Frauenfußball InternationalOlympia wäre das GrößteWales' Spielführerin Jayne Ludlow im Gespräch | ||
Von Nora Kruse (Text u. Fotos)
Jayne Ludlow ist nicht nur Wales' erfahrenste Spielerin, auch in einer britischen Mannschaft käme der Mittelfeldspielerin wohl eine tragende Rolle zuteil.
Erst kürzlich kreiste durch die Medien, dass der Schottische Fußballverband seinen Spielern Strafen androhe, sollten sie in einem „Team GB“ mitspielen.
„Ich würde die Bestrafung wählen“, antwortet Ludlow spontan. „Aber natürlich gilt das nur für mich. Meine Karriere neigt sich dem Ende, international
werde ich nicht mehr allzu lange spielen. Eine Olympiateilnahme wäre der gelungene Abschluss.“
2007 war das "goldene Jahr" für Arsenal. Mittlerweile hat Lianne Sanderson (l.) den Verein verlassen, Jayne Ludlow will helfen, eine neue Spitzentruppe zu formen. |
Die walisische Nationalmannschaft bleibt beim Algarve Cup unter ihren Möglichkeiten. | |
Doch einschätzen kann die 30-jährige Mittelfeldspielerin von Arsenal LFC nicht, auf welche Entscheidung es hinauslaufen wird. Im Raum steht auch ein
Alleingang der Engländer, eine Mannschaft an den Start gehen zu lassen, die sie als britisch bezeichnen würden. „Ich bin Waliserin“, lacht Ludlow, „eine
englische Mannschaft würde mir natürlich nicht gefallen, es wäre auch nicht fair gegenüber den anderen Verbänden.“ Doch über ein bisschen mehr
Flexibilität und Bereitschaft der anderen würde sich die UEFA-Cup-Siegerin von 2007 dennoch freuen. „Der Sport sollte im Vordergrund stehen. Und wenn
ich mich entscheiden müsste, ob ich ein britisches Team unterstütze, das gewinnt oder ein walisisches, das kaum Chancen hat – ich würde das britische
wählen. Und ich bin mir sicher, dass wir als Auswahl vorne mitspielen würden.“
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Es ist aber auch das Niveau des Frauenfußballs in Wales, das Ludlow unglücklich macht. „Es ist so traurig. Überall entwickelt sich der Sport mit rasender
Geschwindigkeit – nur bei uns nicht.“ Selbst vom Nachbarn Schottland fühlt sich die Waliserin abhängt. „Die treffen sich mehrfach im Monat, haben
Unterstützung im Verband und mit den beiden Schwedinnen zwei erstklassige, hochmotivierte Trainerinnen, die in Vollzeit arbeiten können. Wir sind im
Moment dort, wo Schottland vor sechs Jahren war.“
Jayne Ludlows Klasse wird in der neu geformten Mannschaft von Arsenal vielleicht wichtiger den je.
Während ihrer aktiven Zeit werde vermutlich nicht mehr viel geschehen, glaubt Ludlow und schielt zu einigen Teamkolleginnen, teils zehn Jahre jünger, ein
paar Tische weiter. „Für sie würde ich mir wünschen, dass sie eine erfolgreichere Zukunft haben. Meine Karriere war von wesentlich mehr Tiefs als Hochs
geprägt. Der Sport muss sich weiter entwickeln, es muss einfacher werden, Fußball und Beruf miteinander zu vereinbaren. Aber bei uns geht scheinbar alles
etwas langsamer, es nicht allzu viel Geld vorhanden.“ Einer ihrer größten Wünsche sind Vollzeittrainer in allen Jahrgängen, aber eine Umsetzung dessen
glaubt Ludlow auf absehbare Zeit nicht. Nach ihrer aktiven Karriere könne sie sich daher gut vorstellen, dem Verband erhalten zu bleiben. Konkrete
Gespräche gebe es noch nicht, doch die erfahrene Nationalspielerin ist motiviert. „Ich will hier etwas aufbauen.“
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