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Projekt zur Förderung des Schiedsrichterwesens

"Das Angebot vom DFB ist gut"

Nachgefragt bei Christine Beck

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Wenn du den Algarve Workshop rückblickend betrachtest, was gilt es hervorzuheben, was hat dich weitergebracht?
Beim Algarve Cup haben wir Schiedsrichterinnen aus der ganzen Welt getroffen. Dies war sehr interessant und beeindruckend, schließlich kann man von den vielen erfahrenen Schiedsrichterinnen auch eine Menge lernen. Die praktischen Trainingseinheiten mit schiedsrichtertypischen Spielsituationen waren anfangs für uns sehr ungewohnt, aber für die späteren Spielleitungen waren sie alle sehr lehrreich. Auch aus den theoretischen Programmpunkten (Regelkunde, Psychologie, Ernährung...) konnten wir Vieles für unsere weitere Entwicklung mitnehmen. Der Workshop beim Algarve Cup waren zwei Wochen intensivste Fortbildung, was uns sicherlich weiterbrachte, aber auch sehr anstrengend war. Und der Spaßfaktor kam auch nie zu kurz.

Du gehörst seit 2004 zum Kreis der FIFA-Schiedsrichterinnen, wie erfolgt dieser „Ernennungsprozess“? Beginnt man als Assistentin?
Der DFB-Schiedsrichterausschuss schlägt der FIFA Schiedsrichter zur Nominierung auf die FIFA-Liste vor. Die eigentliche Ernennung erfolgt direkt durch die FIFA. Man beginnt nicht zwingend als Assistentin. Ich selbst war jedoch im Jahre 2001 FIFA-Schiedsrichterassistentin und bin seit 2004 FIFA-Schiedsrichterin.

Bei der FIFA gibt es seit dem vergangenen Jahr das neue Förderprojekt. Welche Maßnahmen gibt es auf nationaler Ebene?
Der DFB sichtet und fördert seine Schiedsrichterinnen durch Lehrgänge im Rahmen der Länderpokalturniere in Duisburg. Hinzu kommen Lehrgänge vor der Saison und in der Winterpause. Die jungen Nachwuchsschiedsrichterinnen werden überwiegend in den einzelnen Landesverbänden gefördert und auf ihre Aufgaben beim DFB vorbereitet.
Seit 1999 gibt Christine Beck als Schiedsrichterin beim DFB die Richtung dem Feld an, seit 2004 auch bei der FIFA.

Foto: Nora Kruse

Gibt es etwas, dass du an dieser Stelle verbessern würdest?
Ich denke, das bestehende Angebot vom DFB und der Landesverbände ist gut. Es liegt auch immer viel an den Schiedsrichterinnen, was sie daraus machen. Klar kann man durch zusätzliche Kurse oder Schulungen immer noch mehr erreichen. Aber da gehört durch den Kurs und die damit verbundenen oft weiten Anreisen natürlich auch ein großer Zeitaufwand dazu. Und wir sind alle Amateure und arbeiten noch nebenher, sodass man immer den Aufwand in Relation zum Nutzen setzen muss.

Standard-Rituale vor dem Spielbeginn: man wünscht sich ein gutes Spiel. Dass das letzte Frankfurter Derby gleich den höchsten Bundesligasieg der Geschichte bringen würde, wusste hier noch keiner.

Foto: Nora Kruse
Es gibt die Meinung, die Schiedsrichterinnen in Deutschland würden zu schnell aufsteigen. Wie stehst du dazu?
Das sehe ich nicht so. Alle Schiedsrichterinnen der Bundesligen haben bereits zahlreiche Spiele in ihrem Verband und mindestens ein Sichtungsturnier in Duisburg durchlaufen. Und wenn sie da nicht überzeugt hätten, dann wären sie auch nicht nominiert worden.

Ist es ein Nachteil, die Bundesligaspiele durch fehlende Videoaufzeichnungen nicht anschauen und analysieren zu können?
Eine Videoanalyse wäre zur Weiterbildung sicherlich sehr hilfreich. Der Aufwand hierzu ist aber natürlich auch sehr groß.

Hast du selbst Fußball gespielt, was hat dich gereizt, die Schiedsrichter-Laufbahn einzuschlagen?
Ich habe in der damaligen zweigleisigen Bundesliga beim VfL Sindelfingen gespielt. Dann wollte ich einfach mal was anderes machen, aber dem Fußball treu bleiben. Und da sowohl mein Vater als auch mein Lebensgefährte Schiedsrichter sind, lag diese Entscheidung dann nahe.

Es gibt nur vereinzelt Frauen, die auch Spiele in höherklassigen Männerligen leiten. Wäre das für dich reizvoll?
Ein Aufstieg ist das Ziel eines jeden Sportlers. Allerdings bin ich mit dem bisher Erreichten auch schon sehr zufrieden und versuche, in diesen Klassen meine Leistungen zu bestätigen und konstant gute Spielleitungen abzulegen. Was dann noch kommt, werden wir sehen.

Welche internationalen Partien stehen für dich neben der U20-WM in nächster Zeit an?
Ich werde am 21. Juni gemeinsam mit meinen Assistentinnen Inka Müller und Miriam Dräger das WM-Qualifikationsspiel Serbien gegen Italien leiten.

Das Gespräch führte Nora Kruse

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