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Filmvorstellung

Unmögliches möglich gemacht

Über den Dokumentarfilm „Football Under Cover“

Text von Christian Heidler

05.05.2008   Absolut sehenswert! Unbedingt reingehen! Mehr möchte ich eigentlich gar nicht über diesen Film sagen. Jede weitere Beschreibung nimmt einem ja etwas von der Unbefangenheit, einen so facettenreichen Streifen wie „Football Under Cover“ auf seine ganz persönliche Weise zu entdecken, ihn für sich selbst zu interpretieren. Doch wer noch gerne weitere Empfehlungen hätte, der sei an die diesjährige Berlinale erinnert: Nicht nur eine fachkundige Jury, auch das Publikum der Berliner Filmfestspiele zeichnete diesen Dokumentarfilm aus. Und auch bei den Besuchern des Internationalen Fußballfilm- festivals „11 mm“ kam die Doku rund um ein Frauenfußballspiel in Teheran bestens an.

Nun gut, wer weder Fernsehbeiträge wie im heute journal oder aspekte gesehen, noch eine der vielen Rezensionen in Print- und Onlinemedien gelesen hat, und wer sich partout nicht überraschen lassen will, der soll an dieser Stelle doch noch ein paar bewußt knapp gehaltene Eindrücke vermittelt bekommen.

Premiere Football Under Cover

Bei der öffentlichen Teampremiere am 6. April im Filmkunsthaus „Babylon“ in Berlin-Mitte: Die Regisseure David Assmann und Ayat Najafi, Birger Schmidt von der Leitung des Fußballfilmfestivals „11 mm“ sowie Initiatorin und Spielerin Marlene Assmann.

Bild: Christian Heidler

Zunächst, „Football Under Cover“ ist zwar ein Dokumentarfilm, aber keiner, der etwas ohnehin stattfindendes dokumentiert. Das Ereignis, über das der Film berichtet, muß erst hervorgerufen werden. Daran arbeitet die Crew um die Geschwister Assmann und dem iranischen Regisseur Ayat Najafi, so daß der Film nebenbei sein eigenes Entstehen dokumentiert und insbesondere die beiden Initiatorinnen Marlene Assmann und Najafi auch vor der Kamera als Handelnde zu sehen sind. Das klingt jetzt alles andere


Die Mannschaft des BSV Al-Dersimspor

In langer Spielkleidung und mit Sportkopftuch: Die Mannschaft des BSV Al-Dersimspor vor dem Spiel in Teheran. Im Hintergrund das Elburs-Gebirge

Pressefoto zum Dokumentarfilm „Football Under Cover“

als spannend und vielleicht auch reichlich konstruiert, ist es aber nicht.

Schon nach wenigen Minuten verfolgt der Betrachter gebannt die Vorbereitungen für ein Freundschaftsspiel zwischen der Nationalmannschaft des Iran und dem damaligen Bezirksligisten BSV Al-Dersimspor aus Berlin- Kreuzberg, lernt die Kiez-Kickerinnen um Susu, Paros und Marlene auf der einen und die iranischen Auswahlspielerinnen um Narmila und Niloofar auf der anderen Seite kennen. Und längst ist man eingetaucht in eine Handlung, die vieles in sich vereinigt: Milieustudie und Abenteuergeschichte, Auslands- reportage und Fußballfilm und - mit den Augen eines Westeuropäers besehen - auch immer wieder ein Stück aus Absurdistan. Allenthalben gibt es Hindernisse und Wendungen und es bewahrheitet sich, was Najafi sagt, daß im Iran vieles, was unmöglich zu sein scheint, doch irgendwie wirklich gemacht werden kann.

Autogramme nach dem Spiel

Während des Spiels feuerten Zuschauerinnen ihr Team noch übermütig an, „Deutschland in die Tonne zu treten.“ Nach dem Abpfiff ließen sie sich aber von den Berliner Spielerinnen (links Marlene Assmann) gerne Autogramme geben

Pressefoto zum Dokumentarfilm „Football Under Cover“

Ausdauer und Einfallsreichtum sind gefragt, Kompromisse müssen


eingegangen werden, aber – damit verrate ich nicht zu viel – das Ziel wird letztlich erreicht. Das Spiel wird angepfiffen, doch der Weg dahin und die Umstände, unter denen die Partie ausgetragen wird, davon möge sich jeder seinen eigenen Eindruck beim Kinobesuch machen.

Nationalspielerin Niloofar Basir

Um draußen im Park kicken zu können muß sich Niloofar Basir, eine der Spielerinnen der Iranischen Nationalelf, wie ein Junge zurecht machen. Mädchen ist es im Iran nicht gestattet in der Öffentlichkeit Sport zu treiben

Pressefoto zum Dokumentarfilm „Football Under Cover“

Der Film ist jedenfalls sehr unterhaltsam, hat Witz, zeigt Gefühl und fast könnte man auch meinen, einem modernen Märchen beizuwohnen. Aber dann gibt es doch noch die Politik und die nur für einen Moment beseitigten Unmöglichkeiten...

Dokumentarfilm Deutschland 2008, 86 Minuten, Regie Ayat Najafi und David Assmann Filmhomepage u.a. auch mit Angabe von Vorführungsdaten: www.football-under-cover.de/


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Frauenfußball Allgemein

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