Fansoccer-Logo

Frankreich - 1. Division

Wird es spannend?

5. Spieltag

von Nora Kruse

18.10.2006

Im französischen Mittelfeld gab es bislang einige Überraschungen, im Vorfeld konnte man eigentlich nie sagen, wie etwas ausgehen würde. Anders sah es dagegen an der Spitze der Tabelle aus, wo Juvisy seine Kreise zog: vier Spiele, vier Siege, kein Gegentor. Aber das war einmal…

Juvisy : Montpellier 0:3
In der letzten Saison war diese Partie das absolute Highlight, die Meisterschaftsanwärter unter sich – Spannung war geboten. In dieser Saison konnte man da im Vorfeld schon seine Zweifel haben, schließlich hatte Montpellier wichtige Abgänge zu verzeichnen, Juvisy hatte sich dagegen mit Nationalspielerinnen, wie Sarah Bouhaddi oder Anne-Laure Casseleux verstärkt. Die Vorteile lagen formal also bei Juvisy, aber am Ende kam es eben doch ganz anders…
Juvisy erwischte mit seinem Spitzensturm aus Laetitia Tonazzi und Marinette Pichon einen guten Start und durch Emilie Trimoreau gehörte die erste Chance auch den Vorstadt-Pariserinnen. Danach übernahm Montpellier jedoch zunehmend das Kommando auf dem Feld, und nach Vorarbeit von Elodie Ramos auf der linken Seite erzielte Virginie Faisandier das 1:0 für die Gäste. Nur zwei Minuten später konnte der Meister von 2005 sogar noch ausbauen. Die 19jährige Elodie Thomis spielte ihre vierzehn Jahre ältere Nationalmannschaftskollegin Sandrine Soubeyrand aus und krönte diese Aktion, indem sie Bouhaddi im Tor von Juvisy tunnelte - 2:0 für Montpellier. Man konnte sich schon etwas verwundert die Augen reiben, gerade weil Thomis und Kollegin Louisa Necib in den Folgeminuten weitere Möglichkeiten hatten und die sehr routinierte Juvisy-Abwehr in gehörige Bedrängnis brachten. Dennoch ging es mit dem Ergebnis in die Halbzeit.
Auch in der zweiten Hälfte konnte Juvisy, die immerhin mit sieben Nationalspielerinnen auf dem Platz standen, die Gäste nicht ernsthaft gefährden. Stattdessen gelang Thomis ihr zweiter Treffer des Tages. 3:0 für Montpellier – Überraschung gelungen und die Liga hat wieder ein bisschen Spannung an der Spitze, da die Südfranzösinnen damit auch die Tabellenführung übernehmen konnten.

Elodie Thomis

Wieder zwei Tore für Montpellier - sind die Zeiten der vielen Chancenvergaben bei Elodie Thomis vorbei?

Archivbild: Nora Kruse

CNFE : La Roche 4:0
Aus dem altersmäßig gut gemischten Juvisy weiter nach Clairefontaine, der Heimat der französischen Jugend. Mit einem 4:0 gegen Paris hatte CNFE in der Vorwoche gezeigt, dass sie in Fahrt kommen – mit der Leistung gegen La Roche konnten sie das nochmals unterstreichen und den eher mäßigen Saisonstart wieder zurecht rücken.
Clairefontaine begann stark. Technisch können sie es eh mit so gut wie jedem Gegner aufnehmen, am Abschluss hapert es dann aber doch häufig. Hier lief es aber, in der 23. Minute gingen sie durch einen Kopfball von Amandine Henry in Führung. Sie hatten im Anschluss noch weitere Möglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben.

Großes Talent im Kreise von Clairefontaine: Marie-Laure Delie

Archivbild: Nicole Tischhauser


Hoda Lattaf

Kaum ein Spiel ohne Tor von Hoda Lattaf. Auch gegen Hénin-Beaumont steuerte sie wieder zwei bei.

Archivbild: Nicole Tischhauser

Nach dem Pausentee drehte CNFE auf: Nach nur zwei Minuten erhöhte Henry auf 2:0, bevor ein paar ruhigere Minuten folgten. In der 72. Minute zeigte Sturmpartnerin Inès Dhaou jedoch ihre Klasse, als sie per Lop aus 25 Metern auf 3:0 erhöhte. Clairefontaine machte das Spiel und folgerichtig fiel auch noch das 4:0, wofür in der 85. Minute Marie-Laure Delie verantwortlich war.

Soyaux : St. Brieuc 2:0
In Soyaux hat eine neue Zeitrechung begonnen: Spiel eins nach Corinne Diacre. Für diese neue Situation hatte sich gleich die Überraschungsmannschaft der Saison, Aufsteiger St. Brieuc angesagt. Zu Hause ist der Neuling bislang ungeschlagen, auswärts sind sie nicht ganz so fit – wovon Soyaux nun profitierte.
Die Partie begann recht ausgeglichen, Chancen durch Magali Stevant für St. Brieuc, sowie von Candie Herbert und Claire Morel auf Seiten der Gastgeber. Die waren es dann auch, die als erster ihre Chancen auch verwerten konnten, wobei ein Strafstoß helfen musste. Nach einem Foul an Morel verwandelte Corine Franco zum 1:0. Die Gäste hatten zwar noch vor der Pause Chancen zum Ausgleich, ließen sie aber ungenutzt.
In der zweiten Hälfte dauerte es eine gute Viertelstunde bis zum zweiten Highlight: Nach einer Ecke Jennifer Maier nahm Marina Pascaud den Ball volley und es stand 2:0. In der Schlussphase hatte Soyaux diverse Möglichkeiten, die Führungs auszubauen, Herbert, Morel und Coralie Chanudet blieben jedoch alle erfolglos.

Condé : Paris SG 1:1
Neben St. Brieuc machte auch der zweite Aufsteiger aus Condé von Beginn der Saison auf sich aufmerksam und spielte sich auf den fünften Rang. Mit Paris erwartete der Neuling den Tabellenletzten, der derzeit weit unter seinen Möglichkeiten agiert und bislang lediglich ein Unentschieden erspielen konnte.
Gegen Condé kam ein weiteres hinzu, obwohl die Gastgeberinnen zunächst in Führung gingen: Kurz vor der Halbzeit erzielte Virginie Couillard das 1:0. Paris machte insgesamt einen überlegenen Eindruck, konnte seine Chancen jedoch nicht in Tore umsetzen. Ein Problem, dass die Pariserinnen schon die ganze Saison verfolgt: nicht ein einziges Tor (wenn man vom Eigentor gegen Juvisy absieht) haben die Hauptstädterinnen auf dem Konto, und auch nach einer guten Stunde scheiterte Claire Ficadière mit ihrem Schuss aus 18 Metern. Erst in der 75. Minute schaffte Aurélie Mula mit ihrem Schuss vom Elfmeterpunkt das verdiente 1:1 und beendete die Torflaute.

Compiègne : Toulouse 7:1
Toulouse… im Vorjahr auf dem vierten Rang der Tabelle und wenn sich die Leistung nicht sehr bald steigert, dann wird dieser Platz völlig unerreichbar sein. Doch auch wenn es bei Toulouse derzeit nicht wirklich rund läuft, dürfte die Mannschaft von Nicole Abar nicht damit gerechnet haben, in Compiègne vollständig unter die Räder zu kommen.
Nach nur drei Minuten wurde Ingrid Boyeldieu im Strafraum gefoult, den fälligen Strafstoß verwandelte Anaëlle Marme zum 1:0. Zwei Minuten später war auch schon das nächste Tor gefallen, da diesmal Boyeldieu selber den Kasten traf. In der 20. Minute krönte sie ihre Leistung noch mit dem 3:0, das sie aus einer 1:1-Situation mit Jessica Bled, Vertretung von Véronique Pons, im Tor von Toulouse erzielte. Das Spiel war nach zwanzig Minuten bereits entschieden, da von Toulouse keine ernsthafte Gefahr ausging. Marie-Pierre Casteras Unternehmungen waren nicht zwingend genug. Da aber auch die Gastgeberinnen in der Chancenauswertung nicht mehr so gut waren, wie zu Beginn des Spiels, ging die Partie mit dem 3:0 in die Pause.


In der zweiten Hälfte das gleiche Bild: Compiègne schockte die Gäste mit frühen Toren, die im Fünf-Minuten-Takt fielen: In der 50. Minute erzielte Boyeldieu nach Vorarbeit von Gaëtane Thiney ihren dritten Treffer. Fünf Minuten später ließ Thiney die die Gäste-Abwehr stehen und schloss erfolgreich zum 5:0 ab. Castera gelang in der 60. Minute der Ehrentreffer, bevor Compiègne dies in der 65. Minute erneut durch Thiney mit dem 6:1 quittierte. Wieder hatte die Abwehr keine Chance gegen die quirlige Mittelfeldspielerin. Ein wenig Verschnaufpause hatten die Gäste nun, bevor sie in der 81. Minute den Rest bekamen: Boyeldieu – bei Toulouse wahrscheinlich das neue Unwort des Jahres – lochte zum Endstand ein.
Dunkelheit in Toulouse – und nächste Woche dürfte es kaum besser werden: Lyon hat sich angesagt…

Der Blick geht in Richtung Tor: Sonia Bompastor hat das Auge für die Mitspielerin, zeigte sich mit dem zweiten Tor für Lyon aber auch selbst erfolgreich.

Archivbild: Nicole Tischhauser

Hénin-Beaumont : Lyon 0:9
Mit vier Punkten dürfte Lyon von Anfang an spekuliert haben, am Ende war es jedoch ein wahres Torfestival für einen der wahrscheinlich drei Meisterschaftsanwärter.
Hénin-Beaumont hatte nicht den Hauch einer Chance. In der 22. Minute eröffnete Camille Abily den Torsegen und erzielte noch vor der Halbzeit einen lupenreinen Hattrick, bevor Sandrine Brétigny in der 41. Minute für den 0:4-Halbzeitstand sorgte.
Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff arbeitete sich Hoda Lattaf durch die komplette gegnerische Abwehr und stand alleine vor Torfrau Céline Musin, der sie keine Chance ließ. Brétigny erhöhte in der 62. Minute auf 6:0, bevor auch Lattaf sechs Minuten später ihren zweiten Treffer des Tages folgen ließ. Hénin war am Boden und es stürmte nur noch eine Mannschaft, die auch in den letzten zwanzig Minuten noch Lust auf Tore hatte: Sonia Bompastor setzte in der 75. Minute Aurélie Naud in Szene, die es mit ihrem ersten Saisontreffer dankte. Zum Endstand traf Bompastor dann vier Minuten später selber und der höchste Saisonsieg war unter Dach und Fach.

Frankreich

Zur FanSoccer-Startseite