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Spannende Geschichten

Veranstaltung zur Entwicklung des Frauenfußballs im "Eintracht-Museum" in Frankfurt

Text und Bilder von Tom Schlimme

06.01.2011   Zum Auftakt einer Ausstellung im Museum der Frankfurter Eintracht berichteten Zeitzeuginnen über die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland. Der Schwerpunkt lag dabei bei der Zeit zwischen den 1960iger und 1990iger Jahren, und es war ein sehr interessanter Abend, denn die Protagonistinnen hatten viele spannende Geschichten zu erzählen.

"20 Köpfe, 11 Geschichten. Zur Historie des Frauenfußballs in Frankfurt", das ist der Titel der kleinen, aus 12 Tafeln und 5 Vitrinen bestehenden Ausstellung, die noch bis zum 31. Januar im Eintracht-Museum an der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main zu besichtigen ist. (Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag von 10.00 bis 18.00 Uhr). Am gestrigen Mittwoch waren einige derer, über die in der Ausstellung berichtet wird, selber vor Ort, um von ihren Erlebnissen zu erzählen. Gut 50 Zuhörerinnen und Zuhörer waren gekommen, darunter viele, die damals selbst dabei waren, so dass es zahlreiche Wiedersehensgespräche an diesem Abend gab.

Bärbel Scholz, Monika Dahles und Christel Enz

Diese drei spielten in den 1970iger Jahren bei Oberst Schiel zusammen und standen im Endspiel um die deutsche Meisterschaft: v.l.n.r.: Bärbel Scholz, Monika Dahles und Christel Enz

Frauke König und Matthias Thoma vom Eintracht-Museum moderierten den Abend und leiteten mit einem Bericht aus der Zeit ein, als in den 1950iger und ´60iger Jahren die Frauen ihre ersten Länderspiele austrugen - als deutsche Nationalmannschaft, aber gegen den Willen des Deutschen Fußball Bundes (DFB), der seinen Vereinen verboten hatte, Frauenfußballabteilungen zu unterhalten. Selbst das Bereitstellen von Fußballplätzen zum Trainieren oder für Spiele verbot der DFB den Vereinen strengstens. Aber auch die Stadtregierungen bekamen Druck: Wenn ihr den Frauen den Platz für ein "Länderspiel" zur Verfügung stellt, bekommt ihr kein Länderspiel der Männer zugewiesen, hieß das inoffizielle Druckmittel des DFB, dem sich viele Städte beugten - andere nicht, und so kamen die Frauen auch in dieser Zeit zu selbstorganisierten Länderspielen z.B. in München oder Nürnberg.

Matthias Thoma und Frauke König vom Eintracht-Museum

Matthias Thoma und Frauke König vom Eintracht-Museum führten durch den Abend

Fußballspielende Frauen seien unweiblich, hieß es, sie verstießen gegen Sitte und Anstand, außerdem wurden von "Fachleuten" immer wieder besondere Gesundheitsgefahren ins Feld geführt. So kamen die Frauen noch in den späten 1970iger Jahren nur mit Mühe darum herum, mit einem "Brustschutz" spielen zu müssen...

„Wie kamen Sie denn damals zum Fußballspielen?”, brachte Frauke König dann mit Heidi Herbst die erste Zeitzeugin an den Ball. „Das war ganz einfach, wir Ehefrauen waren damals immer dabei, wenn unsere Männer Fußball spielten, langweilten uns aber nebem dem Platz und kamen schließlich auf die Idee, selber zu kicken”, antwortete Herbst, die 1966 mit anderen Frauen den Verein SG Franken 66 gründete. Wie der spätere Abend zeigte, könnte es auch eine Rolle gespielt haben, dass die Männer die nörgelnden Kommentare ihrer am Spielfeldrand stehenden Frauen nicht mehr ertragen konnten und sich zu Bemerkungen wie „Wenn ihr es besser könnt, dann spielt doch selber” hinreißen ließen. Na, wenn man so nett gebeten wird...

Heidi Herbst

Heidi Herbst kickte bei den Franken 66. Nur so zum Spaß. „Aber wir haben bis 1970 nie ein Spiel verloren!”

Jedenfalls kam es dann zu einem ersten Spiel zwischen den Franken 66 und den Frauen von Oberst Schiel, die in Frankfurt am Main schon eine Weile Fußball spielten. Der Name Oberst Schiel kommt dabei daher, dass es sich um einen Sportschützenverein handelte und zur Gündungszeit ein Oberst Schiel ein bekannter Frankfurter war, fußballspielende Männer gab es dort nie. Vielleicht gerade deshalb sollte sich dieser Verein als frühe Hochburg des Frauenfußballs in Frankfurt entwickeln, doch dazu später. Das Spiel zwischen Oberst Schiel und den Franken 66 wurde auf Kleinfeld ausgetragen, mit sechs Spielerinnen plus Torfrau, und machte Heidi Herbst und ihren Freundinnen einfach so viel Spaß, dass sie am Ball blieben und später sogar "mit richtigen Fußballschuhen" in ihre Ausrüstung investierten.

Tafel Franken 66

Die Geschichte von Heidi Herbst und den Franken 66 wird auch auf einer Tafel der Ausstellung erzählt

Die Ausrüstung und die meisten Kosten mussten die Frauen von Franken 66 selber tragen, die Plätze und Schiedsrichter wurden in ihrem Fall über den Betriebssportverband gestellt. Über die im Betriebssportverband organisierten Firmen meldeten sich dann auch weitere Frauen als Spielerinnen. „Dass das damals verboten war, haben wir gar nicht gewußt, wir haben einfach gespielt” erzählte Herbst. Wobei man fairerweise dazu sagen muss, natürlich konnte niemand im Deutschland der 1960iger Jahre Frauen verbieten, Fußball zu spielen. Doch der für Fußball zuständige Sportverband, eben der DFB, hatte seinen Vereinen verboten, dies in irgend einer Form zu unterstützen. Der Betriebssportverband in Franken unterstand dem DFB aber nicht.

Überall in Deutschland gab es selbstorganisierte Frauenmannschaften, und so konnte der DFB seine Blockadehaltung dann auch nicht mehr durchhalten. Ab 1970 öffnete der DFB seine Vereine für den Frauenfußball. Mit Auswirkungen auf Vereine wie Franken 66: „als der DFB dann den Frauenfußball erlaubte, gingen die jungen Mädchen, die leistungsorientiert spielen wollen, weg. Wir haben aber bis 1970 kein Spiel verloren!”, berichtete Heidi Herbst.

In den siebziger Jahren an den Ball kam Helga Altvater, die damals zur ersten Schiedsrichterin Hessens wurde und als nächste ihre Geschichte erzählte. Als immer am Fußball interessiertem, von den Jungs in diesem Punkt aber nie ernst genommenes Mädchen stieß sie auf eine Zeitungsanzeige, in der Schiedsrichter gesucht wurden, nahm den Telefonhörer in die Hand und meldete sich, um erst einmal nur die Prüfung zu machen. „Wie, sind Sie eine Frau?”, wurde sie gefragt. „Ja, haben Sie ein Problem damit?”, gab sie zur Antwort. „Nee, dann kommen Sie mal”.


Und weil Frauen bzw. Mädchen auch richtig gut für Prüfungen lernen, wie Helga Altvater lächelnd erklärte, bestand sie dann auch locker, bis dahin noch ohne wirklich auf dem Platz pfeifen zu wollen.

Doch aus dieser Zurückhaltung wurde nichts, ruckzuck stand Helga Altvater auf dem Platz, in selbstgenähter Schiedsrichterkleidung, anfangs in einem schwarzen Hobbyrock. Es gab ja noch keine Vorbilder, und so dachte sie sich halt selbst aus, wie sie sich Schiedsrichterkleidung für eine Frau vorstellte. Zuerst leitete Altvater Jungs-Spiele, stieg aber schnell auf und pfiff später sogar bei etlichen Prominenten-Kicks. Aber es war schon ein ungewohntes Bild in jener Zeit, dass eine Frau Fußballspiele leitet. „Heute kommmt ja gar kein Schiedsrichter, wunderte sich einmal ein Platzwart - da ging die Tür auf und Helga Altvater im schwarzen Rock erschien mit der Pfeife in der Hand.

Nia Künzer und Helga Altvater

Helga Altvater (rechts), erste Schiedsrichterin in Hessen, im Gespräch mit Nia Künzer

Nun wurde der Bericht der Zeitzeuginnen unterbrochen und ein anderer Leckerbissen geboten: ein Film aus dem Jahr 1976, gezeigt im HR und gedreht von Sportreporter Wolfgang Avenarius, in dem er den Verein Oberst Schiel portraitierte und als Höhepunkt Ausschnitte aus dem Endspiel des Hessenpokals zeigte, das Oberst Schiel in diesem Jahr erreichte.

Damit kam dann auf dem Podium auch Regina Senkler an den Ball, die lange bei Oberst Schiel gespielt hatte und in jenem Endspiel zwei Tore erzielte. Regina Senkler war dann später noch beim FSV Frankfurt Spielerin und Co-Trainerin und beendete ihre aktive Laufbahn erst 2003 beim 1. FFC Frankfurt. Aus diesem Jahr datiert auch ihr letzter Spielerinnenausweis. „Vorläufig” wie Senkler lachend sagte...
„Fühlen Sie sich als Pionierin?” wurde sie gefragt. „Ja, wenn man so von Kindesbeinen an dabei ist, und so eine Sportart mit aufbaut, ich habe dann ja auch später in meinem Beruf im Schulamt immer versucht, etwas für die fußballspielenden Mädchen zu tun, also irgendwo schon”, erklärte Senkler, die 1977 mit Oberst Schiel im Endspiel um die deutsche Meisterschaft stand. Dort holten sie gegen Bergisch-Gladbach, damals die Übermannschaft im deutschen Frauenfußball, im Hinspiel ein 0:0 und verloren dann zu Hause nur knapp mit 0:1. Vor etlichen Tausend Zuschauern. Die verrückteste Schlagzeile sei damals die in der Frankfurter Rundschau gewesen: „Nimmt Oberst Schiel der Eintracht die Zuschauer weg?” habe es geheißen. Grotesk, angesichts der tatsächlichen Kräfteverhältnisse und angesichts der Tatsache, dass sich das Publikum von Oberst Schiel völlig anders zusammensetzte als das der Eintracht.

Regina Senkler

Regina Senkler spielte bei allen drei Frankfurter Traditionsvereinen: Oberst Schiel, FSV Frankfurt und 1. FFC Frankfurt

„Das war damals für uns auch ein Novum gewesen” erklärte als nächster auf dem Podium Ferdi Stang, der die Frauen von Oberst Schiel trainiert und in dieses Endspiel geführt hatte. „Ein kleiner Schützenverein, der im Fußball überhaupt keine Männermannschaft hatte, kommt so weit. Das war dann auch eine große Aufgabe für den Verein, organisatorisch, wir haben ganz viel improvisiert. Ich habe im Stillen gedacht, hoffentlich verlieren wir nicht schon 6:0 im Hinspiel, und zum Rückspiel bei uns zuhause kommt dann gar keiner mehr. Es gab keine Unterstützung von irgendwelchem Verband, wir mussten die Fahrten nach Berlin und Hamburg (Viertel- und Halbfinale) mit eigenen Geldern finanzieren”.

Ferdi Stang

Ferdi Stang trainierte die Frauen von Oberst Schiel, spielte aber zu der Zeit auch selbst noch aktiv Fußball. „Ich habe damals praktisch meine ganze Zeit auf dem Fußballplatz verbracht!”

Ferdi Stang spielte selber Fußball und auch für ihn war das Spiel von Oberst Schiel gegen Franken 66 der Einstieg. Danach wollten die Frauen von Oberst Schiel nämlich weitermachen, brauchten aber einen Trainer. „Wenn schon, dann wird aber auch richtig hart trainiert!”, machte Stang zur Bedingung. Okaaayyy...
Irgendwann konnte man es dann auch mit Anschauen, meinte Stang. Am Anfang sehe jede neu ausgeübte Sportart lustig aus. „Aber wir waren eine verschworene Gemeinschaft, die Männer und Freunde der Spielerinnen waren auch immer mit dabei”, machte Spang auch deutlich, worauf es in jener Zeit letztlich ankam - Spaß und Gemeinschaft.

Tafel Ferdi Stang

Auch Trainer Ferdi Stang ist in der Ausstellung eine Tafel gewidmet

„Wie betrachten Sie die heutige Entwicklung, sind sie da auch ein bißchen neidisch?”, wurden alle auf dem Podium gefragt. „Neidisch auf keinen Fall”, antwortete Regina Senkler, „Im Gegenteil, ich bin stolz darauf, wie weit der Frauenfußball in Deutschland gekommen ist, und wenn ich heute die jungen Frauen wie hier Nia Künzer oder Steffi Jones sehe, dann hat es sich gelohnt, gegen die Widerstände das alles durchgesetzt zu haben. Wenn ich denke, was wir uns damals alles anhören mussten von manchen DFB-Leuten...”

Noch nicht zu Wort gekommen war bis dahin eine der bekanntesten auf dem Podium, Monika Koch-Emsermann, die erst als Spielerin, dann als Trainerin und Abteilungsleiterin den Frauenfußball beim FSV Frankfurt aufbaute. Welche Widrigkeiten diese Frau zu überwinden in der Lage war, zeigte eine Story aus dem Jahr 1985, die Koch-Emsermann erzählte: In jenem Jahr nämlich hatte sie eine Einladung nach Brasilien bekommen, wo der FSV, damals in Deutschland schon eine bekannte Adresse, bei einem internationalen Turnier dabei sein sollte. Diese Einladung nahm sie auch an, aber lange hörte man nichts mehr aus Brasilien, bis schließlich ein Herr anrief und die Einladung noch einmal bestätigte. Die Spielerinnen besorgten sich dann auch die Flugtickets.


Die Reise musste aber beim DFB angemeldet werden. „Wer lädt euch ein?”, fragte Horst Schmidt, Generalsekretät des DFB. „Weiß ich nicht so genau”, antwortete Koch-Emsermann. „Wo übernachtet ihr?” „Weiß ich nicht!” „Wer bezahlt das alles da unten?” „Weiß ich nicht!”. Schließlich akzeptierte der DFB aber das Formular in diesem etwas unfertigen Zustand, die Mannschaft flog los, obwohl inzwischen das Gerücht aufgekommen war, das Turnier finde gar nicht statt, aber wo man die Tickets schon mal hatte, wollte man auch nach Brasilien. Am Flughafen stand dann wirklich ein Mann mit einem Schild "FSV", der sie dann zum Hotel führte. Bloß war dieses eine Bruchbude, und Monika Koch-Emsermann organisierte erst einmal einen Sitzstreik ihrer Spielerinnen, die über Stunden mit Leidensmiene in der Hotelhalle saßen, bis die Veranstalter dann ein neues Hotel, und diesmal ein wirklich gutes, besorgten.

Monika Koch-Emsermann

Monika Koch-Emsermann machte das Frauenteam des FSV Frankfurts zu Deutschlands führendem Team ihrer Zeit

Der FSV erlebte dann drei wunderschöne Wochen in Brasilien, gewann dort das hochkarätig besetzte Turnier, unter anderem gegen die argentinische Nationalelf, und setzte dann zuhause mit dem gewonnen Elan die Erfolgsserie fort, wurde Deutscher Meister und Pokalsieger.

Heute ist Frauenfußball in Deutschland überall etabliert, die Frankfurter Eintracht, an diesem Abend sozusagen Gastgeber, hat selbst eine Frauen- und Mädchenabteilung, über die Heidi Löhr, Koordinatorin und Betreuerin der ersten Mannschaft, berichtete.

Heidi Löhr

Heidi Löhr spielte früher beim FSV Frankfurt, ging dann zur neugegründeten Frauen- und Mädchenabteilung der Eintracht und ist heute deren Koordinatorin

Um den Schwenk in die aktuelle Zeit zu vervollständigen, wurde dann noch Nia Künzer, die bis dahin im Publikum gesessen hatte, aufs Podium geholt. „Wenn ich die tollen Geschichten hier auf dem Podium höre, kribbelt es bei mir, nicht nur wegen der WM. Aber die WM wird schon eine Riesensache. Wenn das deutsche Team weit kommt, was wir ja alle hoffen, kann eine riesige Euphoriewelle durchs Land gehen!”, meinte Künzer, die als ARD-Expertin an der WM teilnehmen wird. „So hautnah wie früher bin ich dann natürlich nicht mehr dran, erklärte die Golden-Goal-Schützin von 2003, aber ich freue mich riesig darauf!”.

Etwas gemischt waren die Gefühle, was ihre eigene Beteiligung bei der WM angeht, bei den Teilnehmerinnen auf dem Podium. Regina Senkler hat sich schon Karten für alle Spiele in Frankfurt besorgt und überlegt noch, Sinsheim oder eine andere Stadt mitzunehmen. Heidi Löhr will die Gelegenheit nutzen, die Stimmung beim Public Viewing, welches in Frankfurt groß aufgezogen werden wird, mitzunehmen. Heidi Herbst freut sich auf die Spiele am Fernseher, das reiche ihr. Monika Koch-Emsermann sah sich selbst ein bißchen im "Schmollwinkel", wie sie formulierte. Gerne hätte sie sich eine Eintrittskarte vom DFB gewünscht. „Ich habe 16 Nationalspielerinnen hervor gebracht, damals unglaublich viel Zeit investiert, und wenn ich mir heute meinen Rentenbescheid ansehe, denke ich schon, beim DFB könnte man auf diese Idee kommen”, meinte sie. Ähnlich sah es dann auch Hessens erste Schiedsrichterin Heidi Altvater.

Kerstin Pohlmann-Ernst

Eine der vielen damaligen Nationalspielerinnen des FSV Frankfurt war extra aus Bochum angereist: Kerstin Pohlmann-Ernst, verheiratet übrigens mit dem ehemaligen Eintracht-Torhüter Thomas Ernst, im Gespräch mit ihrer früheren Trainerin Monika Koch-Emsermann

Fazit:

Eine gelungene Veranstaltung, bei der deutlich wurde, dass die Frauen sich ihren Weg in den Fußball selbst bahnen mussten. Geschenkt wurde ihnen nichts, und geschenkt wird ihnen auch weiterhin nicht viel. Dass die Widrigkeiten und die Ignoranz der Umwelt keineswegs völlig als Schnee von gestern abzutun ist, zeigen zwei Beispiele, die ich zum Abschluss noch aufführen möchte, um den Bogen in die heutige Zeit wirklich rund zu machen:
In der Frankfurter Neuen Presse war vor einigen Wochen ein Artikel, in dem Frankfurt als Sportstadt dargestellt wurde, und alle 16 Frankfurter Vereine aufgezählt wurden, die in ihren Disziplinen in der ersten Liga vertreten sind. Der 17. Verein, auf den dieses Kriterium zutrifft, wurde schlicht vergessen: der 1. FFC Frankfurt, Frankfurts erfolgreichster Sportverein überhaupt. Ein Leserbrief, in dem ich auf diesen Fehler hinwies, wurde nie gedruckt. Die Frankfurter Rundschau brachte im Sommer 2010 einen Artikel, in dem der Redakteur freudig erleichtert berichtete, dass er so froh sei, dass jetzt für vier Jahre Schluss sei mit dem ganzen WM-Rummel, über den er - wohl zu seinem Leidwesen - berichten musste. „Wann ist denn eigentlich 2011 die WM?” habe eine junge Frau nach dem letzten Publik-Viewing der Männer WM 2010 auf dem Heimweg ihre Freundin gefragt, belustigte sich der FR-Reporter, und jubilierte, Gottseidank sei in 2011 keine WM, 2011 sei "...schlandfrei", kein Publik Viewing, keine Autocorsos...
Ich bin gespannt, wann jener Reporter aus der Lokalredaktion der FR zu seinem Entsetzen feststellen wird, dass auch 2011 Fußball-WM ist, und dass das Endspiel ausgerechnet in Frankfurt ausgetragen wird. Mit Public Viewing. Und was die Autocorsos angeht... mal sehen, da kommt es darauf an, wie weit die deutschen Frauen kommen.

Im großen Ganzen geht es aber sehr gut vorwärts mit dem Stand des Frauenfußballs in der Öffentlichkeit, und die WM wirft auch was die Berichterstattung und die Aufmerksamkeit für den Frauenfußball allgemein angeht ihre positiven Schatten voraus. So gibt es nicht nur die Veranstaltung und Ausstellung im Eintracht Museum, auch die Stadt Offenbach ist aktiv und hat die Ausstellung "Verlacht, verboten und gefeiert - Zur Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland" nach Offenbach geholt. Dort ist sie vom 10. bis 28. Januar 2011 im Rathaus zu besichtigen, Mo. bis Fr. von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr. In diesem Zusammenhang gibt es ein Filmprogramm mit drei Filmen und eine Podiumsdiskussion mit DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger sowie ehemaligen und aktuellen Spielerinnen über den Wandel des Frauenfußballs in den letzten Jahrzehnten am 17. Januar, 18.00 Uhr im Rathaus Offenbach. Weitere Infos auf der Website der Stadt Offenbach: >> hier


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