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Frankreich - 1. Division

Siegreiche Aufsteiger

1. Spieltag

von Nora Kruse

05.09.2006

Viel bekommt man in Deutschland von der französischen Liga ja nicht mit, seit dem vergangenen Wochenende wird aber auch bei unseren Nachbarn wieder vor den Ball getreten. An der Tabellenspitze gab es mit den Siegen von Lyon und Juvisy keine Überraschungen, am vermeintlichen Tabellenende sorgten die Aufsteiger jedoch für Aufsehen.

Montpellier : Toulouse 0:0
In der letzten Saison wäre diese Partie wahrscheinlich um ein Vielfaches reizvoller gewesen, nach den diversen Abgängen in beiden Teams spielten hier jedoch zwei Mannschaften, die es schwer haben werden, in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen. Montpellier musste vor Saisonbeginn mit Camille Abily, Sonia Bompastor, Laure Lepailleur und Hoda Lattaf vier seiner wichtigsten Spielerinnen nach Lyon ziehen lassen. Während sie sich zumindest mit zwei neuen Nationalspielerinnen verstärken konnten, sah es in Toulouse fast noch bitterer aus: sieben Spielerinnen, unter ihnen die Nationalspielerinnen Sarah Bouhaddi (nach Juvisy) und Sabrina Viguier (nach Montpellier), sagten adieu. Montpellier ging als dezimierter Favorit in die Partie, musste Toulouse am Ende aber mit einem Punktgewinn nach Hause fahren lassen.
Montpellier hätte bereits nach zwei Minuten in Führung gehen können, als Ludivine Diguelman, in Deutschland bekannt durch ihren Siegtreffer gegen den 1. FFC Frankfurt im Uefa-Cup, als erste ihre Visitenkarte bei Véronique Pons im Tor der Gäste abgab. Knapp 25 Minuten später versuchte sie es per Kopf – jedoch ebenso erfolglos wie Neuzugang Louisa Necib wenige Minuten zuvor, die ihren Schuss nicht versenken konnte. Kurz nach der Pause hatte Elodie Thomis die Führung für die Gastgeberinnen auf dem Fuß, Pons konnte das Unentschieden gegen die frei vor ihr stehende Thomis jedoch bewahren. Auch drei Minuten vor dem Abpfiff wollte der Ball nicht in den gegnerischen Kasten – Agathe Calvié traf lediglich die Latte.

Saint-Brieuc : La Roche 2:1
Aufsteiger gegen Fast-Absteiger - direkt am ersten Spieltag ging es für diese beiden Mannschaften bereits ums Überleben. Die Leistungsabstände zwischen den Top-Teams und den Mittelfeld-Mannschaften sind vergleichbar mit denen in der Bundesliga – die Punkte müssen also gegen die direkten Konkurrenten geholt werden.
Vor 120 Zuschauern erwischte dabei die routiniertere Mannschaft den besseren Start, La Roche ging mit einer 1:0-Führung in die Halbzeit. Obwohl der Aufsteiger in den ersten Minuten durch einen Kopfball bzw. einen Weitschuss die ersten Möglichkeiten hatte, war es Anne Sirot für die Gäste, die sich in der siebten Minute ein Herz fasste und aus 20 Metern erfolgreich abzog. Die Gastgeberinnen waren durch den frühen Rückstand jedoch wenig geschockt und machten weiter Druck, Audrey Malet im Tor von La Roche hielt die Führung jedoch fest.
Auch in der zweiten Halbzeit gab es ein ähnliches Bild, Saint-Brieuc ließ nicht nach und wollte den Ausgleich. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff versuchte es Magalie Driant aus der Ferne, in der 53. Minute scheiterte auch Mannschaftskollegin Sophie Rissoan. Adama Doumbouya versuchte es für die Gäste in der 78. Minute mit einem Gewaltschuss aus der zweiten Reihe, dieser Versuch wurde von dem Aufsteiger eine Minute später jedoch mit dem Ausgleich quittiert: Spielertrainerin Magali Stevant setzte sich auf der rechten Seite durch und passte zu Véronique Chasles, die erfolgreich abschloss. Drei Minuten vor dem Ende folgte dem Ausgleich auch noch der Siegtreffer, Neuzugang Livia Jean von CNFE feierte ihren erfolgreichen Einstand beim Aufsteiger.


Peggy Provost

Noch einmal mit Gefühl... Peggy Provost erzielte für Juvisy mit einer direkt verwandelten Ecke die 1:0-Führung.

Archivbild: Nora Kruse

Soyaux : Lyon 0:3
Lyon zu Gast bei Soyaux – oder besser gesagt Montpellier zu Gast bei Soyaux. Mit der Kreativ-Offensiv-Abteilung von Montpellier geht Olympique Lyonnais in die neue Saison und dürfte damit der Hauptkonkurrent von Juvisy im Kampf um die Meisterschaft sein.
In der ersten Hälfte tat sich „L’OL“ schwer gegen die Gastgeberinnen, die in der dritten Minute durch Altmeisterin Corinne Diacre sogar die Chance zur Führung hatten. Die Ex-Nationalspielerin war auch an allen weiteren gefährlichen Aktionen des Außenseiters beteiligt, der sich in der ersten Hälfte mit allen Mitteln gegen den Favoriten wehrte.
In der zweiten Halbzeit drehte die Montpellier-Connection dann jedoch auf: In der 50. Minute boxte Laëtitia Stribick im Tor von Soyaux einen Ball von Camille Abily nicht gut genug weg, Hoda Lattaf war zur Stelle – 1:0 für die Gäste. Nur sechs Minuten später erhöhte Delphine Blanc nach einer Ecke von Abily auf 2:0, und eine Minute vor dem Abpfiff sorgte Sandrine Dusang für den 3:0-Endstand.

Hoda Lattaf

Einstand nach Maß - Hoda Lattaf schoss ihren neuen Verein Lyon in Führung.

Archivbild: Nora Kruse

Compiègne : Paris-SG 3:0
Dreimal hinter sich greifen musste Frankreichs Nummer drei, Bérengère Sapowicz, im Tor der Gäste. In der 16. Minute ließ ihr Ingrid Boyeldieu, die zuvor schon zwei Pariser Verteidigerinnen ausgespielt hatte, keine Chance. Im weiteren Spielverlauf gab es Chancen auf beiden Seiten. Auf Pariser Seite ließen U20-Nationalspielerin Mériame Ben Abdelwahab und Claire Ficadière ihr Können aufblitzen. Letztere hatte in der in 35. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, Sandrine Launay im Tor der Gastgeberinnen hielt die Führung jedoch mit einer spektakulären Parade fest.
In der zweiten Hälfte wieder Chancen hüben wie drüben, bevor Gaëtane Thiney in der 79. Minute mit einem Schuss aus 25 Metern auf ein beruhigendes 2:0 erhöhte. Paris war geschlagen und so sorgte Ingrid Boyeldieu in der Nachspielzeit sogar noch für das 3:0.

CNFE : Condé 0:1
Vor dem Saisonbeginn war in Frankreichs Talentschmiede Clairefontaine mal wieder die große Auswechslung der Spielerinnen angesagt: diverse


(Jugend-)Nationalspielerinnen, unter anderem Louisa Necib, Véronique Pons und Jessica Houara, mussten den Verein altersbedingt verlassen, gleich zehn neue Spielerinnen kamen ins Internat. Im Spiel gegen den Aufsteiger musste CNFE zusätzlich auf seine vier U20-Nationalspielerinnen, die gerade erst die Weltmeisterschaft in Russland gespielt hatten, verzichten, und auch Nora Coton-Pelagie kam nicht zum Einsatz.

So kam es, wie es kommen musste, der Aufsteiger aus Condé machte das Spiel. CNFE brachte in der ersten Halbzeit nicht viel zustande und so waren es die Gäste, die in der 27. Minute durch Spielführerin Virginie Couillard in Führung gingen. Die technisch versierte französische Jugend konnte auch in der zweiten Hälfte nicht viel reißen, stattdessen hätte der Aufsteiger seine Führung noch ausbauen können.

Juvisy : Hénin-Beaumont 3:0
Die Favoritenrolle war klar in diesem Spiel: 34 Punkte trennten den Meister aus Juvisy und Henin-Beaumont am Ende der letzten Saison, und dass, obwohl die Nordfranzösinnen einen stabilen Mittelfeldplatz belegten und mit dem Abstieg niemals etwas zu tun hatten.
Auch wenn Juvisy auf Spielführerin Sandrine Soubeyrand verzichten musste, blieben noch immer sieben Nationalspielerinnen für diese Partie über – Henin kann mit nicht einer einzigen dienen.
Die Gäste konnten in der ersten Hälfte ein 0:0 halten und hatten durch Aurélie Desmaretz in der 12. Minute sogar die Chance zur Führung, Abwehrspielerin Nelly Guilbert rettete jedoch auf der Linie.
In der zweiten Halbzeit schien der Meister, der gerade erst in der ersten Runde im Uefa Cup ausgeschieden war, ernst zu machen. In der 59. Minute erzielte Nationalspielerin Peggy Provost durch eine direkt verwandelte Ecke das 1:0, Stürmerstar Marinette Pichon legte in der 67. und 71. Minute nach und sorgte doch noch für ein recht klares Resultat.

Marinette Pichon

Marinette Pichon macht dort weiter, wo sie in der vergangenen Saison aufgehört hat: beim Tore schießen. Zum Auftakt steuerte sie gleich zwei Treffer für Juvisy bei.

Archivbild: Nora Kruse



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