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15. Juli 2011 - Text von Marion Kehren
WDR-Aktuelle Stunde vom 25. Juni 2011. Just zum Abendessen werde ich auf eine Reportage der AKS aufmerksam, die die ehemalige deutsche Nationalspielerin Petra Landers und Europameisterin mit Tränen in den Augen interviewen. Tränen? Und das so kurz vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land??? Ich schalte den Ton lauter und bis erschrocken über den Beitrag und die Geschehnisse in Tehran.
Landers hatte eine gute, iranische Freundin und Sportjournalistin zu sich nach Deutschland eingeladen. Gemeinsam wollte man die Spiele der Frauenfußball WM besuchen und zusammen einen Fotobildband über diesen Event heraus bringen. Aber die 25-jährige Marjam Majd kam niemals in Deutschland an. Kurz vor der Abreise am 17. Juni wurde Majd am Flughafen in Tehran verhaftet. Während Petra Landers Stunde um Stunde am Düsseldorfer Flughafen auf ihre Freundin wartete, wurde diese bereits ins berühmt berüchtigte Evin Gefängnis gebracht ... danach verliert sich ihre Spur.
Zur Erklärung: Das Evin Gefängnis befindet sich im Nordwesten von Tehran und ist berüchtigt für die Inhaftierung und Folter von politischen Gefangenen. Evin gilt als eines der härtesten Gefängnisse auf der ganzen Welt. Der iranische Staat nimmt sich das Recht heraus bei Neugefangenen eine Nachrichtensperre und Isolationshaft von bis zu 40 Tagen zu verhängen.
Bis dato sind die Gründe für die Verhaftung der Journalistin unklar. Manche vermuten einen Zwist zwischen der FIFA und Tehran. In diesem Streit geht es darum, dass Tehran von der FIFA fordert die verhüllende Sportkleidung der Fussballspielerinnen zuzulassen (FanSoccer berichtete). Die FIFA stimmte der Forderung aber nicht zu und die iranische Nationalmannschaft durfte daraufhin ihr Qualifikationsspiel gegen Jordanien für die Olympischen Spielen nicht bestreiten. Das Match wurde 3:0 für den Gegner gewertet. Manche vermuten aber auch, dass sich Majd zu sehr für die Frauenrechte im eigenen Land eingesetzt hat und deshalb eleminiert werden mußte. Aber all diese Gründe sind Petra Landers recht egal, sie will nur ihre Freundin in Sicherheit wissen.
(Bild links: Petra Landers, ehemalige Nationalspielerin und Europameisterin von 1989, Foto: Marion Kehren)

Amnesty International hat sich mittlerweile in diesen Fall eingeschaltet. Auch die FIFA, das WM-Organisationskomitee um Präsidentin Steffi Jones und Bundestagspräsident Norbert Lammert fordern die Freilassung der Journalistin. Dieser hat sogar seinen iranischen Kollegen Ali Laridschani schriftlich dazu angehalten Majd frei zu geben.
Ich traf Petra Landers kurz in Bochum vor einem der Gruppenspiele. "Alle versuchen zu helfen, aber bis dato gibt es immer noch kein Lebenszeichen, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und werde weiter kämpfen," so die Bochumerin und eilt zum nächsten Interview. Der gemeinsame Traum von einem WM-Bildband ist geplatzt wie eine Seifenblase, aber das ist für Landers nur noch Nebensache. Während an diesem Wochenende die Weltmeisterschaft in Frankfurt ihr Ende finden wird, fürchtet Marjam Majd im Evin Gefängnis um ihr Leben.
Viele wollen helfen! So fordert z.B. die Exil-Iranerin und Herder-Autorin Parastou Forouhar mehr Aufmerksamkeit für die Schicksale von Regimegegnern im Iran auf. Im Internet gibt es die Möglichkeit eine Petition zur Freilassung der Journalisten zu unterschreiben. Wenn ihr Petra und Marjam helfen wollt, könnt ihr euch >>>hier anmelden.
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