|
08.08.2011
Text von Rainer Fußgänger, Bilder von Katrin Müller und Volker Lieberum
2009 war eines der bis dato erfolgreichsten Jahre des Linköpings FC. Die Mannschaft, gespickt mit zahlreichen Talenten und Nationalspielerinnen, räumte gleich doppelt in Schweden ab. Obere Reihe v.l.n.r.: Caroline Seger, Jessica Landström, Sara Larsson, Charlotte Rohlin, Maria Karlsson und Faith Ikidi. Untere Reihe v.l.n.r: Petra Larson, Maja Krantz, Marie-Louise Johannson-Suahlberg, Sofia Lundgran und Kosovare Asllani. (Foto: Volker Lieberum)
Der einstige schwedische Spitzenclub Linköpings FC ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Nach dem erfolgreichen 2009, in dem der Club die Schwedische Meisterschaft und den Pokal nach Hause holte, erlebt er jetzt eine der schlechtesten Zeiten seit seiner Gründung im Jahre 2003.
Vor nicht einmal 2 Jahren war der schwedische Topclub Linköpings FC auf dem Höhepunkt seiner bis dato sportlichen Karriere angekommen. Am vorletzten Spieltag schlug man im heimischen Folkungavallen Umeå IK mit 4:0. Am Tag darauf schoss Linda Sällström das einzige Tor Djurgårdens gegen Göteborg und machte durch diesen Treffer den LFC zum Meister. Was für eine Überraschung und Sensation zugleich! Das erfolgreiche Team schaffte es sogar in der UEFA Women´s Champions League bis ins Achtelfinale und scheiterte dort knapp gegen den FCR 2001 Duisburg.
Aber die Freude wehrte nicht lange! Erfolgstrainer Magnus Wikman verließ den Verein aus persönlichen Gründen (FanSoccer berichtete!), er konnte die Trennung von seiner Familie nicht mehr mit sich vereinbaren. Aber nicht nur Wikman verließ den Verein zu dieser Zeit, sondern auch einige sehr wichtige Leistungsträgerinnen wie Caroline Seger, Jessica Landström, Faith Ikidi und Kosovare Asllani (Letztere kam vergangenes Jahr reumütig zurück). So beschlossen die Vereinsbosse den bis dato erfolglosen Coach Anders Mäki Pettersson aus Malmö nach Linköping zu holen. Kleine Notiz am Rande: Ex-Club Malmö holte sich im ersten Jahr ohne Pettersson sofort die Meisterschaft mit zehn Punkten Vorsprung.
Bild links: Erfolgscoach Magnus Wikman (Foto: Katrin Müller)
Pettersson musste quasi einen halben Neuaufbau auf sich nehmen. Er selber hatte von 2005 - 2009 Malmö trainiert, das während seiner aktiven Zeit von Malmö FF in Ldb FC Malmö umbenannt wurde. Damit erhielt der Verein erhebliche Ressourcen, nicht zuletzt auch für langfristige Verpflichtungen internationaler Talente und galt Jahr für Jahr als Favorit auf den Meistertitel. Aber das Team hielt dem Druck in entscheidenden Begegnungen nicht stand und musste sich zunächst Umeå und schließlich auch Linköping geschlagen geben.
Der Neuaufbau Linköpings fruchtete nicht und das Team fiel in der kommenden Saison weiter ab. Zwar holte man mit neunzehn Punkten Rückstand auf Malmö noch den dritten Platz, aber die Tendenz wies deutlich nach unten.
In der laufenden Saison nun liegt man nach der Hinrunde auf einem völlig unakzeptablen achten Tabellenplatz und hat mit der Vergabe der Medaillen nichts mehr zu tun. Nach unten ist Luft, zur Spitze mit Malmö und Umeå sind es aber schon jetzt 13 Punkte. Markantes Problem der ohnehin eher defensiv starken Mannschaft: Nur zehn Tore in elf Spielen, damit kann man nicht mehr erwarten. Vergangenen Mittwoch verlor Linköping das immens wichtige Heimspiel gegen Tyresö FF mit 1:4. Elin Ekblom Bak (2x), Kirsten van de Ven und Madelaine Edlund trafen für die Gäste, Kosovare Asllani erzielte das Tor für Linköping. Heute Abend trifft der Linköpings FC auf Kristianstad und muss tunlichst versuchen nun Schadensbegrenzung in der total verkorksten Saison zu betreiben.
Bild rechts: Das offizielle Vereinslogo.
Teilen
Frauenfussball Schweden Blog
Zum Frauenfußball International
Zur FanSoccer-Startseite
|