von Nora Kruse
03.11.2006
Siege für die drei Großen: Montpellier, Juvisy und Lyon bleiben auch nach dem sechsten Spieltag beieinander. Der eine trumpfte souveräner auf, der
andere konnte erst in der 87. Minute durchatmen.
Paris SG : Hénin-Beaumont 8:1
Nachdem Paris in allen Saisonspielen zusammen gerade mal auf ein einziges Tor kam, scheint der Knoten jetzt geplatzt; gegen Hénin haben sich die
Hauptstädterinnen den Frust mal so richtig von der Seele geschossen.
Das Torfestival begann bereits in der 13. Minute, als Aurélie Mula nach Vorarbeit von Laure Boulleau zum 1:0 traf. Die ungewohnte Lage, mal in Führung zu
sein, schien Paris nicht aus der Fassung zu bringen, sie stürmten weiter und in der 22. Minute erhöhte Maryse Gobert per Kopf auf 2:0. Noch vor der Pause
konnte Paris durch Candice Prévost und einen Doppelschlag durch Mula auf 5:0 erhöhen.
Nach der Pause machte Mula dort weiter, wo sie aufgehört hatte: mit einem Doppelschlag. Keine zehn Minuten waren vergangen, da stand es auch schon 7:0.
Bitterer Tag für Hénin, die vor einer Woche schon gegen Lyon eine 0:9-Klatsche einstecken mussten. Dieses Ergebnis schienen sich die Hauptstädterinnen zum
Vorbild genommen zu haben: Boulleau, die auch schon auf der erweiterten Liste von Nationaltrainerin Elisabeth Loisel steht, konnte in der 88. Minute mit
einer schönen Einzelleistung auf 8:0 erhöhen. Und tatsächlich fiel auch noch das neunte Tor des Tages – allerdings bei Hénin. In der Nachspielzeit
erzielten sie durch Aurélie Desmaretz den Ehrentreffer.
Wer sollte Juvisy vor einem Punktverlust bewahren, wenn nicht Marinette Pichon?
Archivbild: Nora Kruse
St. Brieuc : Juvisy 0:1
Interessantes Duell: die heimstärkste Mannschaft gegen auswärtsstärkste... Resultat: letztere bestätigten ihr Image – allerdings knapp, knapp, knapp.
Juvisy kam mit Amélie Coquet in der 11. Minute erstmals gefährlich vor das Tor der Gastgeberinnen, konnte den Kopfball jedoch nicht verwandeln. Brieuc
zeigte keinen Respekt vor dem Meister mit seinen Nationalspielerinnen. Es gab Chancen hüben wie drüben und die Gastgeberinnen hätten in der 53. Minute fast
die Führung erzielt, Véronique Chasles traf jedoch nur das Metall.
Gegen Paris hatte Juvisy dank eines Eigentores gewonnen. Das blieb St. Brieuc zwar erspart, dafür kam der Treffer, als die Gastgeberinnen schon von zwei
Punkten geträumt haben dürften.
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Man schrieb die 87. Minute: Jennifer Moresco kam auf der linken Seite vor Nolwenn Jehan an den Ball und spielte auf
Marinette Pichon, die am Elfmeterpunkt zum Schuss kam und für die Entscheidung sorgte.
Mit einem Doppelschlag für Lyon: Camille Abily
Archivbild: Nora Kruse
Toulouse : Lyon 0:4
Leichte Beute für Lyon. Das Team, das sich mit Nationalspielerinnen eh schon stark verstärkt hatte, reiste nach Toulouse – ein Team, das derzeit wirklich
gar nichts zustande bringt.
Und so ging es auch ohne Überraschung in die Halbzeit: mit einem 1:0 für Lyon. Sandrine Dusang flankte von der rechten Seite maßgeschneidert auf Camille
Abily, die per Kopf erfolgreich abschloss.
In der zweiten Halbzeit konnte Lyon sogar noch zulegen. Nach sieben Minuten legte Sandrine Brétigny mit dem 2:0 für die Gäste nach. Toulouse hatte dem
Meisterschaftsanwärter nichts entgegen zu setzen und so konnte Abily in der 69. Minute mit einem wunderschönen Schuss ihr zweites Tor erzielen. Acht
Minuten vor Schluss tauchte dann Hoda Lattaf, die derzeit wirklich in jedem Spiel trifft, allein vor Véronique Pons im Tor von Toulouse auf und behielt in
der 1:1-Situation die Nerven: 4:0 für Lyon. Endstand.
Lyon bleibt weiter im Rennen um die französische Meisterschaft und rangiert mit nur einem Punkt Rückstand auf Montpellier auf dem zweiten Platz. Für
Toulouse sieht es nun richtig bitter aus. Der Meisterschaftsvierte der vergangenen Saison ist nun erstmals auf einem Abstiegsplatz.
Compiègne : Soyaux 0:1
Vier wichtige Punkte erspielte sich Soyaux beim Gastspiel in Compiègne, denn mit der gleichzeitigen Schlappe von St. Brieuc konnten sie sich auf den
vierten Tabellenplatz spielen.
Dabei machten die Gäste von Anfang an ihre Ambitionen deutlich. Bereits nach fünf Minuten tauchte Soyaux durch Claire Morel und Corine Franco schon vor dem
gegnerischen Kasten auf, konnte seine Chancen allerdings nicht nutzen. Mit dem 0:0 ging es auch in die Pause, obwohl Soyaux sich ein leichtes Übergewicht
auf dem Platz erarbeiten konnte. Die beste Chance ergab sich für Candie Herbert kurz vor der Pause. Nach einem Foul nach Franco gab es Strafstoß für die
Gäste. Die Ex-Nationalspielerin schnappte sich den Ball, verschoss jedoch. Die Entscheidung fiel schließlich in der 60. Minute. Nach einem Zusammenspiel
mit Franco erzielte Morel den 0:1-Endstand.
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La Roche : Condé 2:0
Offenes Duell in La Roche… Besser platziert in der Tabelle ist Condé, mehr Erstligaerfahrung hat La Roche.
Die erste Möglichkeit im Spiel gehörte den Gästen, die durch Spielführerin Virginie Couillard gleich in der zweiten Minute die Chance zur Führung hatten.
Zuschlagen konnten in der 13. Minute jedoch die Gastgeberinnen, für die Adama Doumbouya per Heber das 1:0 erzielte. Auch in der Folgezeit hatte La Roche
die besseren Möglichkeiten, scheiterte jedoch an der Chancenauswertung. Erst in der 79. Minute war der Ball wieder im Netz – und wieder war es Doumbouya.
Das Spiel war vorbei und La Roche konnte wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg verbuchen.
Montpellier : CNFE 2:0
Gen Süden zog es die Teenager aus Clairefontaine zum Duell mit dem Tabellenführer. Ernsthafte Chancen auf einen Punktgewinn konnte sich das Internat
wahrscheinlich nicht machen, dennoch begann CNFE gut, forderte den Favoriten und es brauchte erst einen Strafstoß für die Gastgeberinnen, damit diese in
Führung gehen konnten. Für diese ist in Montpellier Ludivine Diguelman zuständig und machte ihrem Namen als sichere Elfmeter-Schützin auch nun wieder alle
Ehre. Und auch wenn CNFE deutlich machte, dass die Tendenz nach dem zähen Saisonstart nach oben geht, konnten sie gegen Montpellier nichts Zählbares
reißen. Stattdessen baute Virginie Faisandier nach Vorarbeit von Elodie Ramos die Führung noch aus.
Sichere Elfmeterschützin: Ludivine Diguelman
Archivbild: Nora Kruse
Frankreich
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