von Nora Kruse
04.10.2006
Nicht nur in Deutschland sieht man derzeit überraschende Ergebnisse in der Liga, auch in Frankreich mussten am
vergangen Spieltag ein paar Teams feststellen, dass klare Resultate nicht mehr so einfach zu erzielen sind und auch die
Aufsteiger das Potenzial haben, die Klasse zu halten...
St. Brieuc : Toulouse 2:0
Diesen Trip in die Bretagne hatte sich das Team von Trainerin Nicole Abar wahrscheinlich anders vorgestellt, vier Punkte
gegen den Austeiger aus St. Brieuc dürften fest eingeplant gewesen sein.
Dabei begann Toulouse sehr offensiv. Bereits in der achten und zwölften Minute hatten die Gäste durch Virginie Desalle und
Marie-Pierre Castera die Chance zur Führung, konnten jedoch nicht erfolgreich abschließen. Stattdessen waren es die
Gastgeberinnen, die in der 27. Minute U19-Nationaltorhüterin Véronique Pons überwinden konnten und nach einem Gemenge im
Strafraum durch Audrey Fevrier erfolgreich zum 1:0 abschlossen.
In der zweiten Halbzeit hatten die Gäste die besseren Chancen. Gaëlle Maugeais testete Stéphanie Mellec im Tor von St.
ieuc mit einem Schuss aus 30 Metern. Mellec hatte mit diesem Schuss jedoch genauso wenig Probleme wie mit einem Kopfball
von Castera in der 60. Minute. So waren es in der 73. Minute die Gastgeberinnen, die durch einen Foulelfmeter von Véronique
Chasles auf den 2:0-Endstand erhöhten. Trotz mehrerer Chancen in den letzten zwanzig Minuten konnte Toulouse den Rückstand
nicht mehr aufholen und der Aufsteiger konnte seinen zweiten Sieg im dritten Spiel feiern.
CNFE : Lyon 0:7
Nur ein Unentschieden konnte Frankreichs Fußballinternat Clairefontaine in dieser Saison verbuchen und auch an diesem Tag
blieb die Elf von Angélique Roujas chancenlos. Der Meisterschaftsanwärter aus Lyon hatte sich angekündigt und fertigte die
Teenager mit 7:0 ab.
Dabei dauerte es allerdings bis zur 42. Minute, ehe Lyon mit dem munteren Tore schießen begann. Nach Vorarbeit von
Nationalmannschafts-Spielführerin Sonia Bompastor traf Nationalmannschaftskollegin Sandrine Dusang per Kopf zum 0:1. Nach
der Halbzeit ging es munter weiter und jeder durfte mal auf den Kasten von Emmeline Mainguy schießen. Besonders ist dabei
Hoda Lattaf hervorzuheben. Nachdem Abily in der 48. Minute zum 0:2 einköpfte, war Lattaf an nahezu allen weiteren Aktionen
beteiligt. Das 0:3 besorgte sie knapp zwanzig Minuten später selber, bevor sie die beiden weiteren Tore vorbereitete: In
der 77. Minute erzielte Alix Faye-Chellali nach Hereingabe von Lattaf per Kopf das 0:4, in der 80. Minute bediente Lattaf
Sandrine Bretigny, die ebenfalls erfolgreich abschloss. Clairefontaines Gwendoline Rossi sorgte in der 83. Minute per
Eigentor für das 0:6, bevor Lattaf ihre tolle Leistung drei Minuten vor dem Ende mit einer schönen Einzelaktion krönte und
den Endstand erzielte.
Sarah Bouhaddi hat für ihren neuen Verein Juvisy bislang noch nicht hinter sich greifen müssen.
Archivbild: Nora Kruse
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Nicht nur auf internationaler Ebene haben die Spielerinnen es schwer, Hoda Lattaf zu folgen, bei Lyons Gastspiel in
Clairefontaine lief die Mittelfeldspielerinnen allen davon.
Archivbild: Nora Kruse
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Juvisy : Paris SG 1:0
Knapp, knapp, knapp – aber Juvisy behält weiterhin eine weiße Weste: Drei Spiele, drei Siege und Sarah Bouhaddi hat auch im
dritten Spiel noch kein Gegentor zugelassen.
Im Vorfeld hätte beim Pariser Derby wohl keiner ernsthaft mit Saint Germain gerechnet, doch die Außenseiterinnen waren wach
und hielten gut mit. Dennoch gewann der Meister ein Übergewicht auf dem Platz, kam zu den besseren Möglichkeiten und
profitierte dabei von Abwehrfehlern des Gastes. Zu einem Torerfolg kamen sie jedoch im ganzen Spiel nicht selber, die
Pariserinnen mussten helfen. Emilie Trimoreau setzte sich auf der rechten Außenbahn durch, spielte auf Valérie Dodille,
deren Hereingabe Saint Germains Stéphanie Legrand ins eigene Netz lenkte.
Condé : Hénin-Beaumont 5:1
Der Aufsteiger aus Condé macht weiterhin auf sich aufmerksam. Nachdem sie direkt am ersten Spieltag aus Clairefontaine vier
Punkte mit nach Hause brachten, eine Woche später zwar in Toulouse verloren, war das erste Heimspiel in der neuen Liga ein
richtiges Schützenfest.
Dabei fing der Tag für den Aufsteiger alles andere als gut an. Bereits in der 23. Minute sorgte Pauline Crammer für die
Gästeführung. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Pause, doch danach drehten die Gastgeberinnen auf. Bereits in
der 50. Minute erhöhte Sandra Desmonts in einer 1:1-Situation mit Torhüterin Manuella Cuvillier den Ausgleich. Vier Minuten
später erzielte Julie Morel die Führung für den Aufsteiger, bevor in der 62. Minute die Zeit der Virginie Couillard begann,
die einen lupenreinen Hattrick erzielte. 62., 70. und 91 Minute – Hénin war endgültig geschlagen und bleibt auch im dritten
Spiel in Folge ohne Sieg.
Soyaux : La Roche 2:0
Mit 250 Zuschauern war die Partie in Soyaux die meistbesuchte des Wochenendes und die Zuschauern konnten einen Sieg ihrer
Heimmannschaft bestaunen. Soyaux kam besser in Spiel und hatte bereits nach zehn Minuten durch Corine Franco und Imani
Dorsey zwei Chancen zu vermelden. Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit waren es die Gastgeberinnen, die zu den
besseren Chancen kamen, in der 24. und 26. Minute jedoch zweimal an Gast-Torhüterin Corinne Lagache scheiterten. In der
letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit drehten die Gäste jedoch auf. Laëtitia Stribick im Tor von Soyaux hatte gleich
mehrere haarige Situationen zu überstehen und rettete das 0:0 in die Halbzeit.
In der zweiten Hälfte musste Soyaux in der letzten halben Stunde ohne Mannschaftsführerin Corinne Diacre auskommen, die
verletzt ausgewechselt werden musste. Dennoch konnten die Gastgeberinnen in der 65. Minute das 1:0 durch Julie Loubet
feiern, bevor Claire Morel in der 79. Minute sogar noch auf 2:0 erhöhte.
Compiègne : Montpellier 0:5
Es war der Tag der Louisa Necib. Der Neuankömmling schoss zwei Tore selbst und zeigte
sich auch als erfolgreiche Vorbereiterin.
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Louisa Necib drehte in ihrem dritten Spiel für Montpellier so richtig auf...
Archivbild: Nora Kruse
Direkt in der 36. Minute zeigte Necib, welches Potenzial in ihr steckt. Nationalmannschaftskollegin Elodie Thomis ließ auf
der rechten Seite ihre Gegnerinnen stehen und spielte auf Necib, die vom Elfmeterpunkt Sandrine Launay im Tor der
Gastgeberinnen keine Chance ließ. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Halbzeitpause, bevor Montpellier mit Necib
richtig aufdrehte.
Bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Virginie Faisandier per Kopf auf 0:2, bevor Ludivine Diguelman in der 55.
Minute Necib in Szene setzte, die per Halbvolley-Schuss ihren zweiten Treffer erzielte. Den nächsten Treffer erzielte
Diguelman selbst: nach einem Foul an Montpelliers Spielführerin Agathe Calvié, verwandelte sie den daraus resultierenden
Foulelfmeter sicher zum 0:4. Compiègne, die nach ihrem vielleicht etwas überraschenden Sieg am ersten Spieltag gegen Paris
nun schon zum zweiten Mal in Folge geschlagen waren, mussten in der Nachspielzeit sogar nach das 0:5 einstecken. Wieder war
es Louisa Necib, die an diesem Treffer beteiligt war. Die 19jährige Mittelfeldspielerin spielte auf Nora Hamou, die Launay
per Lop aus zwanzig Metern keine Chance ließ.
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