Nicole Tischhauser (Text u. Bilder)
13.09.2006
Bereits am zweiten Spieltag trafen am letzten Sonntag zwei der Favoriten auf den französischen Meistertitel aufeinander
und taten sich jeweils schwer damit, die Abwehrreihen des Gegners zu knacken.
Immerhin 400 Zuschauer fanden sich bei circa 27 Grad auf dem Nebenplatz des berühmten Stade de Gerland ein, welches den
Damen aus Lyon als Heimstadion dient. Ob es die unangenehm schwülen Temperaturen oder der Respekt der beiden Teams
voreinander war, lässt sich wohl nicht klären, aber es dauerte etwa 30 Minuten bis zu den ersten nennenswerten Torchancen
durch Sandrine Brétigny mit einer Doppelchance für Lyon und kurz danach Laëtitia Tonazzi auf der Gegenseite mit einem
satten Schuss von rechts. Beide Chancen wurden aber durch die Torhüterinnen zunichte gemacht. Viel mehr geschah in der
ersten Halbzeit dann allerdings nicht mehr und so blieb es bis zur Pause beim 0:0.
Der Sieg für die Pariser Vorstädterinnen war knapp, aber die Freude über die Tabellenführung ist größer.
In der zweiten Halbzeit, als auch die Temperaturen etwas angenehmer wurden, kamen beide Mannschaften etwas besser in Fahrt,
vor allem das Heimteam zeigte jetzt deutlich größere Bemühungen. Doch allzu oft gelangte der Ball nach einem Fehlpass in
den Besitz von Juvisy, das sich nun mehr und mehr auf das Kontern verlegte und immer mal wieder gefährlich vor Aurore Pegaz
auftauchte.
Trotz aller Bemühungen der Lyonnaises reichte es kaum für wirklich gute Torchancen, wenn man einmal von einer "missratenen"
Flanke von Laure Lepailleur absieht, die die Torlatte streifte. Und falls es Lyon doch einmal gelang, sich eine Chance
herauszuarbeiten, war die seit dieser Saison bei Juvisy spielende Nationaltorhüterin Sarah Bouhaddi immer zur Stelle –
wenn sie bei ihren Aktionen auch nicht immer die von ihr gewohnte Souveränität an den Tag legte.
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Sarah Bouhaddi hielt in ihrem ersten Spiel für Juvisy den Kasten sauber.
Die beiden besten Mannschaftsteile waren die Abwehrreihen, die von Sandrine Soubeyrand für Juvisy und Delphine Blanc für
Lyon sehr gut organisiert wurden und kaum Fehler begingen - zumindest bis zur 75. Minute, als ein Missverständnis in Lyons
Abwehr von Laëtitia Tonazzi, der heute besten Angreiferin auf dem Feld, mit einem sehenswerten Heber über die vorschnell
herauseilende Aurore Pegaz zum einzigen Treffer dieser Partie ausgenutzt wurde.
Olympique Lyonnais verstärkte danach nochmals die Bemühungen, aber man konnte nicht verbergen, dass die Neuankömmlinge aus
Montpellier noch nicht ins Team integriert sind und die Automatismen noch nicht stimmen. Die wenigen Chancen waren meist
Zufallsprodukte oder auf Einzelleistungen von Sonia Bompastor oder Hoda Lattaf zurückzuführen. Auch Juvisy zeigte zwar kein
gutes Spiel und tat vor allem auch nicht besonders viel dafür, doch hatte man bei den Damen aus dem Pariser Vorort das
Gefühl, dass ein Team auf dem Feld stand, bei dem jede wusste, was ihre Aufgabe war. Der Sieg war also keinesfalls
unverdient, wenn auch nicht wirklich zwingend.
Montpellier-Ankömmling Camille Abily (r.) behauptet sich gegen Jennifer Moresco, ist aber dennoch noch nicht richtig
in Lyon angekommen.
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Ein kurzes Nachwort noch zur Schiedsrichterin Florence Guillemin: Meiner Meinung nach hatte sie das Spiel nicht wirklich im
Griff. Die insgesamt sechs von ihr gleichmäßig an die beiden Teams verteilten Karten waren häufig etwas willkürlich.
Außerdem übersah sie ein (absichtliches?) Handspiel einer Spielerin von Juvisy im eigenen Strafraum, bei dem die Zuschauer
in Lyon natürlich lautstark einen Penalty forderten.
Für mich zählten, wie bereits erwähnt, die beiden Abwehrreihen zu den besten Mannschaftsteilen. Bei Juvisy tat sich auch
die agile Stürmerin Laëtitia Tonazzi hervor und auf Seiten Lyons vielleicht noch Sonia Bompastor, vor allem durch ihren
nimmermüden Einsatz. Alles in allem war das Spiel jedoch etwas enttäuschend für eine Spitzenbegegnung und das Niveau nicht
mehr als Mittelmaß.
Zufriedene Menschen sehen anders aus - aber noch braucht Lyon um Sonia Bompastor Zeit zum Einspielen.
Aufstellungen
Lyon
Pegaz, Dusang, Blanc, Lepailleur, Ducher, Abily, Naud (80. Kaci), Bompastor, Faye-Chellali (77. Bruet), Lattaf, Brétigny
Juvisy
Bouhaddi, Casseleux, Guilbert, Soubeyrand, Provost, Trimoreau, Bussaglia, Guiné (66. Moresco), Mendes (55. Butel),
Tonazzi, Pichon (81. Mazeau)
Tore
0:1 Tonazzi (75.)
Gelbe Karte:
Brétigny, Abily, Lattaf
Casseleux, Moresco, Provost
Schiedsrichterin:
Florence Guillemin
Zuschauer: 400
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