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Frankreich - 1. Division

Au revoir, Corinne Diacre

4. Spieltag

von Nora Kruse

14.10.2006

Zwei Wochen ist Frankreichs Aus der in der WM-Qualifikation nun her. Marinette Pichon erklärte Minuten nach dem Schlusspfiff im Spiel gegen England ihren Rücktritt aus dem internationalen Fußball. Tragisches Ende für eine der größten Stürmerinnen. Und während Sandrine Soubeyrand noch überlegt, ob sie ebenfalls geht, sagt schon die nächste große Französin au revoir: Corinne Diacre. Frankreichs Rekord-Nationalspielerin hatte nach der EM im vergangenen Jahr bereits ihren Rückzug aus der Nationalmannschaft erklärt, nach dem Spiel gegen Montpellier verabschiedete sie sich auch aus der Liga: unvorbereitet und tragisch. Die Französinnen sind um die Umstände ihrer Karriereenden derzeit nicht zu beneiden.

La Roche : Juvisy 0:2
Eine schier unlösbare Aufgabe hatten die Spielerinnen von La Roche am vergangenen Sonntag, schließlich rückte der Meister aus dem Pariser Vorort an. Dennoch gaben sich die Gastgeberinnen kämpferisch, hielten dagegen und machten dem Meister mehr Schwierigkeiten, als dieser wahrscheinlich im Vorfeld vermutet hatte. Dennoch braucht es mehr als nur einen guten und kämpferischen Tag, um Juvisy besiegen zu können – sechs Nationalspielerinnen in der Startaufstellung bringt man nicht so einfach aus dem Konzept.

Marinette Pichon

Im Nationaldress wird man Marinette Pichon nicht mehr sehen, bis zum Saisonende kann sich aber wenigstens Juvisy noch über ihre Tore freuen.

Archivbild: Nora Kruse

So schlug es die 14. Minute, als es zum ersten Mal im Kasten von Audrey Malet rappelte: Nach einem langen Abschlag von Sarah Bouhaddi, bei dem sich Malet um einiges verschätzte, brachte Marinette Pichon die Juvisiennes in Führung. La Roche war von diesem Tor jedoch zunächst wenig beeindruckt, denn schon zwei Minuten später hatte Adelaïde Bordron die Chance zum Ausgleich, verfehlte jedoch den Kasten von Bouhaddi knapp. So ging es mit dem 0:1 in die Pause, da auch Pichon weitere Chancen nicht nutzen konnte.
Die ersten Chancen nach Wiederanstoß gehörten den Gastgeberinnen, die sie jedoch nicht nutzen konnten. In der 53. Minute scheiterte Mélissa Plaza an sich selbst, drei Minuten später das Zusammenspiel zwischen Alexandra Rey und Bordron an Bouhaddis Aufmerksamkeit.
Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft – insbesondere wenn der Gegner Juvisy heißt. In der 67. Minute war es ein weiteres Mal Pichon, die ihre Mannschaft jubeln ließ. Vierter Sieg im vierten Spiel und noch kein Gegentor.

Montpellier : Soyaux 2:1
Soyaux war ohne große Ambitionen in Frankreichs Süden gereist, denn auch wenn Montpellier noch immer mit den Abgängen seiner Nationalspielerinnen zu kämpfen hat, galten sie dennoch als Favorit


im Spiel, und nach ihrer Verletzung kehrte auch die Nummer 1 Céline Deville wieder zurück zwischen die Pfosten.
So war es nicht überraschend, dass Montpellier in der ersten Halbzeit die besseren Chancen hatte. Virginie Faisandier, Louisa Necib und Ludivine Diguelman – sie alle testeten Laetitia Stribick im Tor von Soyaux. Aber es war eben nicht mehr als ein Test. Erst nach knapp einer halben Stunde gab es die ersten Möglichkeiten für Soyaux und an den meisten war Altmeisterin Corinne Diacre beteiligt. Die Gäste konnten ein 0:0 in die Pause tragen, was durchaus als Erfolg gewertet werden konnte.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: nach nur zwei Minuten erzielte Claire Morel per Lop das 1:0 für die Gäste – lag die Überraschung in der Luft? Nein. Nur zwölf Minuten später führte ein Zusammenspiel der Jungnationalspielerinnen Elodie Thomis und Necib zum Ausgleich: Faisandier bediente Thomis auf der rechten Seite, die sich erfolgreich gegen ihre Mitspielerinnen durchsetzen konnte, auf Necib passte, die dann auch noch erfolgreich abschloss. Viel schlimmer als den Ausgleich traf Soyaux die unfreiwillige Auswechselung von Corinne Diacre in der 63. Minute: die Spielführerin Diacre blieb in einem Zweikampf mit dem Bein hängen und knickte um. Da sie sofort ins Krankenhaus gebracht wurde, musste man schlimmeres vermuten und wurde leider bestätigt: die 32jährige Abwehrspielerin erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbandes. Sie selbst erklärte nur kurze Zeit später ihren Rücktritt vom Fußball.
Während es noch so aussah, als würde Soyaux das Unentschieden über die Zeit retten können, schaffte Montpellier am Ende doch noch den Siegtreffer: Nur sechs Minuten vor Schluss war es wieder Faisandier, die nach Vorarbeit von Thomis zum Endstand traf.

Toulouse : Hénin-Beaumont 0:1
Es läuft nicht. Eine andere Beschreibung lässt der Saisonstart von Toulouse nicht zu. Nach einem hoffnungsvollen Start gegen Montpellier (0:0) konnte die Elf von Nicole Abar nicht wirklich nachlegen. Am letzten Spieltag verlor sie beim Aufsteiger St. Brieuc und auch dieses Heimspiel endete mit einer bösen Überraschung. Viele Abgänge zum Beginn der Saison (u. a. Bouhaddi, Viguier) und Gerüchte um Uneinigkeit mit der Trainerin lassen den Vorjahresvierten nicht in Gang kommen.
So vergaben die Gastgeberinnen auch gegen Hénin ihre Chancen. Während fast über die ganze Spieldauer aber auch hinten die Null stand, machten die Gäste nur vier Minuten vor dem Abpfiff ernst: Siegtreffer durch Pauline Crammer.

St. Brieuc : Compiègne 6:0
Der Aufsteiger will es wissen. Am letzten Spieltag siegte St. Brieuc zu Hause etwas überraschend gegen Toulouse, diesmal wurden die Gäste aus Compiègne abgefertigt und der Neuling konnte sich auf den vierten Tabellenplatz schieben.
Bereits nach zwei Minuten wurde dem Tabellenvorletzten das erste Ei ins Nest gelegt: nach einer Ecke traf Sophie Rissoan zum 1:0. Den Gastgeberinnen wurde keine Verschnaufpause gegönnt, Marine Masson traf in der achten Minute aus 25 Metern zum 2:0. St. Brieuc machte das Spiel und konnte noch vor der Pause auf 3:0 erhöhen. Nach einer tollen Kombination zwischen Magali Stevant und Rissoan erreichte der Ball Justine Boivin, die für den Halbzeitstand sorgte.
Auch wenn Compiègne sich zu Beginn der zweiten Hälfte offensiver zeigte, nahm St. Brieuc schon bald wieder die Zügel in die Hand und Masson gelang ein lupenreiner Hattrick: 67., 79. und 92. Minute – die Halbzeit gehörte der erst 18jährigen Stürmerin.


Sandrine Brétigny

Dies war definitiv kein Tag, um den Kopf hängen zu lassen: vier von sieben Toren gingen auf das Konto von Sandrine Brétigny.

Archivbild: Nicole Tischhauser

Lyon : Condé 7:1
Sieben Tore bieten Platz für viele Spielerinnen, allerdings machte in Lyon nur eine auf sich aufmerksam: Sandrine Brétigny. Vier der sieben Tore gehen auf das Konto der 22jährigen Stürmerin. Nach nur 14 Minuten eröffnete sie das Torfestival nach Vorarbeit von Sonia Bompastor und in der 31. Minute legte Brétigny schon wieder nach – diesmal zeigte sich Camille Abily als Vorbereiterin. Ein bisschen Abwechslung kam zwei Minuten später in Partie: Nach Zusammenspiel von Sandrine Dusang und Bompastor erreichte der Ball Hoda Lattaf. Nachdem die Stürmerin im Spiel gegen England vor zwei Wochen eher glücklos agierte, konnte sie sich mit dem 3:0 für die Gastgeberinnen nun ein klein Wenig regenerieren. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause, nach der Halbzeit ging das muntere Schießen jedoch in die nächste Runde.
Der Aufsteiger aus Condé hatte auch in der zweiten Hälfte keine Chance. Nach zehn Minuten war es erneut Brétigny, die für einen frühen Schock sorgte. Auch für das 5:0 sorgte sie: in der 64. Minute ließ sie mit ihrem Schuss aus 15 Metern Magalie Leclere im Tor der Gäste keine Chance. Dass 15 Meter keine echte Distanz sind, zeigte Bompasor sieben Minuten später. Die Nationalspielerin setzte zum Schuss aus 25 Metern an und traf maßgeschneidert unter die Latte. Nachdem Julie Morel in der 74. Minute zum Ehrentreffer für die Gäste traf, setzte Lattaf in der 83. Minute nochmal nach: 7:1 – Endstand.

Paris SG : CNFE 0:4
Die Teenager aus Clairefontaine hatten keinen guten Saisonstart erwischt: ein Unentschieden und zwei Niederlagen – zu wenig für die Mannschaft von Angélique Roujas. Am Sonntag stand mit den Hauptstädterinnen jedoch ein Gegner an, der die Saison absolut genauso gestartet hatte. Dennoch hatten die Pariserinnen am vorherigen Spieltag nur knapp gegen den Meister aus Juvisy verloren, zeigten also, was in ihnen steckt.
Gegen das Fußballinternat gelang das jedoch nicht. Chloé Mazaloubeaud erzielte schon nach acht Minuten die Gästeführung. Nur fünf Minuten später schaltete Amandine Henry Emilie L’Huillier aus und erhöhte auf 0:2. PSG kam nicht ins Spiel, stattdessen nahm es Elodie Cordier in der 30. Minute mit der gegnerischen Abwehr auf, setzte sich durch und es stand 3:0 für die Gäste.
CNFE hatte war bereits gegen Hénin am zweiten Spieltag mit 3:0 in die Halbzeit gegangen, bekam dann jedoch das berühmte französische Nervenflattern und musste am Ende mit einem 3:3 leben. Gegen Paris lief es jedoch anders, Clairefontaine behielt die Oberhand und konnte dank eines Kopfballtores von Henry in der 68. Minute sogar noch auf 0:4 erhöhen.

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