin Jane Törnqvist hoch und erzielt mit einem kräftigen Kopfball das 1:0 für Djurgårdens. Janes zweiter Treffer innerhalb von vier Tagen - schon am vergangenen Mittwoch hatte sie beim 3:0-Heimsieg gegen Mallbacken nach einem Eckball getroffen.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit macht Djurgården/Älvsjö noch einmal Druck. Elin Ekblom trifft mit einer Flanke nur die Querlatte (52.) und nur 120 Sekunden später schießt die Dänin Katrine Pedersen an den Pfosten. Ein weiterer Pfostentreffer von Victoria Svensson kurz vor Schluss unterstreicht, dass die Heimmannschaft dieses Spiel höher hätte gewinnen können. Bälinge versuchte durch volle Nutzung des Auswechselkontingents mehr Druck nach vorne zu entfalten, hatte aber nur nicht eine klare Torchance während der 90 Minuten. In der Innenverteidigung der Gäste aus Uppsala überzeugte die Amerkanerin Fanta Cooper.

Laura Kalmari mit Fanta CooperBild: Erik Muskus
Bei Djurgården kam wie gewohnt sehr viel Offensivkraft über die rechte Seite mit Sara Thunebro und Elin Ekblom.

Sara Thunebro zieht die Flanke rein, Minna Mustonen kommt vergebensBild: Erik Muskus
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Jane Törnqvist köpft das goldene Tor des Tages Bild: Erik Muskus
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Die Defensive war für Bälinge nicht zu überwinden."
Hammarby IF - KIF Örebro 3:0 (2:0)
Einen Tag später war Rainer bei der Begegnung von Hammarby:
"Im Spiel zweier Tabellennachbarn setzte sich Hammarby deutlich mit 3:0 gegen Örebro durch. Hammarby begann aggressiv und suchte den direkten Weg nach vorn. Schon in der fünften Spielminute erzielte Therese Sandström mit einem Volleyschuss aus gut zehn Metern Entfernung, unhaltbar für Örebros Torfrau Kristin Hammarström, das 1:0 für die Stockholmerinnen.
Örebro bemühte sich, dagegenzuhalten, leistete sich jedoch einen fatalen Abspielfehler - Jessica Landström marschiert frei in der Mitte und zieht aus 14 Metern zur frühzeitigen 2:0-Führung ab. Gerade 13 Minuten waren vor 310 Zuschauern gespielt.
Wegen der hochsommerlichen Temperaturen machte Schiedsrichter Adam Camél in beiden Halbzeiten eine kurze Pause, um den Spielerinnen die Gelegenheit zu geben, Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Erstmals im Dress von KIF Örebro spielte die früher beim FC Bayern München aktive tschechische Nationalspielerin Paulina Scasna, der es jedoch an Unterstützung aus dem Mittelfeld mangelte. Die Spielerinnen von Hammarby FF erwiesen sich insbesondere in der zweiten Halbzeit als deutlich zweikampfstärker.
Kurz nach Wiederbeginn ein neuerlicher Patzer in der Innenverteidigung der Gäste und abermals kommt Jessica Landström frei zum Schuss und markiert nach 48 Minuten das vorentscheidende 3:0 für die Heimmannschaft.

Jessica Landström jubelt über 3-0Copyright: Hammarby IF
Beide Teams machten vom Auswechselkontingent vollen Gebrauch. Hammarbys Coach En Perlskog, wie immer sein Team lautstark mit taktischen Hinweisen und teils witzigen Kommentaren anfeuernd ("Nimm ihr mal die Juwelen ab" vor der Einwechslung von Elin Härén) nahm Mitte der zweiten Hälfte die beiden besten Spielerinnen aus dem Spiel - die zweifache Torschützin Jessica Landström und die erst siebzehnjährige Mittelfeldspielerin Louise Fors, letztere zweifelsohne eines der größten Talente im schwedischen Frauenfußball. Örebros Trainerin Pia Sundhage versuchte mit zwei Einwechslungen in der zweiten Hälfte das Blatt noch einmal zu wenden, die neuen Spielerinnen konnten der größeren Motivation und der aggressiveren Spielweise von Hammarby jedoch nichts mehr entgegensetzen.
Neben der Tschechin Scasna zeigte Hodan Siid-Ahmed (36 Jugendländerspiele für Schweden) andeutungsweise ihr Potential. Vor dem Rückspiel gegen Hammarby in einer Woche muss Pia Sundhage jedoch dem Team vor allem eine andere Einstellung vermitteln."
Mallbackens IF - Linköpings FC 1:3 (0:2)
592 Zuschauer verfolgten die Partie im Värmland und erlebten einen gut aufgelegten Gast, der in der 23. min. in Führung ging. Maria Aronsson hämmerte das Leder ins Dreieck.
Nach einer Vorlage von Maria Karlsson nickte Maria Lindström den Ball zum 2:0 für Linköping ein. In der ersten Halbzeit hatte Mallbacken keine einzige richtige Torchance.
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Auch in der zweiten Hälfte macht Linköping dort weiter wo sie vor der Pause aufgehört hatten, Sara Larsson spielte sich durch, passte zu Maria Aronsson, die ihr zweites Tor an diesem Tage machte. Auch einem schönen Solo verkürzte Mallbackens Jenny Rådström auf 3:1.
Trotz diesem Anschlusstreffer war der Gast dem 4:1 in der Folge näher als das Heimteam einem 3:2. Linköping nahm dieses Mal wieder drei Punkte mit Heim.
Umeå IK - Sunnanå SK 5:0 (4:0)
Vom nordschwedischen Derby berichtet Rebecca Smith:
"Es ist immer ein harter Gang, wenn man in Umeå spielen muss, obwohl es nur 1 ½ Stunden Busfahrt entfernt liegt. Diesmal war es noch besonders heiß und Umeå hatte einen Vorteil darin, dass wir bei ihnen auf Kunstgras spielen müssen. Wir spielten und trainierten seit über sechs Wochen nur noch auf normalem Grasboden.
Gegen Umeå probierten wir eine neue Formation aus, Carro Marklund ging in die rechte, zentrale Abwehr und Hanna Marklund ins zentrale Mittelfeld. Dafür rückte Sanna Frostevall auf die rechte Mittelfeldposition. Zusätzlich tauschen noch Maria Nordbrandt , ging ins linke Mittelfeld und Lina Johannson, spielte mit Madde Edlund in der Offensive, die Plätze.
In den ersten zwanzig Minuten sah es für Sunnanå ganz gut aus, denn wir konnten UIK unter Kontrolle halten, doch dann, bedingt durch einige Missverständnisse in unserer Abwehr, brachen sie doch über die Flügel durch und bedienten ihre mit nach vorne in den Strafraum gerannten Mitspielerinnen. Jetzt merkte man ihnen an, dass sie zu den besten Mannschaften in der Welt gehören, denn ihre Spielweise ist wunderbar und unbeschreiblich.
Das erste Tor wurde von Marta vorbereitet. Vom linken Flügel gab sie eine Pass auf Malin Möström in den Strafraum und die machte das 1:0 in der 24. min. Dem zweiten ging ein Fehler von unserer Torhüterin Åsa Berglund voraus, die die Situation falsch einschätze und zu weit aus ihrem Tor heraus kam. Die angreifende Anna Sjöström umdribbelte sie und schlenzte den Ball ins Tor. Innerhalb weniger Minuten stand es dann durch Treffer von Lise Klaveness und Marta 4:0.
In der zweiten Hälfte tauschen Hanna und Carro Marklund die Plätze und Anna Boden ersetzte Carina Holmberg, dadurch wurde unser Spielfluss besser. Wir hatten einige gute offensive Vorstöße durch unser Mittelfeld, doch zum Abschluss fehlt uns weiterhin der richtige Zündfunke.
Nur ein Gegentor ließen wir in der zweiten Halbzeit zu, Marta gelang es zwei Minuten nach Wiederbeginn, und ich wünschte, man könnte das Resultat der ersten Hälfte ausradieren. So mussten wir uns 5:0 mit Umeå geschlagen geben.
Wenn man die zweite Halbzeit nimmt, glaube ich, dass man darauf aufbauen kann. Ich denke auch, dass es nicht so gut war eine neue Formation, mit Spielerinnen auf ungewohnten Positionen, gerade gegen eine Klassemannschaft wie Umeå auszutesten. Nun schauen wir auf den nächsten Montag, denn dann kommen sie zu uns Skellefteå."
Fortsetzung
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