von Nora Kruse
26.11.2006
Im letzten Jahr war Toulouse noch auf dem vierten Rang der Tabelle - ein Platz, von dem die Mannschaft von Nicole Abar jetzt nur träumen kann. Nicht
erst seit diesem Spieltag steckt ihr Team mitten im Abstiegskampf. Doch gerade gegen Paris wären mindestens zwei Punkte wichtig gewesen, reist man doch
in der nächsten Woche zum Meister...
Compiègne : CNFE 2:5
Ein torreiches Spiel ergab dieses Mittelfeldduell, bei dem die Treffer wirklich über die komplette Spielzeit verteilt waren. Für den ersten sorgten die
Gastgeberinnen bereits in der 11. Spielminute. Derzeit ist an allen Spielzügen ihre überragende Stürmerin Ingrid Boyeldieu beteiligt und so war sie es
auch, die die Vorarbeit für das 1:0 von Fany Lazzarano leistete. CNFE steckte den frühen Gegentreffer jedoch überraschend gut weg und konnte durch
U20-Nationalspielerin Amandine Henry nur sechs Minuten später ausgleichen. Bis zur erneuten Führung der Gastgeberinnen dauerte es jedoch lediglich bis zur
36. Minute, in der das Duo Lazzarano/Boyeldieu erneut zuschlug – diesmal jedoch mit umgekehrter Arbeitsverteilung, Boyeldieu schloss ab.
Mit diesem 2:1 ging es in die Halbzeit, doch nach dem Wiederanpfiff drehte das Fußballinternat so richtig auf. Henry und Marie-Laure Delie, zwei der
wahrscheinlich talentiertesten Jungfranzösinnen, ließen es so richtig krachen. Zunächst sorgte Henry für den Ausgleich, ehe Delie in der 62. Minute die
Führung erzielte und auch von zwei gegnerischen Abwehrspielerinnen zehn Minuten später nicht vom Doppelschlag abgehalten werden konnte. Die Führung war
beruhigend und Compiègne geschlagen. Clairefontaine kombinierte sich munter durchs Mittelfeld, was in der 80. Minute den 2:5-Endstand zur Folge hatte.
Unnachahmlich: mit ihrem Doppelpack hatte Marie-Laure Delie großen Anteil am souveränen Auswärtssieg von CNFE.
Archivbild: Nicole Tischhauser
Soyaux : Juvisy 1:4
Es war ein mit Spannung erwartetes Spiel in Soyaux. Der Gastgeber ist derzeit in einer tollen Verfassung, gewann die letzten drei Spiele in Folge und
konnte sich dadurch auf den vierten Tabellenrang schieben. Direkt vor ihnen ist Meister Juvisy platziert. Nur ein einziges Spiel hatten die
Vorstadt-Pariserinnen verloren, doch ihre letzten beiden Siege waren erzittert: zweimal 1:0 gewonnen, einmal in der 87. Minute, das andere mal in der 93.
Gegen Soyaux schien sich der Meister dennoch wieder zu berappeln und erarbeitete sich zumindest eine optische Überlegenheit in der ersten Hälfte.
Wirkliche Gefahr konnten sich damit jedoch nicht ausüben und so dauerte es bis zur 41. Minute, ehe das 1:0 für Juvisy fiel. Nach Vorarbeit von Amélie
Coquet erzielte die in letzter Zeit eher glücklose Laetitia Tonazzi die Gästeführung.
Soyaux gab jedoch nicht auf und präsentierte sich in der zweiten Hälfte als gleichwertiger Gegner, der folgerichtig in der 78. Minute durch Corine Franco
den Ausgleich erzielte. Es war wie in den letzten beiden Spielen: Juvisy ging mit einem Unentschieden, bei dem es nicht bleiben sollte, in die letzten zehn
Minuten. Nach einer Ecke von Virginie Mendes traf Tonazzi in der 80. Minute lediglich die Latte, den Abpraller verwandelte Coquet jedoch zum 2:1 für den
Meister. Wieder die Führung am Ende, doch diesmal blieb es nicht bei einem einzigen Törchen – zweimal sollte es noch im Kasten von Laetitia Stribick
klingeln. In der 83. Minute erhöhte Marinette Pichon nach Vorarbeit von Coquet auf 3:1, und fünf Minuten später sorgte Abwehrspielerin Peggy Provost für
den 4:1-Endstand.
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Unaufhaltsam: ein Tor steuerte Amélie Coquet (Mitte) beim Auswärtssieg von Juvisy selbst bei, zwei bereitete sie vor.
Archivbild: Nora Kruse
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Toulouse : PSG 0:1
Die Negativserie von Toulouse reißt nicht ab. Nach zuletzt teilweise deutlichen Niederlagen sah es im Spiel gegen die Pariserinnen erstmals wieder nach
einem Unentschieden aus. Die Hoffnungen der Mannschaft von Nicole Abar wurden jedoch in der Nachspielzeit zunichte gemacht...
Die Gastgeberinnen dominierten den Beginn des Spiels, setzten die Pariser Abwehr unter Druck, waren am Ende jedoch zu unentschlossen/unfähig und konnten
nichts Zählbares verbuchen. Mit Verlauf der ersten Hälfte wechselte die Überlegenheit zu den Gästen, die daraus jedoch ebenfalls keinen Profit schlagen
konnten. Großen Anteil hatte daran U19-Nationaltorhüterin Véronique Pons, die einen wirklich guten Tag erwischte. Es ging mit dem 0:0 in die Pause und auch
nach Wiederanpfiff waren die Hauptstädterinnen tonangebend aber erfolglos. Die vielleicht 80 Zuschauer bereiteten sich auf ein Unentschieden, und somit
wichtige zwei Punkte im Kampf gegen den Abstieg, vor. Diesen Plänen machte PSG jedoch in der Nachspielzeit mit dem Treffer von Candice Prevost einen Strich
durch die Rechnung.
St. Brieuc : Condé 1:0
Beide Neulinge konnten einen tollen Einstand in der Ersten Division feiern. Condé schwächelte in der letzten Zeit zwar ein wenig, war aber dennoch im guten
Mittelfeld. Demgegenüber konnte sich St. Brieuc bis auf den fünften Tabellenrang vorschieben – die Favoritenrolle im Aufstiegsduell war also geklärt?
St. Brieuc begann die Partie druckvoll und konnte durch Justine Boivin die ersten Chancen, unter anderem einem Weitschuss aus gut 25 Metern verbuchen.
Condé ließ sich durch diesen Start jedoch nicht einschüchtern, insbesondere Natacha Rietz hätte die Führung mit einem 30-Meter-Kracher auf dem Fuß gehabt.
Das Tor fiel dennoch auf der Seite der Gastgeberinnen. Magali Stevant trat in der 36. Minute eine Ecke von rechts auf den ersten Pfosten, Abwehrspielerin
Christelle Louveau aus Condé war überhaupt nicht auf der Höhe, der Ball rutschte durch und Tor.
Unscheinbar: In Montpellier ist Ludivine Diguelman (links) eine feste Größe, in der Nationalmannschaft dennoch meist der Joker.
Archivbild: Nora Kruse
Montpellier : Hénin-Beaum. 8:0
Keine Probleme für Montpellier gegen den Tabellenletzten, mit acht Toren sorgte die Vizemeister gar für ein Schützenfest in Südfrankreich.
Den Auftakt machte Virginie Faisandier in der zehnten Minute, die alleine vom Mittelfeld aus durchstartete und Manuella Cuvillier im Tor der Gäste keine
Chance ließ. Nur zwei Minuten später erhöhte Jungnationalspielerin Louisa Necib, die sich derzeit wirklich einer fantastischen Form befindet, auf 2:0. Auch
sie ließ Cuvillier nicht
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gut aussehen, die mit einem Heber überwunden wurde. Montpellier hatte alles unter Kontrolle und konnte vor der Pause durch Elodie
Ramos, ein weiteres Mal Faisandier und Fanny Tenret auf 5:0 erhöhen.
In der zweiten Hälfte kaum ein anderes Bild, die Gäste wurden erneut mit einem frühen Tor geschockt. Diesmal verging keine Minute, ehe Ludivine Diguelman
auf 6:0 erhöhte. Da erst in der 78. Minute das nächste Tor von Montpellier fiel – erneut war es Necib – konnte Hénin mal ein wenig durchatmen. Doch nachdem
auch das 7:0 gefallen war, ließ das 8:0 nicht mehr so lange auf sich warten. In der Nachspielzeit flitze Elodie Thomis allein die rechte Seite entlang und
ließ Cuvillier abermals keine Chance.
Für Montpellier war es in der Generalprobe vor dem Gipfeltreffen mit Lyon nicht mehr als lockeres Trainingsspiel. Hénin bleibt dagegen weit unten im Keller
und kämpft mit den ebenfalls sieglosen Spielerinnen aus Toulouse weiter gegen den Abstieg.
Unverzichtbar: Sonia Bompastor zieht nicht nur die Fäden im Mittelfeld, sondern ist auch für Tore gut, wie sie gegen La Roche einmal mehr unter Beweis
stellte.
Archivbild: Nora Kruse
La Roche : Lyon 0:2
In den letzten Spielen hat „l’OL“ meist für Spiele gesorgt, bei der die Tormaschinerie auf Hochtouren lief. In La Roche schalteten sie mal einen Gang
runter und spielten vier Punkte glanzlos nach Hause.
Zur Führung der Gäste traf in der 20. Minute Anne-Laure Perrot, die nach Vorarbeit von Nationalspielerin Camille Abily der gastgebenden Torhüterin mit
einem Schuss aus zwanzig Metern keine Chance ließ. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Halbzeit. Lyon tat nicht mehr als nötig und La Roche hatte nicht
die Möglichkeiten, um gegen das Star-Ensemble wirklich etwas zu reißen.
Auch nach Beginn der zweiten Hälfte verging eine halbe Stunde, ehe Sonia Bompastor auf 2:0 erhöhen konnte. Sandrine Dusang bediente Hoda Lattaf, deren
Hereingabe die Spielführerin der Nationalmannschaft aus etwa zehn, zwölf Metern verwandelte. Lyon hatte das Spiel im Griff und Sandrine Brétigny einen
Führungsausbau auf dem Fuß. Die neue Nationalspielerin scheiterte jedoch entweder an Audrey Malet im Tor von La Roche oder an fehlendem Zielwasser.
Es blieb bei einem verdienten, wenn auch glanzlosen Sieg von Olympique Lyonnais, die damit weiter punktgleich mit Juvisy auf dem zweiten Tabellenplatz
liegen.
Frankreich
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