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FA Women's Cup Final 2009

Ein Spiel ohne Verlierer

Arsenal LFC - Sunderland WFC 2:1 (1:0)

Von Nora Kruse (Text u. Fotos)


05.05.2009

Arsenal LFC hat zum vierten Mal in Folge den FA Women's Cup gewonnen. Die "Gunners" besiegten im Finale den Zweitligisten Sunderland WFC mit 2:1. Doch nicht nur die Londonerinnen hatten allen Grund zum Jubel, auch bei Sunderland blickte man in strahlende Augen. Der Zweitligist, bei dem die älteste Spielerin gerade 25 Jahre alt ist, hatte ein eindrucksvolles Spiel abgeliefert.

Dass Arsenal den "Underdog" nicht unterschätzt hatte, machten nicht nur alle Bekundungen vor Spielbeginn deutlich, sondern auch der Jubel des Titelverteidigers nach dem 1:0 von Katie Chapman (Foto) nach einer halben Stunde. Man merkte den "Gunners" ihren derzeitigen Druck an - der UEFA-Cup-Sieger von 2007 hat alle Mühe, die vielen Abgänge der Topstars in die Vereinigten Staaten zu kompensieren. Im Rennen um die Meisterschaft hat Everton derzeit die Nase vorn, in der vergangenen Woche konnte der London County Cup nur mit einem mühevollen 3:2 gegen Millwall gewonnen werden. Es waren Felsbrocken, die den Spielerinnen nach der Führung vom Herzen fielen - und jeder der über 23.000 Zuschauer in Derby (nahe Birmingham) konnte sie purzeln sehen.

Es ist ohnehin beeindruckend, wie der mehrfache englische Meister mit der derzeitigen Situation umgeht. Kelly Smith, Karen Carney, Mary Phillip, Lianne Sanderson, Anita Asante, Alex Scott - sechs Nationalspielerinnen haben Arsenal seit Saisonbeginn verlassen. Julie Fleeting erwartet ihr erstes Kind, steht derzeit ebenfalls nicht zur Verfügung. Doch die Mannschaft ist intakt, versucht den Neuaufbau - ab der kommenden Saison auch ohne ihren Trainer. Nach 22 Jahren tritt Vic Akers zum Saisonende zurück.

Entscheidende Kraft auf dem Feld ist Spielführerin Jayne Ludlow, die auch gegen Sunderland die Fäden zog und die Richtung vorgab, wenngleich sie selbst überraschend defensiv aufgestellt war. Erst kürzlich erzählte Ludlow im FanSoccer-Interview, dass sie die derzeitige Situation eher als Herausforderung empfinde. Für Arsenal zu spielen genieße sie zur Zeit mehr als jemals zuvor, beim Neuaufbau möchte sie dabei sein.

Und noch ist viel zu tun bei Arsenal, die mit dem "Superteam" von 2007 nicht mehr zu vergleichen sind. Gegen Sunderland gingen sie mit der 1:0-Führung in die Pause. Echte Chancen hatte der Zweitligist keine, beeindruckte aber durch sehr gutes Defensivverhalten. Immer wieder wurden die Sololäufe von Gemma Davison und Rachel Yankey gestoppt - Sunderland war hellwach und die junge Mannschaft zeigte, dass sie mithalten konnte. Mehr hatte ohnehin kaum einer erwartet.

Die zweite Halbzeit war zunächst von vielen Spielunterbrechungen gekennzeichnet, nach gut einer Viertelstunde musste Sunderlands Sophie Williams wegen eines Anfalls, der nicht näher definiert werden konnte, mit Atemmaske vom Feld, die Stürmerin wurde noch lange danach ärztlich behandelt. Aufgrund dieser Unterbrechungen ließ Schiedsrichterin Alexandra Ihringova insgesamt sieben Minuten nachspielen - eine Phase, in der nochmal die Post abging.

In der 92. Minute stellte Schottlands Supertalent Kim Little einmal mehr ihr Können unter Beweis. Die erst 18-jährige Stürmerin hat sich in den vergangenen zwei Jahren ihren Stammplatz sowohl bei Arsenal als auch in der schottischen Nationalelf erspielt. In beeindruckender Routine umspielte Little Torhüterin Helen Alderson (Foto), behielt die Nerven und netzte zum 2:0 ein. Fünf Minuten später war der Jubel der insgesamt 23.291 Zuschauer riesig, Sunderland schaffte den Ehrentreffer durch Kelly McDougall.

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