Interview mit Amy Rodriguez

Ich hatte Schmetterlinge im Bauch

Gespräch mit der jungen amerikanischen Nationalspielerin

Von Volker Lieberum

25.4.2005    Während des Algarve Cups stellten wir euch das junge amerikanische Talent Amy Rodriguez vor.
FanSoccer sprach nun mit ihr nicht nur über ihre Eindrücke bei ihrem ersten Länder-spieleinsatz.


FanSoccer: Amy, erzähle uns  von deinen Eindrücken in Portugal und vom Algarve Cup. Warst du zum ersten Mal in Europa?
Amy: Ich habe unheimlich viele Erfahrungen in Portugal sammeln können. In der Lage zu sein, mit solchen talentierten Frauen zu spielen, das war schon eine große Ehre und ich habe dabei noch etliches lernen können. Alles rund um den Algarve Cup war für mich ein duftes Erlebnis. Portugal hat landschaftlich wunderschöne Plätze und sehr nette Menschen. Ich persönlich war zum zweiten Mal in Europa. 2002 war ich erstmalig in Irland.

Wie hast du reagiert als du erfahren hast, dass du für das 1. US Team nominiert bist?
Man, es war umwerfend. Ich ich war so etwas von begeistert und von der Rolle, natürlich war ich auch etwas aufgeregt. In meinem ganzen Leben habe ich von dieser Gelegenheit geträumt. Als es dann feststand, war ich doch ziemlich baff. Ich fühlte mich geehrt und war völlig stolz darauf, mein Land zu repräsentieren.

Wie fühlest du dich als der Trainer dich für dein erstes Spiel gegen die Finnen einwechselte?
Ich kann dir sagen ich war so etwas von nervös. Als dann unser Trainer Greg Ryan sagte, "Es ist soweit Amy, gleich kommst du auf das Feld", hatte ich das Gefühl als hätte ich lauter Schmetterlinge im Bauch.

Hättest du auch gerne im Finale gegen Deutschland gespielt?
Natürlich habe ich mir gewünscht auch im Final spielen zu können.

Mit wem hast du mich in der Mannschaft am besten verstanden?
Oh, am besten verstehe ich mit Heather O'Reilly.

Viele amerikanische und deutsche Fans möchten wissen, wie ist es neben Abby Wambach zu spielen?
Abby Wambach ist schon gewaltig, sei es als Spielerin aber auch als Mensch. Auf dem Spielfeld, aber auch außerhalb des Feldes, kann sie einem unheimlich mitreißen. Gemeinsam mit Abby im Finnland-Match zu spielen war ungeheuer fantastisch, denn von ihr kann man sich noch so einiges abgucken.

Was machst du im Moment und was möchtest du einmal werden?


Amy Rodriguez saß gegen Deutschland leider vor auf der Bank

Bild: Martin Kochem

Zur Zeit gehe ich in die 12. Klasse der Santa Margarita Highschool (Grade 9-12). Im September beabsichtige ich an die University of Southern California zu gehen und Business zu studieren.

Welche Chancen siehst du für die neue WUSA 2?
Ich hoffe auf ein Comeback der WUSA, denn nur sie kann die jungen Mädchen motivieren Fußball zu spiel, so wie das bei mir der Fall war.

Würde es dich reizen in Europa, vielleicht sogar in Deutschland zu spielen?
Ja, ich denke, dass ich mich weiterentwickeln und verbessern kann, wenn ich international spiele. In Deutschland bin ich noch nie gewesen, dort zu spielen, könnte ganz aufregend sein.

Stimmt es, dass Mia Hamm dein Fußball-Vorbild ist?
Mia war praktisch schon mein ganzes Leben lang mein Vorbild. Die Leidenschaft und das Talent, das sie in die Spiele einbrachte, ist schon erstaunlich. Ich hoffe, dass ich eines Tages in ihre Fußstapfen treten oder wenigstens einigermaßen ihr Format erreichen kann.


Erzähle uns ein wenig von deinem Training.
Nun, mein Trainer heißt Abner Rodgers und mein Verein nennt sich Laguna Hills Eclipse. In diesem Jahr spielte ich besonders für meinen Verein und in der Nationalmannschaft, meistens finden die Spiele am Wochenende statt. Das Fußballtraining haben wir am Dienstag und Donnerstag. Am Montag und Mittwoch mache ich gewöhnlich einen Waldlauf oder renne so in der Nachbarschaft herum. Den Freitag habe ich mir freigehalten.

Was sind deine Ziele im Fußball und wie lange möchtest du Fußball spielen?
Am meisten wünsche ich mir, dass ich weiterhin in der Nationalmannschaft spielen und dort eine Stammspielerin werden kann. Ich möchte, bis ich sterbe, Fußball spielen (Amy lacht dabei).

Vielen Dank Amy für das Interview, ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und alles Gute.
Ich danke dir auch Volker, hoffentlich unterhalten wir uns bald mal wieder.

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