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Vier-Nationen-Turnier

Zum Schluß wenigstens ein Remis

Frankreich - Norwegen 1:1 (1:0)

Text: Alice Xu und Volker Lieberum
Fotos: Markus Gerth

02.2.2006    Beim Abschluss des Vier-Nationen-Turniers in China am 22.01.06 standen sich am letzten Tag die beiden europäischen Teams gegenüber. Beide mussten bei dieser Reise auf Stammspielerinnen verzichten, so Frankreich auf Marinette Pichon und Norwegen auf Dagny Mellgren und Solveig Gulbrandsen. Doch schnitten beide Mannschaften in den beiden ersten Spielen unterschiedlich ab. "Les Bleues" schlugen sich mit zwei Remis gegen China (1:1) und die USA (0:0) recht achtbar, während die Skandinavierinnen beide Begegnungen jeweils 1:3 verloren.

Zu Beginn des Spieles, das die Chinesin Hong vor ca. 5.000 Zuschauern im Olympiastadion in Guangzhou leitete, wurde klar, dass beide Mannschaften sich nicht fremd waren. Beide gingen damit mit der richtigen Einstellung sofort zur Sache und es fand kein langes Abtasten statt. Es zeigte sich dabei, dass die Französinnen schon auf einem höheren taktischen Level standen als ihre Gegnerinnen, was besonders in der Abwehr erkennbar war. Geschickt stellten sie ihre defensive Formation und vereitelten damit, dass die norwegischen Angriffsreihen in die Nähe des Strafraums kamen.

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Foto: Markus Gerth

Auf der anderen Seite war Frankreich ohne seinen Star Pichon etwas zahnlos im Sturm, so dass sie Schwierigkeiten beim Herausarbeiten guter Torchancen hatten. Die Norwegerinnen waren durch ihre Stärke und Größe hier in der Abwehr überlegen und hatten auch dort die Lufthoheit inne.

Nach 15 Minuten kam dann Frankreich zu guten Vorstößen und erzielte die ein und die andere Ecke. So auch in der 17. min. als Sonia Bompastor eine hereinzirkelte, die Hoda Lattaf mit dem Kopf verlängerte, doch Norwegens Torhüterin konnte das Leder noch einmal sichern. Zwei Minuten später hatte sie dann weniger Glück Camillle Abily servierte den Ball unheimlich gut auf Laetitia Tonazzi, die etwas 22 m vom norwegischen Tor entfernt war. Diese zog eine Granate ab, die in das obere Toreck einschlug und keine Abwehrmöglichkeit für Bente Norby ließ. 1:0 für Frankreich, dessen nachfolgenden Chancen in der ersten Hälfte, die gegnerische Abwehr zwar sehr beschäftige, aber zu keinem weiteren Treffer führte.


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Chinesische Impressionen

Bild: Markus Gerth

In der zweiten Halbzeit merkte man dann beiden Teams die vorausgegangen Spiele an. Die Spielerinnen wirkten doch müde und nicht mehr so spritzig, die Brillanz war aus der Partie verschwunden. Auf beiden Seiten häuften sich die Abspielfehler und die technisch besser eingestellten Französinnen konnten sich die angreifenden Norwegerinnen etwa 20 min. lang vom Leib halten. Danach besannen sich die Skandinavierinnen auf ihre alten Tugenden und spielten die Bälle lang. Mit dieser Taktik erkämpften sie sich einige Frei- und Eckstöße und setzten dadurch den Französischen Spielerinnen mehr und mehr zu. Trotzdem wurde es kein berauschendes Spiel, dazu plätscherte die Begegnung doch zu lustlos dahin.

In den letzten fünf Minuten waren die Französinnen mit dem 1:0 zufrieden und geistig schon in der Kabine, denn so gelang Norwegen, zwei Minuten vor Abpfiff, noch der Ausgleich. Nach einer Ecke kickte Maritha Kauffmann das Leder an der französischen Keeperin Sarah Bouaddi vorbei ins gegnerische Gehäuse und vermied damit die dritte Niederlage auf der Chinareise für ihre Mannschaft.

Einige Stunden nach dem Abpfiff hatte ich, dank Internet, kurzen Kontakt mit Isabell Herlovsen und Lise Klaveness. Während Isabell mit dem Ausgang zufrieden war, "Großartig, wir trennten uns 1:1 mit Frankreich", war Lise doch nicht so zufrieden, "wir haben überhaupt nicht gut gespielt. Doch diente die Reise dazu, unseren Teamgeist zu stärken".

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Foto: Markus Gerth

Frankreichs Trainerin Elisabeth Loisel meinte, dass ihre Mannschaft im dritten Match doch etwas müde war und bedauert, dass sie zwei Minuten vor Schluss noch den Ausgleich kassieren mußten.


Beim Algarve Cup wird Frankreich abermals auf China und die USA sowie Dänemark treffen, während Norwegen gegen Finnland, Schweden und Deutschland antreten muss.

Hinweis: Da uns keine Fotos von dem Spiel zu Verfügung standen, wurde der Bericht durch ein paar Fotos von Markus Gerth von seinen Chinareisen aufgelockert.

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Foto: Markus Gerth

Frankreich:
Bouhaddi - Lepailleur, Georges, Viguier, Provost - Abily, Bussaglia, Soubeyrand, Bompastor - Lattaf (Kramo 90'), Tonazzi (Traïkia 65')

Norwegen:
Nordby - Akerhaugen, Stangeland, Kaufmann, Nordby (Følstad 65') - Knutsen (Stensland 46'), Rønning, Lehn (Klaveness 74') - Kaurin, Herlovsen, Bjerke (Hansen 46').

Tore:
1:0 Tonazzi (19.)
1:1 Kauffmann (88.)

Schiedsrichterin:
Hong (China)

Zuschauer: ca. 5.000


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