von Nora Kruse
15.09.2006
Nach zwei Tagen ist es allgemein verfrüht, von einer Vorentscheidung zu sprechen, dennoch hat Meister Juvisy bereits
jetzt gezeigt, wer auch in diesem Jahr der Top-Favorit auf die Meisterschaft ist. Keiner Mannschaft der Liga ist es
gelungen, beide Spiele zu gewinnen, und somit die Ideal-Punktzahl von acht Zählern zu verbuchen.
Nur Juvisy. Zwei Siege, kein Gegentor - und der vermeintliche Hauptkonkurrent Lyon wurde auch schon geschlagen.
Hénin-Beaumont : CNFE 3:3
Sie sind zurück. Im Spiel gegen Hénin konnte Clairefontaine wieder auf seine vier U20-Nationalspielerinnen zurückgreifen,
die am vergangenen Spieltag wegen der Weltmeisterschaft noch nicht aufgelaufen waren. Amandie Henry, Elodie Cordier,
Marie-Laure Delie und Inès Dhaou waren alle wieder mit von der Partie und es schien, als habe die Mannschaft nur auf ihre
vier Stars gewartet, denn sie legte los, wie die Feuerwehr.
Bereits in der sechsten Minute zeigten Delie und Henry, was sie drauf haben: nach Zuspiel von Delie versenkte Henry zum
1:0 für den Talentschuppen. Das hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie in der 13. Minute nochmal nachlegte, 2:0.
Clairefontaine machte das Spiel, Hénin war in der eigenen Hälfte gefangen, folgerichtig fiel vor der Pause sogar noch das
3:0 – diesmal von Delie.
Die Formulierung einer „beruhigenden Pausenführung“, wie man sie sooft verwendet, ist hier wahrscheinlich nicht so angebracht,
denn auch wenn Hénin in der ersten Halbzeit
nichts zu melden hatte und wahrscheinlich keiner noch auf sie gewettet hätte, kamen sie zurück. Wieder erlebten die
Zuschauer ein schnelles Tor nach dem Anpfiff, diesmal auf der anderen Seite. In der 48. Minute brachte Marie Gosse Hénin
wieder ein bisschen näher ran, bevor nur eine Minute später alles nahezu wieder offen war: Nach einer Ecke erreichte der
Ball Julie Debever, die per Volleyschuss Karima Benameur im Tor von CNFE keine Chance ließ. Mit engen Situationen, die
starke Nerven brauchen, kam Frankreichs Jugend noch nie zurecht und so übernahm Hénin das Ruder und hatte durch Laurie
Dacquignys Weitschuss noch die Chance zum Ausgleich. Während es mit zunehmendem Spielverlauf so aussah, als würde CNFE die
vier Punkte nach Hause zittern, machte Pauline Crammer diesen Wunsch der Talente in der 85. Minute zunichte. Mit einer
sehenswerten Einzelaktion sprintete sie über 20 Meter in Richtung gegnerisches Tor, ließ ihre Gegenspielerinnen ohne Chance
und schaffte den Ausgleich.
La Roche : Compiègne 3:2
Vor gerade einmal 120 Zuschauern konnte La Roche, die in der vergangenen Saison fast abgestiegen wären, nach der
letztwöchigen Niederlage gegen den Aufsteiger Saint-Brieuc wichtige vier Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einfahren.
Dabei sah es zu Beginn nicht nach einem Punktgewinn für die Yonnaises aus, denn bereits in der zehnten Minute sorgte
Laëtitia Mariani nach Vorarbeit von Ingrid Boyerdieu für die Führung der Gäste. Nach diesem frühen Schock für die Gastgeber,
kam La Roche
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Nationalspielerin Laetitia Tonazzi erzielte das goldene Tor für Juvisy.
Archivbild: Nora Kruse
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jedoch immer besser ins Spiel und erarbeitete sich mit zunehmendem Spielverlauf ein Übergewicht auf dem Feld.
Kurz nach dem Beginn der zweiten Halbzeit hatte dennoch zunächst Boyerdieu das 2:0 für die Gäste auf dem Fuß, bevor Anne
Sirot in der 56. Minute für den Ausgleich sorgte. Innerhalb von zwanzig Minuten drehte La Roche das Spiel komplett,
verlassen konnten sie sich dabei auf Adama Doumbouya, die in der 62. und 77. Minute für die deutliche 3:1-Führung sorgte.
Compiègne bemühte sich noch einmal, konnte jedoch durch Vanessa Mellarini nur noch den Anschlusstreffer erzielen.
Technisch war Elodie Thomis schon immer eine Augenweide, gegen St-Brieuc stimmte auch ihr Durchsetzungsvermögen.
Archivbild: Nora Kruse
Montpellier : St-Brieuc 5:0
Lehrgeld zahlen musste der Aufsteiger beim Vizemeister aus Montpellier und bekam nach dem vielleicht etwas überraschenden
Sieg am vergangnen Wochenende eine deutliche 5:0-Klatsche. Sehen wollten diesen Sieg allerdings nur 100 Zuschauer.
Nach Vorbereitung von Ludivine Diguelman schoss Virginie Faisandier bereits in der sechsten Minute das 1:0 für den
Gastgeber. Montpellier machte das Spiel und ließ dem Aufsteiger keine Chance. Der Führungsausbau ließ dennoch knapp eine
halbe Stunde auf sich warten, bevor Elodie Ramos auf das verdiente 2:0 erhöhte. Nur zwei Minuten später sorgte Julie
Lescanve nach einer Ecke von Spielführerin Agathe Calvie für den 3:0-Halbzeitstand.
Zwanzig Minuten dauerte es nach Wiederanpfiff, bis Elodie Thomis ihre Klasse unter Beweis stellte. Sie schnappte sich den
Ball, schaltete die gegnerische Abwehr aus und schloss ihre Aktion auch noch erfolgreich ab. Wieder eine Einzelaktion,
diesmal von Ramos, war es, die in der 67. Minute für den Endstand sorgte.
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Lyon : Juvisy 0:1
>> ausführlicher Spielbericht
Paris-SG : Soyaux 0:0
Zwei Mannschaften mit der gleichen Ausgangsposition. Paris kassierte, genau wie die Mannschaft von Corinne Diacre, am
vergangenen Spieltag eine 0:3-Klatsche, brauchte also dringend die Punkte. Es gab für jeden auch zwei davon und somit
bleiben beide Teams durch das 0:0 noch immer ohne eigenes Tor und gleichauf.
Nach elf Minuten ergab sich aus dem Zusammenspiel zwischen Marie Colombier und Claire Morel die erste Chance für die
Gäste – nutzen konnten sie sie nicht. Im Anschluss kamen die Hauptstädterinnen jedoch besser ins Spiel, konnten aus der
Überlegenheit jedoch keinen Profit schlagen, da sowohl U20-Nationalspielerin Mériame Ben Abdelwahab als auch Claire
Ficadière und Sabrina Delannoy ihre Chancen nicht nutzen konnten.
In der zweiten Halbzeit war das Bild ähnlich, Paris hatte die besseren Möglichkeiten. Und nachdem Corine Franco in der 60.
und 77. Minute zwei Chancen für Soyaux vergeben hatte, stellte sich das Diacre-Team hinten rein und versuchte, das Ergebnis
über die Zeit zu retten.
Toulouse : Condé 3:1
Nachdem der Aufsteiger aus Condé am letzten Spieltag noch mit einem Sieg gegen Clairefontaine auf sich aufmerksam machten
konnte, musste er am vergangenen Wochenende gegen die routiniertere Mannschaft aus Toulouse eine klare Niederlage einstecken.
Bereits in der 14. Minute gingen die Gastgeberinnen durch Marie-Pierre Castera in Führung. Keine Viertelstunde später war
Magalie Leclere im Tor des Aufsteigers erneut chancenlos, als Julia Dany, die bereits im erweiterten Kader der
A-Nationalmannschaft steht, auf 2:0 erhöht.
Nach dem Wiederanpfiff kam zunächst Condé besser in Gang, die bereits in der 53. Minute durch Adeline Bansard den
Anschlusstreffer erzielten. Vorausgegangen war dem Tor ein schönes Zusammenspiel mit Couillard, die der Abwehr von Toulouse
keine Chance los. Obwohl Condé etwa zehn Minuten später durch Bansard den Ausgleich auf dem Fuß hatte, die Chance aber
nicht nutzen konnte, war es das Heimteam, das in der 65. Minute den Endstand markierte. Erneut war Dany erfolgreich.
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