![]() |
Frauenfußball GroßereignisseHimmelhoch jauchzend - zu Tode betrübtDie Weltmeisterschaft 1995 | ||
Von Nora Kruse
02.09.2007
112 Länderspiele hat Elisabeth Leidinge absolviert, heute gibt sie ihr Wissen im Verband und bei Malmö FF weiter.
|
||
Doch genau dort kam es am 13. Juni zum denkwürdigen Spiel gegen die Chinesinnen in Helsingborg. „Es war ein Spiel im Regen, schwierig zu spielen“, erinnert sich Leidinge. Die Zuschauer hielt es nicht ab, das Stadion war voll. Zu jubeln gab es jedoch lange Zeit nichts, denn bereits in der 29. Minute gingen die Chinesinnen durch Sun Qingmei in Führung. Die Minuten liefen dahin, Schweden kam nicht ran. Doch dann war es buchstäblich die letzte Sekunde, die die Schwedinnen in die Verlängerung rettete: Ulrike Kalte traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich. „Wir hatten dann die besten Möglichkeiten in der Verlängerung, aber haben das Tor nicht gemacht“, sagt Leidinge, die im Anschluss gefordert wurde.
Es kam zum Elfmeterschießen, dem ersten bei einer Frauen- Weltmeisterschaft. Erneut waren es die Chinesinnen, die den
besseren Start erwischten. Fußballlegende Sun Wen brachte ihre Mannschaft in Führung, Xie Huilin baute auf 2:0 aus,
nachdem Malin Andersson verschossen hatte. Pia Sundhage brachte ihr Team schließlich auf 3:4 ran, bevor Leidinge den
Elfmeter von Liu Ailing hielt. „Als ich diesen Elfmeter hielt, dachte ich, wir gewinnen das Spiel noch“, so die heute
50-Jährige Torwarttrainerin von Malmö FF. Doch es kam anders, Gao Hong hielt den schwach geschossenen Elfmeter von Annika
Nessvold und machte den Einzug ins Halbfinale perfekt.
|
USA. „Spiele gegen die USA sind immer unglaublich
eng und umkämpft“, sagt Nordby, für die dieses Spiel das vielleicht größte Ereignis bei der WM war. „Wir haben schon
ziemlich früh das 1:0 erzielt“, so die 33-Jährige, deren Teamkollegin Ann Katrin Aarönes in der zehnten Minute für die
Führung sorgte. „Danach machte die USA richtig Druck“, ergänzt Nordby, „und wir bekamen auch noch eine Rote Karte und
mussten in Unterzahl weiter spielen.“ Den Karton sah Heidi Störe eine Viertelstunde vor dem Ende. „Aber wir hielten durch;
das war schon ein besonderes Spiel.“
Sie ist nicht wegzudenken aus dem norwegischen Team: Bente Nordby
Der Sieg bedeutete für Nordby, die ihre erste Weltmeisterschaft als Nummer Eins spielte, den Einzug ins Finale, wo die
deutsche Mannschaft wartete, die zuvor China mit einem Last-Minute-Tor von Bettina Wiegmann besiegt hatte. Bei
Europameisterschaften waren Norwegen und Deutschland zuvor bereits dreimal im Finale aufeinander getroffen – jeweils
behielt die DFB-Auswahl die Oberhand. „Daran dachten wir aber gar nicht“, sagt Nordby und in der Tat sorgten ihre
Mannschaftskolleginnen Hege Riise und Marianne Pettersen noch vor der Halbzeitpause für den 2:0-Endstand in Stockholm und
bescherten sich und ihrer Torhüterin einen „ganz besonderen Moment, als wir den Pokal in den Händen hielten.“
| |