Wir gehen davon aus, dass eine Verbesserung der Infrastruktur auch deshalb im Interesse des DFB’s ist, weil dies seine Position gegenüber den Sendern stärkt, da bei gegebener angemessener Infrastruktur das Alibi der TV-Untauglichkeit der Bundesliga-Stadien wegfallen würde.
Es ist ja auch nicht so, dass wir derzeit gar keine TV-tauglichen Stadien hätten. Wir registrieren einigermaßen regelmäßige Berichte aber nur beim RBB zu Turbine Potsdam und dem HR zum FFC Frankfurt. Bilder vom FSV Frankfurt flimmern lediglich bei den Frankfurter Stadtderbys über den Bildschirm.
Das Beispiel des FSV Frankfurt zeigt mustergültig, dass das Problem der Infrastruktur nicht das zentrale, sondern nur ein nachrangiges, wenn nicht gar vorgeschobenes Problem ist, wenn aus einem definitiv TV-tauglichen Stadion wie dem am "Bornheimer Hang" (letztes Jahr UEFA-Cup-Finale plus Männerfußball) keine Bilder gezeigt werden.
Und ob von einem Spiel, bei dem ohnehin die Kameras montiert sind, dann 20 Sekunden oder vielleicht 5 Minuten gezeigt werden, ist von den infrastrukturellen Gegebenheiten in den Stadien völlig unabhängig – es ist schlicht und einfach eine Sache von internen Entscheidungen der Sender, wie viel Sendezeit man dem Frauenfußball geben will.
Weiter sehen wir angesichts der zur Regel gewordenen Berichte von 20 Sekunden (wenn überhaupt berichtet wird) nicht, wie man die Vereine dann motivieren will, Geld in die Infrastruktur zu stecken. Da fehlt schlicht der Anreiz.
Pia Hess weist außerdem mit Recht darauf hin, dass die öffentlich rechtlichen Sender einen Auftrag haben, auch über andere „kleinere“ Sportarten zu berichten. Das ist ja auch in unseren Augen in Ordnung.
Nur, was wir dann beobachten in den Sportsendungen am Sonntagabend, ist etwas anderes:
Da wird dann doch die meiste Sendezeit wieder für den Männerfußball verwendet, obwohl bereits am Samstag und im DSF am Sonntag mehr als reichlich Platz für den Männerfußball reserviert ist.
Nicht nur der Frauenfußball, alle „kleineren“ Sportarten fallen bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten weitgehend unter den Tisch, es wird eben nicht nach Auftrag vorgegangen, sondern nach vermuteter Quote geschielt.